Kreuzfahrten

Mit Stil und gutem Essen bis ans Ender der Welt: 'Le Lyrial'

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Palma de Mallorca - Mallorca

Zu Besuch in Palma: 'Le Lyrial' gehört zum Weltmarktführer in Sachen Luxusexpedition

JÖRG A. BOECKMANN -- Wenn am kommenden 27. Oktober die „Le Lyrial“ in Palmas Hafen festmacht, begrüßen wir ein Schiff aus der Flotte der Compagnie du Ponant. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um einen Anbieter aus Frankreich, das Schiff fährt unter französischer Flagge und punktet insbesondere bei frankophilen Gästen. Mit seinem speziellen, auf das Fahrtgebiet zugeschnittenen Konzept kann die Reederei aus Marseille aber mittlerweile auch international erfahrene Kreuzfahrer begeistern.

 

Die nur 142 Meter lange „Lyrial“ wirkt beinahe wie eine große Yacht und bietet den Gästen in lediglich 122 Kabinen für bis zu 264 Passagiere ein sehr persönliches Reiseerlebnis. Die Unterkünfte liegen alle außen, 114 haben sogar einen eigenen Balkon. Für ein Schiff, welches insbesondere in extremen Fahrtgebieten unterwegs ist, keine Selbstverständlichkeit. Die mit circa 11.000 BRZ vermessene „Lyrial“ besitzt einen eisverstärkten Rumpf (Eisklasse 1C) und kann somit auch in den Polargebieten eingesetzt werden. Um Passagiere während Expeditionskreuzfahrten auch in Gegenden ohne Hafeninfrastruktur an Land bringen zu können, ist das Schiff zudem mit Zodiac-Schlauchbooten ausgerüstet.

 

Neben dieser für das sogenannte „Soft-Adventure-Touren“ maßgeschneiderten Hardware genießen die Kreuzfahrer auf den aktuell fünf Schiffen der Flotte – ganz dem Klischee entsprechend – auch einen besonderen Fokus auf die Gastronomie an Bord. Ponant verspricht dabei frische Produkte, sorgfältig ausgewählte Zutaten, eine Mischung aus innovativer und traditionsreicher Küche – jeweils mit einem Bezug zum Fahrtgebiet und natürlich begleitet von exzellenten Weinen. Nicht weniger als Lebenskunst à la française in der Antarktis. Dafür kostet das Kreuzfahrtvergnügen dann aber auch 300 Euro pro Tag und (deutlich) mehr.

 

Die 1988 von Jean-Emmanuel Sauvée und einem Dutzend Offiziere der Handelsmarine gegründete Reederei ist heute mehrheitlich im Besitz von Finanz-investoren. Und diese sorgen für Wachstum. Vier neue Kreuzfahrt-Yachten, von den jeweils zwei 2018 und 2019 zur Flotte stoßen, sind bestellt. Sie sollen den Rang als Weltmarktführer bei Luxusexpeditionen absichern und neue bislang noch nicht angefahrene, schwer erreichbare Destinationen erschließen. Landgänge und Zodiac-Ausflüge, exklusive Touren zu nahezu unzugänglichen Gebieten, Treffen mit Eingeborenen und die Möglichkeit sich mit erfahrenen Naturführern und Expedi-tionsleitern persönlich auszutauschen, kennzeichnen laut Ponant auch die Reisen auf den neuen Schiffen. Angestrebt ist ein enger, täglichen Kontakt zur Crew und zum Expeditionsteam. Übrigens auch mittels des jederzeit möglichen Besuches auf der Brücke. 

 

„Le Lapérouse“, „Le Champlain“, „Le Bougainville“, „Le Kerguelen“: Die Namen der vier kommenden Schiffe der „Ponant Explorer-Klasse“ sind nach den großen französischen Entdeckern benannt, die aufbrachen, um neue Kontinente zu entdecken. Die Namenswahl unterstreicht laut Unternehmen auch die Loyalität zur französischen Flagge. Die Trikolore zählt nach der Rangliste des Pariser MoU (Memorandum of Understanding/ Hafenstaatkontrolle) zur einer der sichersten Schiffsbeflaggung der vergangenen Jahre. Ponant ist die einzige Kreuzfahrtreederei, die unter dieser Flagge fährt – mit vergleichsweise hohen Umwelt- und Arbeitsstandards sowie Sicherheitsvorkehrungen. Die Schiffsnamen heben auch Ponants Expertise bei Luxusexpeditionen. 

 

Ponant hat sich dabei nicht zufällig für kleine Schiffe entschieden (131 Meter lang, 92 Suiten und Kabinen). Der französiche Anbieter hat die wachsende Nachfrage nach luxuriösen Reisen zu wenig bekannten Häfen und verborgenen Ankerplätzen sowie in extreme Fahrtgebiete erkannt. Wie übrigens auch Hapag-Lloyd Kreuzfahrten: der deutsche Wettbewerber hat kürzlich zwei neue Schiffe für Expeditionskreuzfahrten geordert – mit Balkonen in allen Kabinen und Eisklasse. 

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