Wandern

Wandern bei den Köhlern: Immer am Wasser entlang

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Esporles - Mallorca

Eine Wanderung von Esporles auf die Mola de Son Ferrandell

ROLAND OTTO

 

Die mittelschwere Wanderung beginnt in der Ortsmitte von Esporles gegenüber der Pfarrkirche. Dort biegt man rechts in die Carrer Nou de Sant Pere ab (Schild „GR 221, Coll de sa Basseta“). Der Wanderer befindet sich nun auf dem Langwanderweg Ruta de Pedra en Sec und dabei auf dessen Teilabschnitt von Esporles nach Valldemossa. Er folgt weiter den Wegweisern, gelangt zunächst zur Placeta des Pla und von dort zur Carrer de Mateu Font und danach zu einer Brücke, auf der der Torrent Sant Pere gequert wird. Nach der Brücke ist dann links (Schild „GR 221, Coll de sa Basseta“) abzubiegen.

 

Eine schmale Fahrbahn verläuft jetzt relativ steil aufwärts. In einer Linkskehre wird die Asphaltpiste bei dem Schild „GR 221, Coll de sa Basseta“ dann verlassen. Eine Erdpiste führt nun weiter aufwärts zu dem kleinen Schuppen Sa Rota und von dort (Pfostenpfeil) zu einer Straße, auf die links (Beschilderung) abgebogen wird. Bis hier sind seit Tourstart rund 20 Minuten vergangen. Die Fahrbahn steigt dann kurz an und verläuft danach mehr oder weniger eben in rund zehn Minuten zum Eingangstor der Possessió Son Dameto.

 

Der Gutshof gehörte Ende des 16. Jahrhunderts dem senyor Nicolau Dameto. Auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen wurden Wein und Getreidesorten angebaut. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde dann hauptsächlich Olivenöl hergestellt. Zusammen mit anderen Landgütern –wie Son Quint, Son Capaspre, Sa Granja und Son Malferit – wurden im Jahr 1771 auf den Gutshöfen von Esporles fast 9 Prozent des auf Mallorca hergestellten Olivenöls produziert. Erzherzog Ludwig Salvator berichtete, dass 1784 von den 700 auf Mallorca existierenden Ölmühlen 70 tafonas auf den Gutshöfen von Esporles in Betrieb waren.

 

Weiter geht es auf der Fahrbahn (Pfostenpfeil), die zunächst zu zwei Mauerpfeilern führt, die den Eingang zur Possessió Son Capaspre markieren. Danach wird sogleich eine Wegteilung erreicht, bei der rechts (Schilder „GR 221, Coll de sa Bassetes“ und „Camí des Bosc“) auf eine breite Kieselpiste abgebogen wird. Diese verläuft stetig ­ansteigend nach oben, wobei man immer auf dem Hauptweg bleibt (Pfostenpfeile). Links unten liegt ein schmales Tal, in dem einige Häuser errichtet worden sind. Ganz am Ende des Tales befindet sich die Possessió Son Capaspre, die von der markanten Felsnase Penyal Vermell überragt wird.

 

Schließlich wird nach der Bergfinca Ca‘n Buades eine Wegteilung erreicht, bei der sich rechts (Beschilderung) ein Tor befindet, das rechts umgangen werden kann. Eine Waldpiste führt dann zunächst steil, später eben zu dem Coll de sa Basseta, wobei die Gehzeit von Son Dameto rund 30 Minuten betragen hat. Bei dem Sattel folgt man nun links dem Schild „Valldemossa“ und biegt von einer breiten Piste nach etwa zehn Metern rechts (Steinmännchen, roter Punkt) ab. Ein steiniger Trampelpfad schraubt sich dann in steilen Kehren (Steinmännchen) durch einen Kiefern- und Steineichenwald hinauf zu einem Köhlerplatz. Dort verweisen Steinmännchen, rote Kleckse und ein gelber Pfeil nach links.

