Strände

Chiringuito-Check Cala Rotjas: Badefelsen und Eiskaffee

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Capdepera - Mallorca

Die Cala Rotjas mit dem gleichnamigen Chiringuito gehört zur Urbanisation Canyamel. Richtig voll wird‘s hier selten

JUTTA CHRISTOPH

Zuerst die Aussicht ...
Wenn man auf die Halbinsel von Canyamel abbiegt, sieht man ihn schon von Weitem, den wuchtigen Wehrturm von Canyamel. Das steinerne Denkmal aus dem ­
13. Jahrhundert misst 23 Meter und ist uns einen Abstecher wert. Von seinem Dach aus sieht man über die weite Ebene bis zum Meer. In einem 20-minütigen Film (auch auf Deutsch) erfährt man, dass er zu den ältesten Verteidigungstürmen Mallorcas zählt und zu seinen Füßen früher Zuckerrohr wuchs. Nachdem immer weniger Gefahr vom Meer ausging, funktionierten die Bauern aus der Umgebung den Turm zu einem Kornspeicher um. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude originalgetreu restau­riert und auf seinen zwei Etagen ein Museum eingerichtet (Eintritt: 3 Euro, Kinder frei).


... dann ab in die Fluten
Nachdem man die Einfahrt zur Urbanisation Costa Canyamel passiert hat, folgt man linkerhand dem Schild Restaurant. Gleich neben dem Chiringuito Cala Rotjas führt eine Treppe zu zwei kleinen Sandstränden, die auch im August noch fast ein Geheimtipp sind. Oft trifft man hier nur die Bewohner der Ferienhäuser an. Das sind vor allem Spanier. Auch ein paar Sätze Englisch und Französisch schnappt man nebenbei auf. Sein Handtuch rollt man entweder im Sand aus oder auf dem leicht erhöhten Badefelsen. Von hier stürzt man sich mit einem Jubelschrei direkt ins türkisblaue Wasser. Schnorchler entdecken entlang der Felswände bizarre Stein­skulpturen, und auf Taucher warten sogar drei Unterwassertunnel.


Erfrischung an der Bar
Einen Getränke-Service gibt‘s in der Bucht Rotjas zwar nicht, dafür ist der Weg zur Bar aber wirklich nicht weit. Früher ein kleiner ­chiringuito, ist das Lokal mit der Zeit nach und nach erweitert worden. Heute gehören zur Bar Cala Rotja ein Restaurant und ein Haus mit Terrasse für große Veranstaltungen wie Hochzeiten. Von der Terrasse aus hat man natürlich Meerblick, für Kinder gibt‘s eine Spielwiese mit robustem Elefanten­gras, das auch im Sommer noch dicht und grün ist. Bis zu 160 Personen können im hinteren Bereich feiern, auf der Restaurant-Terrasse finden 130 Menschen Platz, im Chiringuito noch mal 60. Dank Sträuchern und Pinien werden die Terrassen natürlich beschattet, und dank des großen Gartens fühlen sich Gäste im Bade-Outfit genau so wohl wie solche im Anzug.


Die gute Seele
Rafael arbeitet seit elf Jahren im Cala Rotjas, der Spanier kam schon als 15-Jähriger von Granada auf die Urlaubsinsel, um sich seinen Unterhalt zu verdienen. Geheiratet hat er keine Mallorquinerin, sondern eine Dominikanerin, und seinen Arbeitsplatz möchte er gegen keinen noch so gut bezahlten Bürojob tauschen. Der Ausblick, die frische Luft, die netten Menschen – das alles liebt Rafael sehr. In der Stadt würde er schnell unter Stress stehen, glaubt er. Da das Restaurant auch im Winter nicht schließt, beglückt der Kellner ganzjährig die Gäste mit seinem freundlichen Service.


Romantik unter den Sternen
Wer sich mal etwas Besonderes gönnen möchte, bucht bei Rafael ein romantisches Abendessen auf dem grünen Rasen direkt oberhalb der Bucht. Zu solch einem privaten Event gehören Champagner, ein mehrgängiges Degustationsmenü und ein extra Kellner (pro Person 100 Euro). Auch zur Wein-Verköstigung finden Gäste den Weg auf die Terrasse mit Aussicht. An Tischen aus Holzfässern sitzt man für sich allein und lässt sich die Weinkarte erklären. Von ­Mallorca sind zum Beispiel Weine der Bodegas Ses Nines und ­Ànima Negra vertreten, oder man probiert einen Tropfen aus anderen spanischen Anbauregionen.


Kleine Speisen, große Menüs
An der Bar bekommt man ganztags etwas für den kleinen Hunger zwischendurch serviert, zum Beispiel typisch spanische Tapas, tortilla, Salat, Pizza und gut belegte Sandwiches. Die Restaurant-Karte liest sich nicht nur wie ein kleines Buch, sie ist tatsächlich wie eines gebunden. Zu den Vorspeisen gehört neben Schinken und Fischkroketten auch eine hausgemachte Gazpacho, danach bestellt man (mittags) eine Paella oder schwarzen Reis, an lauen Sommer­abenden gerne auch gegrillten Fisch vom großen Barbecue (ab 15 Euro). Wer‘s französisch mag, findet einen Enten-Magret mit roten Früchten auf der Karte (17 Euro), typisch spanisch ist der Ochsenschwanz in Rotwein (17 Euro). Aber auch für einen simplen Eiskaffee (3 Euro) ist man im Cala Rotjas willkommen, zwischen den Schwimmpausen, so oft man will. 

 

Auf einen Blick

 

Sonnenliegen: nicht vorhanden


Publikum: Viele Spanier, auch Franzosen. Familien und Paare


Sommer-Events: romantische Abendessen mit Degustationsmenü


Cocktail-Tipp: „Mojito de palo“ mit Minze und mallorquinischem Likör (6 Euro)
Verpflegung: Bar und Restaurant, es gibt auch eine große Weinkarte, täglich geöffnet 10-24 Uhr


Adresse: Cala Rotjas, C/, Via de las Calas s/n, Urbanisación Costa Canyamel, Tel.: 971-841513

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