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Plaza-Check Binissalem: Lethargie und Flüche auf dem Kirchplatz

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Binissalem - Mallorca

Ein „Bocadillo“ mit Käfer, meckernde Rentner und Marge Simpson: Eindrücke bei 34 Grad in Binissalem

INGO THOR

Es sind die selbst für Mallorca eher ungewöhnlich drückende Hitze und allerlei Insekten, die das Chill-out-Feeling auf der Plaça de l‘Església im Wein-Ort Binissalem am Freitag, den 18.7. ein wenig eintrüben.


Der Bar-Besuch
Nervig ist vor allem das, was der Reporter tun muss, nachdem es einem kleinen gelben Käfer mit schwarzen Punkten gelungen ist, in den Thunfisch des von der Bar Restaurante Robines Americano servierten bocadillos (3 Euro) zu kriechen. Nach der Entfernung des wendigen Tierchens mit der einzigen gereichten Serviette schmeckt der samt fünf weicher Oliven und einem Pepperoni-Stück servierte Happen dennoch wunderbar. Und erst recht das Estrella-Damm-Bier für 1,70 Euro, von dem sich der Reporter lustvoll gleich zwei Gläser genehmigt.  


Der Rentner-Tratsch
Die fünf Rentner, die in Olivenkern-Wurfweite sitzen und ebenfalls Gäste der Bar Restaurante Robines Americano sind und denen die Hitze sichtlich zu schaffen macht, begnügen sich mit Wasser sin gas. „Coño, coño, coñoooo“, stößt Joan Carles hervor, der gegen 19.10 Uhr zu den anderen älteren Männern stößt. „Aber die heißen Tage müssen wir halt aushalten – qué más da.“ Was ihn und andere hier im Ort momentan noch mehr als das Wetter ärgere, sei die Tatsache, dass die Gemeinde-Verwaltung wegen eines am Samstag anstehenden Festes zu Ehren des heiligen Jaume fast alle Parkplätze gesperrt habe. „¡Coño!“ Joan bestellt auch ein Wasser und sagt dem dankenden Reporter noch, dass das hier so eine Art zweites Wohnzimmer von ihm sei.


Das Panorama
Die zentrale Plaza des durch seine ungewöhnlich zahlreichen stattlichen Herrenhäuser (bitte merken: Can Sabater, Can Beltrán, Can Corneta) auffallenden Örtchens ist seine Herzkammer. Kinder spielen mit kleinen Autos, kicken Bälle oder fahren auf Rollern, Mütter gucken, Teenager hocken zusammen. Aus dem Rahmen fällt eine angejahrte Frau mit hochtoupierten Haaren, die ein wenig an Marge Simpson erinnert und auf einer Balustrade sitzt. Andere Altersgenossinnen führen Hunde aus, wobei dem Reporter besonders eine kurzbeinige Kreatur mit mindestens acht Zitzen ins Auge sticht.


Die Urlauber
Etwas Bewegung bringen insgesamt vier Touristen auf den Platz – zwei englischsprachige Männer und auch noch eine blonde Frau nebst Begleiter, die nur so kurz bleiben, dass der hitzebedingt in eine gewisse Lethargie versunkene Reporter nicht schnell genug zu sich selbst kommt, um sie anzusprechen.


Die Sehenswürdigkeit
Um das massivste Bauwerk am Platz zu bestaunen, reicht die Auffassungsgabe aber noch aus:  Die 1908 beendete Kirche Santa María de Robines mit Fundamenten aus dem 15. Jahrhundert ist das Wahrzeichen des Ortes, der vor dem
16. Jahrhundert nicht Binissalem (so nannten ihn die Araber), sondern – der aufmerksame Leser wird es geahnt haben – Robines hieß.

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