Wandern

Tief im Gebirge: Zur Krippe her wandert

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Fornalutx - Mallorca

Eine Wanderung von Fornalutx auf den Aussichtsberg Puig de sa Bassa

ROLAND OTTO

Die mittelschwere Wanderung beginnt in Fornalutx bei der Plaça d’ Espanya. Dort führt zwischen dem Anwesen Ca’n Majol und der Pfarrkirche eine steile Steintreppe aufwärts. Danach verläuft ein weiterer Treppensteig durch die schmalen Gassen Carrer de l’Església, des Vent und die Carrer Tramuntana weiter nach oben. Der Wanderer ist sofort von dem reizenden Flair des Bergdorfes umgeben. Liebevoll restaurierte Häuschen schmiegen sich teils ineinander verschachtelt an die Seiten der steilen Treppen. Man folgt dann einem Schild „Camí de s’ Alzina Fumadora, Sa Comuna“. Der getreppte und gepflasterte Camí verläuft nun entlang von Terrassen­mauern, die mit Zitrusbäumen, Weinstöcken, Johannisbrot- und Olivenbäumen bewachsen sind, steil nach oben. Man gelangt dann zur der Landstraße Ma-2120, quert diese (Pfostenpfeil) und folgt dann der Beschilderung wie oben.


Wenig später ist bei einem kleinen Wasserbecken (Pfostenpfeil) eine Asphaltpiste erreicht. Die Gehzeit hat von Tourstart bis hier rund eine Viertelstunde betragen.
Nachdem der Wanderer einen famosen Ausblick auf die Gipfel Es Cornadors und die Gebirgs­kette Serra d’ Alfàbia genossen hat, steigt er auf der Asphaltpiste weiter auf und verlässt diese nach wenigen Schritten links bei dem Schild „Camí de s’ Alzina Fumadora, sa Comuna“.


Ein steiler, teils gepflasterter Steig schraubt sich nun in engen Kehren durch eine Terrassenlandschaft mit Ölbäumen nach oben. Schließlich ist ein breiter Weg erreicht. Man folgt links einem Steinmännchen sowie einem Pfosten­pfeil und steigt auf einem steilen, steinigen Pfad, der jetzt durch einen Kiefernwald verläuft, weiter auf. Dabei bleibt der Wanderer immer auf dem Hauptweg (Pfostenpfeil) und gelangt später zu einem Mauerdurchlass, bei dem sich zwei Steinmännchen befinden.


Dahinter windet sich die teils mauergestützte Piste weiter steil aufwärts. Obwohl Motorengeräusche schon von der Nähe der Landstraße Ma-10 künden, folgt immer noch eine zusätzliche Spitzkehre. Endlich ist dann bei Kilometerstein 43 die Ma-10 erreicht, wobei die Gehzeit von dem kleinen Wasserbecken bis hier rund 35 Minuten betragen hat. Hier wird nun rechts abgebogen, am Rand der Straße etwa 30 Meter gegangen und dann links (Schild „Pla de sa Bassa“) noch mal abgebogen.


Der Wanderer übersteigt sogleich auf einer Holzleiter einen Zaun. Danach führt eine steinige Piste zu einem Köhlerplatz, auf dem eine Steinpyramide steht. Hier wendet sich die Route nach links. Auf einem breiten Weg gelangt man zu der Ebene Pla de ses Mates und einem Wasserbassin, das beim Ausbrechen von Waldbränden zum Löschen vorgesehen ist. Wenige Meter weiter ist eine Weggabelung erreicht, bei der rechts (Pfostenpfeil) abgebogen wird.


Auf einer breiten Piste gelangt man dann zu einer kleinen Steinhütte, wobei die Gehzeit von der Landstraße Ma-10 bis hier rund zehn Minuten betragen hat. Von hier hat man nach Norden und Osten einen famosen Ausblick auf die gewaltigen Südwände des Penyal des Migdia, die Steilsenke Coma de n’Arbona und den Gebirgszug Serra de Son Torrella.


