Wandern

Den Berg des Philosophen beim Wandern auf Mallorca im Blick

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Algaida - Mallorca
Die leichte Wanderung beginnt beim Parkplatz gegenüber der Pfarrkirche der Kleingemeinde Randa, die zu Algaida gehört. Das Gotteshaus wurde in den Jahren 1765 bis 1770 zu Ehren des [..]

Die leichte Wanderung beginnt beim Parkplatz gegenüber der Pfarrkirche der Kleingemeinde Randa, die zu Algaida gehört. Das Gotteshaus wurde in den Jahren 1765 bis 1770 zu Ehren des katalanischen Philosophen und Theologen Ramon Llull errichtet. Llull hat ab 1275 als Eremit zeitweise in einer Höhle unterhalb des Puig de Randa, auf dem sich heute das Kloster Santuari de Cura befindet, gelebt. Der Gipfel des knapp über 540 Meter hohen Puig de Randa ist auf der Wanderung aus verschiedenen Perspektiven immer wieder sehr schön zu sehen. Randa war jedoch nachweislich schon viel früher besiedelt. So wurden bei archäologischen Funden Überreste aus der vortalaiotischen Zeit (2000 bis 1400 v. Chr.) sowie von den Römern und Puniern gefunden.

 

Die Mauren errichteten während ihrer Herrschaft auf Mallorca auf dem Puig de Randa ein Kastell. Auch die Quelle Font de Randa wurde von ihnen zur Bewässerung genutzt. Los geht also die Wanderung beim Parkplatz, bei dem man links auf den Carrer de l’Església einbiegt. Man passiert nach etwa 50 Metern die einstige Getreidemühle Molí d’en Xim und biegt etwa zehn Meter weiter bei dem Schild „Algaida“ rechts auf eine schmale Asphaltpiste ab. Diese führt leicht abwärts, wobei der Wanderer einen famosen Ausblick auf die Serra de Tramuntana mit dem Penyal des Migdia, den Puig Major, den Puig de Massanella, den Puig de n’Alí und den Puig Tomir hat.

 

Man passiert dann ein Pferdegestüt und gelangt danach zur Ma-5010. Hier fällt rechts etwa fünf Meter entfernt bei dem Schild „Antiga Parròquia de Castellitx (segle XIII)“ eine schmale Fahrbahn auf. Hier wird man später auf dem Rückweg wieder ankommen. Jetzt wird aber mit der gebotenen Vorsicht die Landstraße Ma-5010 gequert und danach geradeaus der Beschilderung „Carretera vella de Llucmajor, Accés 4“ gefolgt. Ein Flurweg führt dann an kleinen Steinschuppen vorbei zu einer Wegteilung, bei der rechts (weißer Pfeil auf einer Mauer) abzubiegen ist. Ein breiter Wirtschaftsweg verläuft nun zunächst eben, später leicht ansteigend nach oben. Rechts sind einige Anwesen und Felder mit Mandel-, Johannisbrot- und Olivenbäumen zu sehen.

 

Auf der linken Seite befinden sich Brombeerhecken, Mastix, Ginsterarten und dahinter ein lichter Kiefernwald. Rechts erheben sich der Puig de Randa (links) und daneben der Puig de Son Reus, der eine Höhe von fast 500 Metern hat. Schließlich wird rund 20 Minuten nach Tourstart das Eingangstor des Anwesens Es Pinaret Sabina erreicht. Die Architektur der Gebäude deutet darauf hin, dass es sich bei der Finca um einen neueren Bau und nicht um eine authentische mallorquinische possessió handelt.

 

Weiter geht es von dem Anwesen geradeaus auf einem breiten Weg leicht abwärts. Man passiert dann das Eingangstor der Possessió Es Pinaret, die bei einem Kiefernwald gelegen ist und die das ursprüngliche Es Pinaret ist. Der Wanderer ignoriert Abzweige und gelangt schließlich zu der Waldfinca Bellevue. Etwa 20 Meter weiter wird dann kurz vor der Landstraße Ma-5010 rechts auf einen Erdweg abgebogen und nach rund zehn Metern die Ma-5010 erreicht. Man quert mit Vorsicht die Landstraße und wandert bei dem Schild „Antiga Parròquia de Castellitx (segle XIII)“ geradeaus weiter. Eine schmale Asphaltpiste führt dann an wilden Olivenbäumen, Kiefern, Mastix, Doppeldolden-Wolfsmilch und Baumheide vorbei.

 

Man gelangt zu der finquita Ca’n Mateu und etwa zehn Meter weiter zu einer Wegteilung, bei der rechts abzubiegen ist. Die Piste links ist eine Sackgasse. Eine schmale Fahrbahn verläuft nun abwärts. Am Wegrand ist Wilder Fenchel, Wegwarte und Wilder Mangold, auch Wilde Rübe genannt, zu sehen. Rund 25 Minuten nach dem Anwesen Es Pinaret Sabina ist nach einem Stopp-Schild eine schmale Fahrbahn erreicht, auf die links (Schild „Algaida“) abgebogen wird. Der Camí de Castellitx führt dann immer geradeaus an einigen Anwesen vorbei. Schließlich wird nach rund einer Viertelstunde der llogarret Castellitx erreicht. Der Weiler war schon von den Römern besiedelt, die ihn Castellum, Festung, nannten. Viel später unterhielten die Mauren hier eine alquería, einen Gutshof. Die Kapelle Ermita de la Pau wurde nach der Eroberung Mallorcas 1229 durch König Jaume I. errichtet.

 

Das Minidorf besteht zudem aus dem Haupthaus Can Barra d’Or und den Nebengebäuden Castellitx de la Pau. In der neueren Zeit machte sich Castellitx einen Namen, weil seit 1968 jährlich die Kulturpreise der Gemeinde Algaida, die Premis Castellitx, vergeben werden. Die Preise werden in mehreren Kategorien verteilt und sollen die katalanische Sprache und Kultur fördern. Nach einer Pause, bei der man Richtung Nordosten den Ausblick auf die Halbinsel Ferrutx bei Artà und nach Süden auf die Serra de Galdent mit den Gipfeln Puig de ses Bruixes, Puig de Caret und Son Roig genießen kann, begibt man sich in 15 Minuten wieder zu dem Abzweig mit dem Stopp-Schild und folgt geradeaus dem Schild Randa.

 

Auch jetzt ist der Puig de Randa präsent. Man passiert dann Olivenhaine der Finca Treurer, die rechts der schmalen Fahrbahn liegen. Auf dem Anwesen werden exzellente Olivenöle produziert. Nach rund 15 Minuten ist dann die Ma-5010 erreicht, die man geradeaus nach etwa fünf Metern links wieder verlässt. Nun sind auf dem schon bekannten Hinweg noch rund fünf Minuten bis zum Ausgangspunkt, dem Parkplatz von Randa zu wandern.

Wegstrecke: 6,5 km (hin und zurück)

Nettogehzeit: rund 1 Std. 35 Min.

Höhenunterschied: nicht nennenswert

Schwierigkeitsgrad: **

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-15 und Ma-15 E nach Algaida. Dort auf der Ma-5010 Richtung Llucmajor bis kurz vor Kilometerstein 4, wo links die Straße nach Randa abbiegt.

Tourencharakter: Leichte Wanderung auf Asphalt und Waldwegen. Für Kinder geeignet. Ausrüstung: Leichte Wanderschuhe, Wasser, Proviant.

Einkehr: Lokale in Randa.

Karte: Pla de Mallorca, Costes de Llevant i Migjorn, Editorial Alpina, 1:50.000.

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