Strände

Guckstrand in Port de Pollença: Flanieren wie anno dazumal

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Pollença - Mallorca

Der Passeig Colom in Port de Pollença ist eine der altehrwürdigsten Uferpromenaden der Insel. Zahlreiche Mini-Strände laden hier zum Baden und Träumen ein

Wer zum Baden an die Bucht von Pollença fährt, bleibt in der Regel an den großen Sandstränden hängen, die vom Hafen aus Richtung Alcúdia führen. Die wenigsten fahren stattdessen vom Puerto in Richtung Halbinsel Formentor, um kurz vor Ortsende in einer der rechts zur Bucht führenden Straßen einen Parkplatz zu suchen.


Von hier aus gelangt man nach wenigen Metern auf eine der wohl elegantesten Uferpromenaden Mallorcas: den Passeig Colom, der zum Hafen hin in den Passeig Voramar übergeht. Auf einer Strecke von etwa drei Kilometern reihen sich Ferienvillen und Strandhäuser aneinander, die noch aus einer Zeit stammen, als der Urlaub auf Mallorca ein exklusives Vergnügen für wohl­habende Nordeuropäer war, die hier bereits Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Sommerfrische verbrachten.


Zwischen knorrigen Kiefern, deren Äste zum Teil bis über das Wasser reichen, finden sich immer wieder kleine Sandeinbuchtungen, in denen es sich Einheimische und Touristen aus den Hotels am Hafen zum Baden und Plaudern gemütlich machen.


Beliebt unter den Strandgästen sind auch die zahlreichen zum Teil kreisrunden Stegausleger, an denen die Bewohner der dahinter liegenden Strandhäuser einst kleinere Boote festmachten. Heute eignen sich diese Betoninseln ganz hervorragend zum Sonnenbaden oder als Aussichtsplattform. Zu sehen gibt es eine Menge. Nicht zuletzt viele britische Hotelgäste, die gegen Abend in zum Teil schrillen Abendkleidern hier längs flanieren.


Vor dem Hafen auf der linken Seite ­liegen im Sommer zahlreiche Segel- und Motoryachten. Dazwischen sieht man immer wieder eines der gelben Wasserflugzeuge starten und landen, die im Militärhafen von Pollença, in der östlichen Ecke der Bucht, stationiert sind.     

 
Wer den Passeig Colom in Richtung Halbinsel Formentor bis zum Ende geht, vorbei an dem prächtig weißen Hotel Illa d‘Or aus dem Jahre 1929, stößt irgendwann auf den Grenzzaun dieses militärischen Sperrgebiets. Während des spanischen Bürgerkriegs war der Hafen Stützpunkt einer Fliegerstaffel der deutschen Legion Condor. Von hier aus wurde aufs spanische Festland geflogen, um dort republikanische Stellungen und Ortschaften zu bombardieren.


Tipp: Besonders eindrucksvoll ist die Uferpromenade mit ihren Mini-Stränden kurz vor Sonnenuntengang, wenn die Lichter im Hafen angehen, und die gusseisernen Laternen entlang des Weges eine Ahnung von der Zeit vermitteln, als Massentourismus auf der Insel noch ein Fremdwort war.

 

Alles im Blick

 

Beschreibung:
Schattige und ruhig gelegene Sandeinbuchtungen entlang der Uferpromenade Passeig Voramar/Passeig Colom links vom Hafen in Port de Pollença.
Service-Einrichtungen:
Fehlanzeige. Kein Strandliegenverleih, kein Rettungsschwimmer. Wasser ist extrem flach. Öffentliche Toilettenhäuschen finden sich am Hafen. Dort gibt es auch gebührenpflichtige Parkplätze. Wer vom Hafen Richtung Formentor fährt, findet kurz vor dem Ortsende in den rechts liegenden Anliegerstraßen Gratis-Parkmöglichkeiten.
Wassersportangebote:
Ca. 1 km vom Hafen Richtung Alcúdia findet sich am Strand ein Jollen- und Surfbrettverleih (www.sailsurf.de) sowie ein Kajakverleih.
Essen und Trinken:
Zahlreiche Restaurants, Fastfood-Läden und Pubs rund um den Hafen.

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