Wandern

Von den Hexen zu Familie Esel

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Eine Wanderung von Alaró durch Olivenhaine zur Herberge Refugi de Tossals Verds

ROLAND OTTO. Die mittelschwere Wanderung beginnt im Ortskern von Alaró in der C/. Ca’n Ros. Am Ende der Straße geht man bei dem Schild „Castell d’ Alaró“ geradeaus weiter auf der Carrer del Pontaró bis zum alten Waschhaus der Gemeinde. Von dort erreicht man auf der Carrer de Solleric (Schild „GR 221, Refugi de Tossals Verds, Castell d’ Alaró, Orient“) das Ende der Gemeinde. Der Wanderer befindet sich jetzt auf einer Nebenstrecke des Langwanderwegs „GR 221“, die in den offiziellen Karten als „GR 221-G“ bezeichnet wird.

 

Am Rand der Landstraße Ma-2100 gelangt man dann zu der Stelle, bei der links die Route zum Castell d’ Alaró abzweigt. Hier folgt man nun geradeaus der Beschilderung „Refugi de Tossals Verds“ bis zu einem rechten Abzweig, bei dem sich ebenfalls ein Schild „Refugi“ befindet. Die Gehzeit seit Tourstart hat rund 20 Minuten betragen. Der Wanderer befindet sich jetzt auf dem „Camí de Solleric“. Links erheben sich die über 800 Meter hohen Tafelberge Puig d’ Alaró und Puig d’ Alcadena mit ihren senkrecht abfallenden Steilwänden. Nach den rondaies, den mallorquinischen Volksmärchen, haben einst bruixes, Hexen, zwischen den beiden Felsmassiven ein Seil gespannt und darauf getanzt. Bei der linken Felswand des Puig d’ Alaró sind mit bloßem Auge der östliche Verteidigungsturm des Castell d’ Alaró und die Höhle Cova de Sant Antoni zu erkennen.

Auf der Asphaltpiste wird dann bei einer Weggabelung der rechte Abzweig ignoriert und geradeaus einem Pfostenpfeil gefolgt. Die Fahrbahn führt wenig später zur nächsten Weggabelung, bei der man geradeaus (Beschilderung) auf einem Flurweg weiterwandert. Auf diesem wird dann ein Tor erreicht, das durch eine Pforte passiert wird.

Hinter dem Tor führt die Piste in ein Tal (Pfostenpfeil). Man kommt an einem Gutshof vorbei, auf dessen Feldern sich neue Oliven­pflanzungen befinden. Nachdem der Wanderer ein weiteres Tor durch eine Pforte umgangen hat, quert er wenig später das gepflasterte Bachbett vom Torrent de Solleric. Danach steigt die Route leicht an (Pfostenpfeil). Es folgt nun ein Abschnitt von etwa 800 Metern, den margers, Trockensteinmaurer, ausgebessert haben. Die Steinmetze haben zudem alte Terrassenmauern und Wasserrinnen restauriert. Links ist das Landhotel s’ Olivaret zu sehen.

 

Nach einem weiteren Schild „Refugi de Tossals Verds“ schraubt sich der Weg in Kehren steiler nach oben. Schließlich ist rund 50 Minuten nach dem Abzweig bei der Ma-2100 die Possessió Solleric erreicht, wobei man immer den Pfosten­pfeilen und der Beschilderung gefolgt ist.

 

Das Landgut wurde einst von den Mauren als Alqueria Xular gegründet. Nach der christlichen Eroberung 1229 durch König Jaume I. ging es in den Besitz der Familie Guitard über. Im Lauf der Jahrhunderte wechselten mehrfach die Besitzer. Aktueller Eigentümer ist die Familie Gilet.

Auf der Possessió, deren Gelände 1,6 Millionen Quadratmeter umfasst,
wurden schon immer Ölbäume angepflanzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Solleric auf der Insel einer der größten Produzenten von Olivenöl und verfügte über zwei Ölpressen. In dieser Zeit wurden pro Jahr zwischen 120.000 und 140.000 tones hergestellt. Eine tona entspricht 1.000 Litern. Die Qualität des Öls galt als exzellent.

