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Restaurant Na Brasa steht für brasilianische Fleisch-Spezialitäten

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Restaurant Na Brasa steht für brasilianische Fleisch-Spezialitäten

Carrer Felicià Fuster, 7
Palma de Mallorca - Mallorca

Tel.: +34 971-90-06-66

Im Rodizio-Restaurant in Palma de Mallorca gibt es verschiedene Fleisch-Spezialitäten vom zarten Zebu-Höcker bis zur deftigen Feijoada

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

Das Fleisch brutzelt an langen Spießen über dem Feuer. Sechs verschiedene Teile vom Rindfleisch, dreimal Leckeres vom Schwein, einmal Huhn und einmal Lamm. Seit dem 11. Mai gibt es derlei im Na Brasa am Stadtstrand von Can Pere Antoni gegenüber vom Nassau Beach sowohl im geschmackvoll eingerichteten Inneren wie auf der großen Terrasse.

Es ist bereits das zweite Lokal diesen Typs in unmittelbarer Umgebung. In Brasilien, vor allem im Süden des Landes, nennt man sie churrascarias, womit vor allem das Grillen bezeichnet wird. Außerhalb von Brasilien sind sie als rodizios bekannt. Diese Bezeichnung kommt von dem lateinischen Wort rota, also Kreis oder Kreislauf, denn die Spieße werden ständig zwischen Gast und Grill hin- und hergetragen. Der Kellner geht von Tisch zu Tisch, bietet seinen jeweiligen Spieß an und schneidet Stücke nach Wunsch herunter. Der Gast hat die Wahl, ob er das ein oder andere Stück Fleisch nicht will, eine Pause macht oder auch Fleischsorten wiederholt. 

Ohne Pause essen signalisiert die grüne Seite eines Bierdeckels, der praktischerweise auch zeigt, woher die jeweiligen Fleischstücke stammen. Wer die rote Seite aufdeckt, will pausieren. Dazu bedient man sich am Vorspeisen- und Beilagenbuffet mit kalten und warmen Speisen (circa 20 verschiedene) sowie Saucen. Da-runter sind Hühnchen-Mais-Salat, Mayonnaise-Salat (eine Art ensaladilla rusa), Rote-Bete-Tomatensalat, frittierte Kochbananen und maniok (auch yuca genannt), Reisküchlein, feijão tropeiro (dunkle Bohnen mit Maniokmehl), farofa (geröstetes Maniokmehl) bis hin zum brasilianischen Nationalgericht feijoada (Eintopf mit schwarzen Bohnen und Fleisch). 

Nicht ganz typisch brasilianisch auf den ersten Blick wirken Speisen wie Boeuf Stroganoff mit Huhn oder Tomate-Mozzarella-Salat. Aber die große Zahl der Einwanderer aus Europa in Brasilien hatte zur Folge, dass auch europäische Speisen dort heimisch wurden.

Die Betreiber sind Eduardo Rufo (39) aus São Paulo und Janaina Ferrer (42) aus Rio de Janeiro. Sie ist seit 20 Jahren regelmäßiger Gast auf der Insel und vor sechs Jahren hierhergezogen. Zusammen mit Janainas Ehemann hatten sich die beiden als gemeinsames Geschäft eine authentische brasilianische churrascaria vorgestellt – keine Variation davon, keine Kompromisse. „Obwohl wir quasi mit diesen Lokalen aufgewachsen sind und ich in Brasilien auch als Managerin einer churrascaria gearbeitet hatte, haben wir uns als Vorbereitung noch einmal intensiv derartige Restaurants angeschaut und studiert, um beim Na Brasa möglichst keine Fehler zu machen“, erzählt Ferrer, die sehr gut Deutsch spricht, weil sie vor Mallorca lange Zeit in der Schweiz gelebt hat. 

Hauptunterschied und Ehren-sache für einen Brasilianer: der Feuer-grill. „Denn Gas ist in Brasilien verpönt, für uns gibt es nur Feuer“, so der 39-jährige Rufo und spielt damit auf die meisten seiner Mitbewerber an, die Gas nutzen. Aber den geschmacklichen Unterschied könne man extrem merken. 

Beim Fleisch kommt es vor allem auf den richtigen Schnitt an – und der ist in Brasilien, Argentinien oder Spanien jeweils anders. „Wir kaufen unser Rindfleisch bei einem irischen Fleischhändler, der viele churrascarias in Europa beliefert“, so Rufo. Da gibt es picanha (Schwanzstück), alcatra (Teil der Hüfte), maminha (Bürgermeisterstück), Entrecôte und Rippchen. Dazu ein besonderes Fleisch, cupim. Dies stammt vom Höcker des Nelore-Rinds, das zur Zebu-Rasse gehört, und gilt als saftig-zarte Spezialität. Es kommt direkt aus Brasilien, da es in Europa keine derartigen Tiere gibt.

Bis auf eine Ausnahme sind alle Griller und Köche ebenfalls aus Brasilien, doch Ferrer ist selbst eine gute und engagierte Köchin und kontrolliert alle Speisen, „denn für uns sind die Qualität eines Buffets und dessen Auswahl mindestens ebenso wichtig wie das Fleisch.“ („Fleischrunde“: Mo.–Do. mittags und abends, Fr. mittags 17,90 Euro. Fr. abends sowie Sa. und So. 25,90 Euro, Kinder bis 10 Jahre 10,90 Euro). Dazu kommen Desserts wie Maiskuchen mit Kokos, Maracuja-, Mango- oder Papaya-Mousse sowie brigadeiro de cuchara (Trüffelpralinencreme) und exotische Fruchtsäfte etwa mit Guayaba, Guanabana, Acerola, Mango oder Limone (Desserts 8 Euro, Säfte 5,40 Euro) 

Mindestens ebenso wichtig für wahre Brasilianer ist auch die Musik, der Rhythmus. Jeden Donnerstagabend ab 21 Uhr erklingt Bossanova mit dem Sänger und Gitarristen Pedro Rosa. Am Samstag, den 15. Juli, wird der Solo-Entertainer durch weitere Musiker und Sänger ergänzt. Und dann greift Ferrer, die jahrelang in ihrer Jugend als professionelle Tänzerin gearbeitet hat, auch gerne selbst zum Mikrofon und singt.

 

Martina Zender

Übersicht: Restaurants auf Mallorca

(Stand: Juni 2017)

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Provinz: Mallorca - Zeitung | Ort: Palma