Wandern

Tour für die Sinne: Ein Blütentraum in Weiß und Rosa

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Inca - Mallorca

Eine Wanderung bei Inca zum Kloster Santuari de Santa Magdalena
 

ROLAND OTTO

Start der leichten Wanderung ist beim Eingangstor des Escorxador d’ Inca, des ehemaligen Schlachthofs der Gemeinde. Hier beginnt die Ma-3501, die alte Straße von Inca nach Sa Pobla. Auf dieser gelangt man nach rund 20 Metern zu einer Weggabelung und bleibt dort geradeaus auf der Hauptpiste (Schild „Sta. Magdalena“). An dieser Stelle wird der Wanderer auf dem Rückweg wieder ankommen.


Die Fahrbahn führt dann zu einer Brücke, auf der die Autobahn Ma-13 überquert wird. Hinter der Brücke ist ein rechter Abzweig mit dem Schild „Camí de s’ Avancar“ zu ignorieren. Die Fahrbahn führt nun geradeaus durch eine alte Kulturlandschaft mit Mandel-, Oliven- und Feigenbäumen. Die Mandelbäume präsentieren sich Anfang Februar auf den Feldern mit ihren zauberhaften Blüten. Einige Bäume mit Spätsorten sind aber noch ganz kahl und werden ihre Blüten erst später tragen.


Die Asphaltpiste verläuft dann leicht ansteigend aufwärts. Auch hier befinden sich auf Feldern zahlreiche blühende Mandelbäume. Bei einem ehemaligen Militärgelände der spanischen Armee wird die Piste etwas steiler. Man erreicht bei dem Eingangstor des Anwesens Es Claperàs eine Weggabelung. Hier steht auch ein kaum mehr lesbares Schild „Camí del Polvorí“. Rechts auf dem Fahrweg wird man später auf dem Rückweg wieder nach Inca gelangen. Jetzt steigt der Wanderer geradeaus weiter auf und erreicht dann rund zehn Minuten nach dem Reitstall eine Stelle, bei der sich links einige Stufen befinden (roter Klecks am Ende der Treppe).


Diese und die folgenden Steintreppen und Pfade sind Teil des alten Pilgerwegs, der zum Kloster führt, und beginnen immer links von der Fahrbahn. Kurze Abschnitte müssen auch auf der Straße gegangen werden. Der Wanderer passiert ein Tor des verlassenen Militärgeländes und gelangt schließlich bei einem weiteren Tor und einer Hausruine zu einer Steintreppe. Hier biegt er links ab und erreicht auf dem holprigen Pilgerweg bei dem Sendemast von Radio Balear Inca einen Picknickplatz. Links gelangt man dann auf der Zufahrtsstraße wenig später zu einer langen Pilgertreppe und darauf zum Kloster. Die Gehzeit von der Weggabelung bei dem Anwesen Es Claperàs bis hier hat rund 20 Minuten betragen.


Der Ursprung des Santuari geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Die Kirche wurde 1284 als kleine Kapelle errichtet und im Lauf der Jahrhunderte mehrmals umgebaut und erweitert. Nonnen und Mönche verschiedener Orden haben seit dem Mittelalter das Kloster bewohnt. In ihm war auch über 200 Jahre eine Grammatikschule untergebracht. Die letzten Eremiten der Kongregation vom Heiligen Paulus und Antonius verließen 1985 das Kloster, das anschließend bis heute von Laien­schwestern betreut wird. In einem Teil der Gebäude ist eine Jugendherberge untergebracht, die an den Wochenenden und in den Schulferien von Jugendgruppen belegt wird.


Die Aussicht von der Terrasse des Klosters ist aus fast 290 Metern Höhe vom Feinsten. Im Norden sind die wilden Küstengebirge Serra del Cavall Bernat und Serra d’ Albercutx zu erkennen. Zwischen den Buchten von Pollença und Alcúdia erhebt sich die Halbinsel Sa Victòria aus dem Meer. Auch die Halbinsel Ferrutx bei Artà mit den markanten Gipfeln der Serra d’ Artana kann im Nordosten ausgemacht werden.


Nicht minder imposant ist die Fernsicht vom Puig de Santa Magdalena und dem Kreuz Minyó, das in südlicher Richtung zu sehen ist. Um dorthin zu gelangen, begibt man sich wieder zum Sendemast von Radio Balear Inca. Dort beginnt bei einem Häuschen ein breiter Weg, der an Picknick­stellen vorbeiführt. Nach rund fünf Minuten biegt man dann bei einem Feuermachen-verboten-Schild und einem roten Klecks rechts auf eine steinige Piste ab. Diese führt leicht ansteigend in weiteren fünf Minuten zu dem Kreuz Minyó. Dabei kommt der Wanderer etwa 20 Meter unterhalb des Kreuzes an der fünf Meter oberhalb des Pfades gelegenen Vermessungssäule des 307 Meter hohen Puig de Magdalena vorbei.


Das Kreuz wurde 1901 errichtet und nach Blitzeinschlägen mehrmals restauriert. Das heutige Creu de la Minyó stammt aus dem Jahr 1971. Hier ist nun ein fabelhafter Weitblick über die Serra de Tramuntana zu genießen. Der Blick schweift von Puig de Galatzó über den Puig de l’Ofre, Puig Major, Puig d’en Galileu bis hin zum Puig de Massanella. Aber auch der Klosterberg Randa, der Puig de Galdent, der Puig de ses Bruixes und der Puig de Sant Salvador bei Felanitx sind zu sehen.


Anschließend begibt man sich wieder in rund 25 Minuten zurück zu dem Abzweig bei dem Anwesen Es Claperàs und biegt dort links ab. Eine breite Kiespiste führt dann leicht absteigend talwärts. Der Wanderer bleibt immer auf der Hauptpiste und kommt an den Anwesen Ca’n Xerpeta, Case Moreta, Ca sa Moreta und Buena Vista vorbei. Auf den Feldern sind auch hier immer wieder Mandelbäume mit ihrer betörenden Blüten­pracht zu sehen.


Nach rund einer Viertelstunde ist dann die Finca Cas Jaitit und 20 Meter weiter ein Abzweig erreicht, bei dem rechts abgebogen wird. Man passiert sogleich die Finquita Ca’n Bonafé, wandert auf dem asphaltierten Weg weiter, ignoriert in der Folge alle Abzweige, gelangt nach rund einer Viertelstunde zu einem Tunnel, über den die Autobahn Ma-13 verläuft, und durchquert diesen. Geradeaus ist dann in rund fünf Minuten die Weggabelung mit dem Schild „Sta. Magdalena“ und links sogleich der Escorxador d’ Inca erreicht.

 

Wegstrecke
7,5 km (hin und zurück)


Nettogehzeit
rund 2 Std.


Höhenunterschied
200 m


Schwierigkeitsgrad
**

 

Anfahrt von Palma:
Auf der M-13 nach Inca und dort die Ausfahrt zum Kloster Lluc nehmen. An einem Kreisel rechts auf die Ma-3440 Richtung Llubí und Santa Margalida abbiegen. Etwa 300 Meter weiter liegt links der Escorxador d’ Inca, bei dem auch Parkplätze vorhanden sind.


Tourencharakter:
Leichte Wanderung auf Asphaltpisten und steinigen Pfaden. Für Kinder geeignet.


Ausrüstung:
Wanderstiefel, Regenschutz, Proviant.


Einkehr: Lokale in Inca. Das Restaurant auf dem Kloster Santa Magdalena hat im Winter geschlossen.

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