 

Geradeaus ist ein Steinmännchen zu ignorieren. Links also führt ein steiniger Pfad steil hinauf zum Pas de Son Capaspre und zu einer Mauer, wobei Steinmännchen, gelbe und rote Markierungen die Richtung zeigen. Die Gehzeit vom Coll de sa Basseta bis hier hat rund eine Viertelstunde betragen. Zu der Mauer kann man mittels eines Steinhaufens problemlos aufsteigen. Der Wanderer folgt hinter dem Wall dann links einem gelben Pfeil und nimmt das Schild zur Kenntnis, wonach er sich jetzt in einem Jagd­gebiet befindet. Auch in der Folge zeigen Steinmännchen sowie rote und gelbe Markierungen die Richtung. Ein steiniger Pfad führt dann nicht allzu steil zu einem Köhlerplatz, bei dem links (roter Pfeil) abgebogen wird.

 

Ein Köhlerpfad verläuft dann deutlich steiler (Steinmännchen) zu einer großen Ebene, die mit Steineichen bewachsen ist. Man kommt dann auf einer Waldpiste an einem weiteren Köhlerplatz vorbei (rote Markierung), ignoriert einen linken Abzweig und gelangt dann geradeaus (Steinmännchen) zu einer Wegteilung, bei der links (zwei rote Pfeile) abgebogen wird. Ein breiter Weg führt dann immer geradeaus zum Pla de l‘Aljub, wobei die Gehzeit von der Mauer rund 25 Minuten betragen hat. Auf dieser Ebene haben Köhler einst im großen Stil Holzkohle erzeugt.

 

Links des Weges befinden sich noch ein überdachter aljub (Wassersammelbecken) mit einer Zisterne und eine Steinhütte. Auch Köhlermeiler und Backöfen in der näheren Umgebung zeugen von der einstigen Arbeit der carboners. Weiter geht es von dem aljub und der Zisterne geradeaus (roter Klecks) auf einem steinigen Weg. Dieser führt an zwei Köhlerplätzen vorbei (Steinmännchen, rote Punkte) und knickt dann rechts weg. Eine mauergestützte Piste führt dann in Kurven steil nach oben und verflacht dann wieder.

 

Man gelangt danach zu einer Wegteilung, bei der man geradeaus einem roten Punkt und Steinmännchen folgt und rechts ein Steinmännchen ignoriert. Die Route verläuft dann auf Pfadresten und über flaches Gestein im leichten Zickzack nicht allzu steil aufwärts (viele Steinmännchen). Schließlich wird rund 30 Minuten nach dem Pla de l‘Aljub das felsige Gipfelplateau der Mola de Son Ferrandell erreicht.

 

Bei guter Sicht bietet sich von verschiedenen Standorten aus fast 730 Meter Höhe ein traumhafter Ausblick. Tief unten liegt die Possessió Son Capaspre. Im Süden sind Palma und sogar der Archipel Cabrera zu sehen. Nach Südwesten schweift der Blick über die Fita del Ram und Mola de Planícia bis hin zum Puig de Galatzó. Richtung Osten sind der Klosterberg Randa und die Serra de Galdent auszumachen. Auf der Westseite der Mola ist ein imposanter Blick auf das Meer zwischen Port des Canonge und Port de Valldemossa möglich. 

Wegstrecke 13 km (hin und zurück)

 

Nettogehzeit rund 4 Std.

 

Höhenunterschied 550 m

 

Schwierigkeitsgrad ***

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-1040 nach Esporles.

 

Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf Asphalt, breiten Waldwegen und steinigen Köhlerpfaden. Beim Gipfelanstieg zur Mola de Son Ferrandell auch über flaches Gestein. Auf dem Gipfelbereich ist Schwindelfreiheit notwendig. Vorsicht bei ungesicherten Felsabstürzen auf dem Gipfel. Rückweg auf der Hinroute.

 

Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant.

 

Einkehr: Diverse Bars und Restaurants in Esporles.

 

Diese Wanderung wurde am 03.03.2016 veröffentlicht. Die Vorstellung der Route erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen des Autors. Die Benützung geschieht auf eigenes Risiko. Soweit gesetzlich zulässig, wird eine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art aus keinem Rechtsgrund übernommen.

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