 

Bei den Gebäuden von Solleric folgt man den Pfostenpfeilen bis zu einem offenen Eisentor. Hinter diesem führt dann ein breiter Karren­weg in Kurven nach oben. Bei einem Schild „Refugi de Tossals Verds“ wird links ein Abkürzungs­weg genommen, auf dem man wieder auf die Hauptpiste stößt. Ein bald folgender rechter Abzweig wird ignoriert. Die Route verläuft geradeaus (Pfostenpfeil) leicht ansteigend durch terrassierte Olivenhaine. Dabei hat man immer wieder einen herrlichen Ausblick auf die Tossals-Berge und die steile Senke Coma des Voltor. Schließlich wird ein Sattel erreicht, auf dem sich eine Steinhütte befindet. Die Gehzeit vom Landgut Solleric bis hierher hat rund 20 Minuten betragen.

 

Man durchschreitet dann ein offenes Tor und biegt danach rechts (Schild „Refugi de Tossals Verds“) ab. Ein Pfad, später ein breiter Weg führt nun durch Olivenhaine abwärts. Beim Abstieg folgt man Pfostenpfeilen, der Beschilderung, Steinmännchen und einem roten Klecks und gelangt rund 30 Minuten nach dem Sattel zu einem Tor, das durch eine Pforte zu passieren ist.

 

Man quert danach auf einer Holzbrücke den Torrent de Almedrà und biegt gleich links (Schild „Refugi“) auf eine Asphalt­piste ab. Diese führt in Kurven steil aufwärts. Beim Aufstieg kann man dann auf zwei neu angelegte Abkürzungspfade zurückgreifen (Pfostenpfeile). Der Wanderer erreicht später eine Stelle, bei der er rechts (Schild „Refugi de Tossals Verds“) abbiegt.

 

Ein felsiger Trampelpfad verläuft nun in steilem Zickzack nach oben und führt dann wieder auf die Asphaltpiste, bei der rechts abgebogen wird. Wenig später ist das Eingangstor des Refugi de Tossals Verds erreicht, wobei die Gehzeit von der Brücke über den Torrent d’ Almedrà rund 20 Minutenbetragen hat.

 

Die 540 Meter hoch gelegene Herberge wurde Mitte der 1990er Jahre vom Consell de Insular grundlegend restauriert. Eine Terrasse, Bänke und Tische laden zu einer Rast ein. Es lohnt sich auch ein Besuch des kleinen botanischen Gartens, in dem eine Vielzahl endemischer und mediterraner Pflanzen vorzufinden sind. Nicht zu vergessen natürlich die Eselsfamilie, die sich meist am Eingangstor aufhält. Die Tiere sind Menschen gewöhnt und erhoffen sich von den Besuchern kleinere Schleckereien. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass Esel aus offenen Rucksäcken den Verpflegungsbeutel stibitzt haben. In diesem Fall sollte man aber keinen Versuch unternehmen, sich den Beutel wieder anzueignen.

 

Wegstrecke
15 km (hin und zurück)
Nettogehzeit
rund 4 Std. 30 Min.
Höhenunterschied
350 m
Schwierigkeitsgrad
***

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-13 und Ma-2050 nach Alaró. Die Straße Ca’n Ros erreicht man auf der Avenida de la Constitució und der C/. Alexandre Rosselló. Von dieser biegt rechts die Ca’n Ros ab.
Tourencharakter: Die technisch leichte Wanderung wird wegen der Länge als „mittelschwer“ eingestuft. Die Route verläuft auf Asphalt, Karrenwegen und steinigen Pfaden. Rückweg auf der Hinroute.
Ausrüstung: Wanderstiefel.
Einkehr: Getränke im Refugi de Tossals Verds. Anmeldung für Übernachtungen: Tel.: 971 -17 37 00. Die Zimmer der Herberge sind oft wochenlang im Voraus ausgebucht, deshalb rechtzeitig reservieren.

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