Wandern

Mirador de ses Barques: Ab durch die Mauer!

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Sóller - Mallorca

Eine Wanderung vom Mirador de ses Barques zum Wachturm Torre de na Seca

Die mittelschwere Wanderung beginnt am Parkplatz vom Mirador de ses Barques. Hier befinden sich rechts bei dem Schild „Tuent, Sa Costera, Bàlitx“ einige Steinstufen, die man hinaufsteigt. Nach der Treppe führt eine gepflasterte Piste aufwärts. Bald bietet sich nach Osten ein famoser Ausblick auf die Gebirgszüge Serra de Son Torrella und die Serra d’Alfàbia, die Berge Puig de l’Ofre und Puig de Cornador Gran. Auch ein herrlicher Blick in die Schlucht Barranc de Biniaraix und die terrassierten Olivenhaine der Gemeinde Fornalutx ist von hier möglich.


Man bleibt dann bei einem Pfostenpfeil auf der Hauptpiste, durchschreitet später ein offenes Tor und gelangt danach auf einen breiten Weg und biegt hier rechts ab (Schild „Tuent, Sa Calobra“). Der Karrenweg führt nun durch sorgsam gepflegte Terrassenanlagen mit teils uralten Olivenbäumen. Das Gelände gehört zu der Possessió Bàlitx d’Amunt (das obere Bàlitx), die links zu sehen ist und zu deren Eingangstor man schließlich gelangt. Seit Tourstart sind rund 20 Minuten vergangen.


Vor dem Eingangstor des Landguts knickt der breite Wirtschaftsweg bei einem Mauerdurchlass und einem Schild „Tuent, Sa Calobra“ rechts weg. Unten ist das Anwesen Bàlitx d’Enmig (das mittlere Bàlitx) zu sehen. Links oben sind der Torre de na Seca und der Berg Es Castellot, rechts das wilde Küstengebirge Muntanya de Montcaire zu erblicken. Dazwischen liegt der Sattel Coll de Biniamar, zu dem später aufgestiegen wird.


Hinter der Mauerbresche verläuft die breite Piste dann in einigen Kurven abwärts. Der Wanderer bleibt bei einem Pfostenpfeil auf dem Hauptweg und verlässt wenig später bei einem Steinmännchen und einem weiteren Pfostenpfeil diesen Weg. Geradeaus führt nun eine gepflasterte Piste bald steil in einigen Kehren talwärts. Man gelangt schließlich zu der Quelle Font de Bàlitx und von dort (Steinmännchen, Pfostenpfeil) zu dem Anwesen Bàlitx d’Enmig. Die Gehzeit von der Mauerbresche hat rund eine Viertelstunde betragen.


Der Gutshof ist vor fast vier Jahrzehnten wegen Unrentabilität aufgegeben worden. Im Sommer 2009 hat dann die Bankiersfamilie March das Anwesen gekauft. Unterdessen sind die notwendigsten Reparaturarbeiten an den Gebäuden ausgeführt worden. So wurden die Dächer und Dachbalken erneuert und Regenrinnen angelegt. Das Mauerwerk wurde an allen wichtigen Stellen ausgebessert.


Weiter geht es von Bàlitx d’Enmig auf der breiten Piste (Pfostenpfeil), die in weiteren Kurven abwärts führt. Nach rund zehn Minuten wird dann bei einem Schild „Bàlitx Avall, Tuent, Sa Calobra“ rechts auf einen gepflasterten Pfad abgebogen, der sich nach einer Mauerbresche in engen Kehren teils steil nach unten schlängelt (Steinmännchen). Nach einem Abstieg von rund einer Viertelstunde ist ein breiter Weg erreicht, auf dem man links kurz darauf zu dem Gutshof Bàlitx d’Avall (das untere Bàlitx) gelangt.


Das Anwesen wurde Anfang des 16. Jahrhunderts von der Familie Ripoll de Bàlitx aus Sóller erbaut und von deren Nachfahren mehrmals vergrößert. Das heute auf dem Gemeindegebiet von Fornalutx liegende Gut wechselte zuletzt Ende der 1980er Jahre den Besitzer. Der neue Eigentümer baute Teile der Gebäude zu einem Landhotel um.


