Wandern

Leichte Rundtour in Puigpunyent: Verbindung zur Welt

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Puigpunyent - Mallorca

Eine Rundtour auf dem Camí vell d‘Estellencs bei Puigpunyent

ROLAND OTTO

 

Der Camí vell d‘Estellencs, der alte Weg von Estellencs, war bis 1913 die einzige Verbindung zwischen den Gemeinden Estellencs und Puigpunyent. Zudem verband er mit dem Camí vell de Palma die beiden Bergdörfer mit Palma. Auf beiden Wegen wurden Waren aller Art transportiert. Für die Bewohner von Estellencs befand sich auch noch Anfang des 20. Jahrhunderts die nächste Apotheke in la Vileta bei Palma. Die heutige Tour verläuft im ersten Abschnitt auf dem Camí vell d‘Estellencs. Die leichte Wanderung beginnt am Ortsausgang von Puigpunyent bei Kilometerstein 1 der Landstraße Ma-1101. Hier beginnt bei dem Haus „Es Comella de sa Parra“ eine schmale Asphaltpiste. An dieser Stelle wird man auf dieser Rundtour auch wieder ankommen.

 

Man gelangt nun zu einem offenen Tor, bei dem sich eine Tafel „Camí vell d‘Estellencs“ mit einer Karte befindet. Es wird auch darauf hingewiesen, dass Hunde nur angeleint und mit Maulkorb ausgestattet mitgeführt werden dürfen. Ein Schild untersagt das Fahrradfahren. Die Piste verläuft dann an Feldern vorbei, die großflächig mit Getreide bepflanzt sind. Nachdem man eine Allee mit wunderschönen Platanen passiert hat, ist links oben das Anwesen Son Fortesa zu sehen. Die possessió war dank ihrer Quellen bei der landwirtschaftlichen Produktion sehr ertragreich. Auf dem weitläufigen Gelände wurden Oliven, Hülsenfrüchte, Getreide und Wein angebaut. Zur Herstellung von Mehl war eine Wassermühle, zur Erzeugung von Olivenöl eine tafona, eine Ölpresse, in Gebrauch.

 

Auch eine Ziegelei, zu der man bei der Wanderung noch kommen wird, war vorhanden. Weiter geht es auf der Zufahrtsstraße von Son Fortesa bis etwa 20 Meter vor den Gebäuden, wobei die Gehzeit seit Tourstart rund zehn Minuten betragen hat. Nun verweist ein Schild „Camí vell d‘Estellencs“ rechts auf eine Piste, auf der sogleich ein Tor passiert wird. Die Route steigt jetzt an (rote Kleckse). Man durchschreitet ein aus einem Lattenrost provisorisch errichtetes Tor und gelangt dann auf einen breiten Weg und biegt dort rechts (Pfostenpfeil) ab. Die Piste verläuft nun in einigen Kehren steil aufwärts, später entlang einer Wasserrinne eben.

 

In einer Rechtskurve wird dann links (Pfostenpfeil) auf einen felsigen, steilen Pfad abgebogen, der nach etwa 30 Metern wieder auf den breiten Weg führt, wobei die Gehzeit von Son Fortesa rund eine Viertelstunde betragen hat. Hier ist nun rechts eine Ruine zu sehen. Dabei handelt es sich um eine teulera, eine Ziegelei, in der noch bis in die 1940er Jahre Ziegel hergestellt wurden. Man geht auf dem breiten Weg (Pfostenpfeil) in Richtung der Cases de Muntanya, die oben zu sehen sind, und gelangt nach rund zehn Minuten zu einer Weggabelung . Nun folgt man rechts einem Pfostenpfeil. Links befinden sich die Cases de Muntanya, die zu Son Fortesa gehören und die nicht mehr bewirtschaftet sind.