Links von der Steinhütte beginnt ein breiter Weg, der in Richtung des Puig de sa Bassa führt. Geradeaus (Pfostenpfeil) verläuft die Route zu dem Pla de sa Bassa. Bevor nun der Weiterweg beschrieben wird, bedarf es einer Erläuterung der gleich fünf Schilder, die hier an Kiefern befestigt sind. Das wichtigste mit der Aufschrift „Camino particular, prohibido el paso“ bedeutet, dass der Weg gesperrt ist. Dazu ist zu bemerken, dass viele mallorquinische Wanderautoren und - gruppen in ihren Blogs den Aufstieg zum Puig de sa Bassa beschrieben haben. Der Wanderer kann also trotz des Schilds hier bedenkenlos passieren. Er beachtet aber die auf den anderen Schildern genannten Verbote, sucht also keine Pilze und macht kein Feuer. Zudem ist in der Brut- und Setzzeit das Mitführen von Hunden nicht gestattet. Er nimmt auch zur Kenntnis, dass er sich nun auf einem Jagdgebiet befindet.


Weiter geht es also links (Steinmännchen) von der Steinhütte auf der breiten Piste, die zunächst leicht, später in einigen Kurven steil ansteigt. Beim Aufstieg hat der Wanderer einen herrlichen Tiefblick auf Sóller und eine imposante Aussicht auf die Serra d’Alfàbia und das Teix-Massiv. Rund 20 Minuten nach der Steinhütte ist eine Weggabelung erreicht, bei der sich drei Steinpyramiden befinden. Hier wird nun rechts auf einen steinigen Weg abgebogen.


Dieser führt zunächst leicht ansteigend aufwärts (Steinmännchen) und verengt sich bei einem roten Klecks zu einem Pfad. Dieser verläuft nun hangwärts steiler nach oben, wobei viele Steinmännchen und rote Punkte die Richtung zeigen. Nach rund einer Viertelstunde ist eine Hochebene erreicht, von der der felsige Gipfel des Puig de sa Bassa zu sehen ist. Man steigt nun auf Pfadresten und über flaches Gestein in rund zehn Minuten zum Gipfel auf.


Hier stehen in 819 Metern Höhe ein Brandausguck und eine Steinpyramide. An einem Fels befindet sich eine Krippendarstellung, die Weihnachten 2012 von der mallorquinischen Wandergruppe „Es Falcóns“ (die Falken) angebracht worden ist. Die Aussicht ist vom Feinsten. Weit im Südwesten ist sogar die Nordspitze der Insel Dragonera, das Cap de Tramuntana, zu erkennen. Tief unten sieht man das Meer bei Port de Fornalutx und dem Wachturm Torre de na Seca. Nach Nordwesten schweift der Blick vom Penyal des Migdia, über den Puig Major, den Morro d’en Pelut bis hin zum Puig Roig, während im Osten der Puig de l’Ofre zu sehen ist.
 

Wegstrecke
9 km (hin und zurück)


Nettogehzeit
rund 3 Std. 10 Min.


Höhenunterschied
675 m


Schwierigkeitsgrad
***

 

Anfahrt von Palma:
Auf der Ma-11 nach Sóller, dort auf der Ma-10 Richtung Kloster Lluc. Von dieser Landstraße biegt die Ma-2120 nach Fornalutx ab. Parkplätze am Ortseingang vorhanden.


Tourencharakter:
Mittelschwere Wanderung auf steinigen Pfaden, breiten Wegen und über flaches Gestein. Die Route steigt auf dem Hinweg fast durchgehend an, was eine gute Kondition erfordert. Beim Aufstieg zum Puig de sa Bassa ist Trittsicherheit notwendig. Dies gilt ebenso für den Abstieg auf dem Camí de n’ Alzina Fumadora. Rückweg auf der Hinroute.


Ausrüstung: Wanderstiefel, Regenschutz, Wasser, Proviant.


Einkehr: Lokale in Fornalutx.

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