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Chapeau 1987: Barkultur in Palma

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Chapeau 1987: Barkultur in Palma

Paseo Mallorca, 24, Palma
Palma - Illes Balears - Mallorca

Tel.: +34 971-72 21 75

Man sitzt an der Theke, das Licht ist gedimmt, Jazzmusik erklingt und man beobachtet den Barkeeper, wie er gekonnt einen Cocktail mixt ....

Es gibt Bars, da geht man hin, weil man Durst hat und etwas trinken will. Und es gibt Bars, da bekommt man zwar auch seine Drinks, aber dort geht es auch um Kultur, um Barkultur: Vor der Theke trinkt man nicht einfach, sondern man genießt Drink und Ambiente, probiert aus, diskutiert mit dem Barmann. Bars, die Toleranz und  Weltoffenheit signalisieren, gleichzeitig aber auch Ort für ein niveauvolles, geselliges Miteinander sind –ein öffentliches Wohnzimmer quasi. Nur wenige Bars erfüllen diese Kriterien.

 

Auf Mallorca sind dies beispielsweise das El Barito, The Art Bar im Hotel Convent de la Missió, der Brassclub oder das Chapeau 1987, die Schwesterbar vom beliebten Ginbo. Das renovierte und umgestaltete Chapeau 1987 wurde im Mai vorigen Jahres vom Ginbo-Besitzer Santiago Cebrián in Kooperation mit seinem Partner Matías Iriarte eröffnet. Letzterer ist gleichzeitig auch Manager von beiden Bars.

    

Wer das Chapeau betritt, kommt in eine andere Welt, gepflegt, viel Holz, klassische, fast englische Optik, elegant und trotzdem Wohnzimmer-Gemütlichkeit. Eine Welt, in der die Barkeeper oder Barmänner auch Mixologen genannt werden. Automatisch senkt man die Stimme und erfreut sich derweil am Lesen der Karte.

 

Da gibt es eine üppige Whisky-Auswahl, etliche traditionelle Cocktails, angefangen beim –so heißt es –ältesten Cocktail der Welt, einem Old Fashioned, bis hin zu einem modernen Klassiker, dem Penicillin, und eine Auswahl kreativer Mixturen, die Namen tragen wie Salma Hayek (mit Tequila), Green & Dandy (mit Brandy) oder Monkey Meal (mit Whisky).

Ebenso wie man beim Restaurantbesuch auf die Qualität der Produkte, möglichst sogar lokalen Ursprungs, Wert legt, spielen diese Kriterien auch beim Barbesuch eine Rolle. Premiummarken sind die Basis, selbst angerührte Zutaten wie Sirups oder Essenzen sind angesagt, und sogar das Eis ist nicht nur einfach gefrorenes Wasser. 

Im Chapeau 1987 wird aus Osmose-Wasser ein großer Eisblock gefroren. Der wird vor den Augen der Gäste mit einem dicken Messer und einem Hammer bearbeitet und in viele Einzelteile zerlegt, die dann wiederum mit dem Messer fast diamantförmig beschnitten werden, sodass sie knapp ins Glas passen. Je größer der Eiswürfel, desto langsamer schmilzt er und verwässert den Drink. Das Wichtigste hierbei ist der Abstand zwischen Eis und Glas. 

Die Technik stammt aus Japan und wird seit einiger Zeit auch in Europa in guten Bars praktiziert –so auch von den Barkeepern im Chapeau 1987 wie Iriarte, Borja Triñanes (er war früher im Brassclub) oder Charles Harrington (er war früher in der Misa Braseria).

 

Und eben diesedrei haben ihr Können auch jüngst spanienweit wieder unter Beweis gestellt, nachdem sowohl Iriarte (Sieger Bacardi Legacy 2017) als auch Triñanes schon mehrere Preise bei Barkeeper-Wettbewerben gewonnen hatten. Als balearische Equipe –zusammen mit drei anderen Barkeepern der Inseln –gewannen sie Ende September einen der renommiertesten Wett-bewerbe dieser Art in Spanien: den Spirit Essence Award (Siegprämie 15.000 Euro). Dafür wurden die sechs Besten der Region, die durch ein aufwendiges Examen ermittelt wurden (50 Fragen plus ein Blind-Tasting von Destillaten), zu einem von neun spanienweiten Teams geformt. Im Finale galt es sechs Aufgaben in jeweils sechs Minuten zu schaffen. So etwa zwei klassische Cocktails (Sieger Borja Triñanes), zwei kreative Cocktails (Sieger Charles Harrington) und möglichst viele Cocktails (Sieger Matías Iriarte mit elf Cocktails).

 

Iriarte, der einst als Spüler im Pacha angefangen hat und sich vom einfachen Kellner zum perfekten Mixologen und Mitbesitzer hochgearbeitet hat, hat auch für die Zukunft spannende Pläne: So wird bald eine neue Karte kreiert mit „balearischen Cocktails, doch dazu möchte ich noch nicht viel verraten“, und er wird bei der renommiertesten Gastromesse Spaniens, der Madrid Fusión, Ende Januar, gemeinsam mit Rafa Martín vom Brassclub „km 0 Cocktails“ präsentieren und an den Messetagen eine Pop-up-Bar eröffnen. Cheers!(Cocktails 8–12 Euro). MARTINA ZENDER

 

(Stand: Februar 2018)

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Provinz: Mallorca - Zeitung | Ort: Palma