Noch vor den Gebäuden des Anwesens verweist ein Schild „Sa Costera, Tuent“ nach rechts. Man durchschreitet ein offenes Tor, quert den sogleich das Bachbett des Torrent de na Mora, folgt dann bald einem Pfostenpfeil und biegt vor einem Mauerdurchlass bei dem Schild „Sa Costera, Tuent, Sa Calobra“ rechts auf eine gepflasterte und gestufte Piste ab.


Der Steig schraubt sich dann in engen Kehren teils steil aufwärts (Steinmännchen, Pfostenpfeil). Schließlich wird rund 20 Minuten nach Bàlitx d’Avall eine Mauerlücke erreicht, hinter der man auf einem nicht mehr ganz so steilen Pfad (Steinmännchen) nach weiteren rund zehn Minuten zu einem breiten Weg gelangt. Dieser führt nun wieder deutlich steiler in rund fünf Minuten zu einer Wegteilung, bei der links (roter Klecks, Steinmännchen) abzubiegen ist. Rechts oben befindet sich wenige Meter entfernt der Coll de Biniamar, der an einem Mäuerchen zu erkennen ist. Der Pfostenpfeil, der nach rechts verweist, markiert den Weiterweg zur Cala Tuent und nach Sa Calobra.


Man biegt also links auf eine breite Piste ab, die wenig später zu einer markanten Felsformation und danach zu einem Mauerdurchlass führt. Der Wanderer folgt den roten Punkten und gelangt auf der nur leicht ansteigenden Piste in rund zehn Minuten zu einem großen Platz.


Hier verweisen ein großer Steinpfeil auf dem Erdboden, Steinmännchen und rote Kleckse rechts auf einen steinigen Trampelpfad, auf dem der Aufstieg zum Torre de na Seca beginnt. Dabei zeigen durchgehend vorhandene, weithin sichtbare Steinmännchen, rote und auch grüne Punkte den sichersten Wegverlauf. Die Route verläuft auf dem sehr steinigen Pfad, der immer wieder von Passagen über flachem Fels unterbrochen wird, im Zickzack steil nach oben. Schließlich wird nach rund 20 Minuten der Wachturm erreicht.


Der Torre de na Seca wurde 1584 fertiggestellt und diente zum Schutz vor Piratenüberfällen. Die Aussicht aus knapp 520 Metern ist beeindruckend. Nach Nordwesten schweift der Blick über das Meer bei der Cala Tuent, über der die Mola de Ca’n Palou mit ihrem Wachturm thront, bis hin zum Tausender Puig Roig. Östlich ragen die gewaltigen Felswände des Penyal Migdia und der Puig Major empor. Weit im Südwesten ist bei klarer Sicht sogar die Insel Dragonera mit dem Cap de Tramuntana und dem Hauptgipfel Na Pòpia zu erkennen. Tief unten liegt die kleine Bucht Cala Ferrera, die auch Port de Fornalutx genannt wird. Hier haben noch vor Jahrzehnten Schmuggler ihre Schieberware an Land gebracht.

 

Wegstrecke
12 km
(hin und zurück)


Nettogehzeit
rund 4 Std.


Höhenunterschied
370 m


Schwierigkeitsgrad
***

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-11 nach Sóller, dort auf der Ma-10 Richtung Kloster Lluc bis zum Mirador de ses Barques (km 44,8).


Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf breiten Wegen, steinigen Pfaden und über spitzes Gestein. Beim Aufstieg zum Torre de na Seca ist Trittsicherheit notwendig. Auf der Tour sind drei lange Steigungen zu bewältigen. Rückweg auf der Hinroute.


Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant.


Einkehr: Landhotel Bàlitx d’Avall, Öffnungszeiten: 9.00 bis 18.00 Uhr, kein Ruhetag. Ein Glas frisch gepresster Orangensaft: 2 Euro.

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