 

In der Folge steigt die Piste moderat, später steil an. Durch­gehend vorhandene Steinmännchen, rote Markierungen und Pfostenpfeile weisen dabei immer die Richtung. Schließlich wird rund 40 Minuten nach dem Abzweig bei den Cases de Muntanya der Sattel Trescollet erreicht. Hier verläuft links der alte Weg nach Estellencs, wobei das Hinweisschild entfernt wurde. Die hier beschriebene Wanderung führt jetzt geradeaus (Schild „Es Grau, Puigpunyent“) weiter. Eine breite Waldpiste schlängelt sich nun in einigen Kehren abwärts (Pfostenpfeil). Man gelangt zu einem Kalkofen, der sich rechts des Wegs befindet.

 

Rund fünf Minuten nach dem Trescollet verweisen zwei Steinmännchen rechts auf einen Pfad, der (Steinmännchen) zu einer Mauer mit Lücke und danach gleich zur Ermita de Sant Onofre führt. Die Einsiedelei wurde 1660 errichtet und dann fast 30 Jahre von dem Mönch Jaume Català bewohnt. Die Ermita diente in der Folge bis Anfang des 19. Jahrhunderts mehreren Mönchen als Unterkunft. Nach einer Pause begibt man sich wieder zu dem Abzweig auf dem Hauptweg, wobei die Gehzeit zur Ermita hin und zurück rund zehn Minuten betragen hat. Der Wanderer steigt dann rechts auf dem steilen Waldweg weiter auf.

 

Man folgt einem Pfostenpfeil, passiert eine Steinmauer und gelangt danach zu einem Mauerdurchlass. Eine steinige Piste führt dann bald steil abwärts (Pfostenpfeil). Beim Abstieg bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die Talaia Vella, das Teix-Massiv, die Serra d‘Alfàbia und die Fita del Ram. Der teils gepflasterte Weg führt dann immer noch (Pfostenpfeile) steil abwärts. Man gelangt schließlich zu einer Weggabelung und biegt rechts (Pfostenpfeil) auf eine breite Piste ab. Die Gehzeit von dem Abzweig zu der ermita bis hier hat rund 30 Minuten betragen. Der breite Weg führt nun erst eben, später steil abwärts. Man folgt dabei der Beschilderung „Es Grau, Puigpunyent“. Schließlich wird in rund 25 Minuten die Straße Ma-1101 erreicht, auf die rechts eingebogen wird. Nach einem kurzen, steilen Aufstieg ist dann der Coll des Grau erreicht. Bei dem Sattel verweisen ein Pfostenpfeil und ein roter Klecks rechts auf einen Pfad, der steil nach unten verläuft und wieder auf die Ma-1101 führt.

 

In der Folge kann man weitere Abkürzungspfade (Pfostenpfeile) nehmen, die immer wieder auf die Ma-1101 stoßen. Der nächste Abkürzungspfad mit dem Schild „Puigpunyent“, der auch wieder auf die Straße führt, ist jedoch nicht zu empfehlen, da die Piste teils zugewachsen und durch umgestürzte Kiefern und eingestürzte Terrassen sehr unübersichtlich ist. Deshalb ist es besser, am Rand der Ma-1101 noch rund zwei Kilometer bis Puigpunyent abzusteigen, das bei dem Haus „Es Comella de sa Parra“ in rund 45 Minuten erreicht ist. Die Gehzeit berechnet sich dabei vom Coll des Grau.

 

 

Wegstrecke 10 km (Rundstrecke) 

 

Nettogehzeit rund 3 Std. 

 

Höhenunterschied 410 Meter 

 

Schwierigkeitsgrad **

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-1042 und Ma-1041 bis Puigpunyent. Dort durch die Carrer Major zum Ortsende bis zu Kilometerstein 1 der Ma-1101.

 

Tourencharakter: Leichte Wanderung auf Asphalt, Waldwegen und steinigen und teils gepflasterten Pisten, auf denen jedoch Trittsicherheit notwendig ist. Bei sommerlichen Temperaturen ist der lange Aufstieg von Son Fortesa bis zum Sattel Trescollet – trotz schattigem Stein­eichenwald – allerdings ziemlich schweiß­treibend. 

 

Ausrüstung: Wanderstiefel, Proviant, Getränke, Sonnenschutz.

 

Einkehr: Lokale in Puig­punyent.

 

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