Wandern

Wanderung auf den Hohlmeißel bei Bunyola

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Bunyola - Illes Balears - Mallorca
Die leichte Wanderung beginnt unweit des Sóller-Tunnels an der Landstraße Ma-11 bei Kilometerstein 15,8. Hier zweigt links eine ­schmale Zufahrtsstraße zur Possessió s'Alqueria [..]

Die leichte Wanderung beginnt unweit des Sóller-Tunnels an der Landstraße Ma-11 bei Kilometerstein 15,8. Hier zweigt links eine ­schmale Zufahrtsstraße zur Possessió s'Alqueria d'Avall ab. An dieser Stelle befinden sich auch einige Schilder. Eines von diesen, „Camí particular, prohibido el paso", verbietet den Weiterweg, weil es sich um Privatgebiet handeln würde.

Von diesem sehr alten Schild darf sich der Wanderer jedoch nicht irritieren lassen. Selbst das Rathaus von Bunyola hat auf seiner Website die Wanderung auf die Sa Gúbia, den Hohlmeißel, empfohlen. Und das sicherlich in der Kenntnis, dass man sich bei dieser Tour auf dem öffentlichen Weg von Bunyola nach Vall­demossa befindet.

Der Wanderer kann also das Verbotsschild bedenkenlos ignorieren, zumal auf dem Gelände sämtliche Tore geöffnet sind. Auch mallorquinische Wandergruppen beachten dieses Schild nicht. Zwei weitere Schilder untersagen das Fahrradfahren und das Mitführen von Hunden. An diese Verbote hält man sich selbstverständlich. Los geht die Wanderung also auf der schmalen Piste, die dann nach etwa 50 Metern zur Possessió s'Alqueria d'Avall führt. Die erste urkundliche Erwähnung des Gutshofs datiert aus dem 16. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert war das Anwesen dann Schauplatz von Kämpfen zwischen zwei rivalisierenden Räuberbanden, den Bandejats dels Canavall und der Bàndol dels Canamunt.

Über die Jahrhunderte wechselten mehrmals die Besitzer. Aktuelle Eigentümerin ist Maria Rotger Salas, die Ehefrau von Gabriel Cañellas, dem Ex-Ministerpräsidenten der Balearen. Das stattliche Landgut wird als „Gran Possessió olivarera" bezeichnet, weil es auf Mallorca zu den größeren Anbaugebieten von Oliven zählt.

Vor dem Hauptgebäude zweigt links neben einer verwaisten Hundehütte ein Weg ab. Man passiert wenige Meter weiter ein zu öffnendes Tor, das wieder zu schließen ist. Auf einem Schild wird das Areal als Gebiet für die Hochwildjagd ausgewiesen. Links vom Tor befinden sich eine Werkstatt und die alten Stallungen des Gutshofs.

Weiter geht es auf der breiten Piste, die Camí de la Muntanya genannt wird und die sich in der Folge in 39 Serpentinen bis zum Sattel Coll de sa Gúbia emporwindet. Der Weg ist nach der Bergfinca La Muntanya benannt, die unterhalb des Coll de Raixeta liegt. Von diesem Sattel kann man auf dem öffentlichen Weg über die Possessió Pastoritx weiter bis nach Valldemossa wandern.

Der Camí steigt dann in Serpentinen mäßig an. Man passiert ein weiteres zu öffnendes Tor und gelangt danach zu einem überdachten aljub (Wassersammelbecken), in dessen Umgebung sich sehr hohe und prächtig gewachsene Kiefern befinden.

Weiter geht es auf der Karrenpiste, an dessen Seiten sorgfältig gepflegte Ölbaumplantagen zu sehen sind, die noch bewirtschaftet werden, wie an dem gepflügten Erdboden zu erkennen ist. Auch die Trockensteinmauern entlang des Camí sind vorbildlich instand gesetzt. Schließlich werden eine Zisterne und eine Steinhütte erreicht. Von dieser Stelle sind links und geradeaus die beiden ­bizarren Felskolosse Puig de son Poc und Puig de Son Nassi zu sehen. Nach Nordwesten bietet sich eine fantastische Aussicht auf den Puig d'en Bennassar, den Coll de Sóller, auf die beiden Gipfel Puig de Sant Pere und Puig del Rei en Jaume sowie die Gebirgskette Serra d'Alfàbia, die an ihren Antennen zu erkennen ist.

Der Camí de la Muntanya schlängelt sich dann weiter in Kurven nach oben. Der Wanderer passiert ein weiteres offenes Tor und gelangt kurz darauf zu einer Zisterne, einem Steinschuppen und einem ehemaligen Köhlerplatz. Die Gehzeit seit Tourstart hat rund 50 Minuten betragen.

Weiter geht es auf dem Karren­weg, der in langen Geraden und mauer­gestützten Kehren nicht allzu steil nach oben verläuft. Die Terrassen­landschaft mit Ölbäumen wird jetzt von einem Mischwald aus Kiefern und Steineichen abgelöst. Man bleibt beim Aufstieg immer auf der Hauptpiste und ignoriert Abzweige. Rund 30 Minuten nach dem Steinschuppen und dem Köhlerplatz sind ein überdachter aljub mit einer Zisterne und eine Steinhütte und kurz darauf der Coll de sa Gúbia erreicht.

Auf dem Sattel befindet sich ein Gedenkstein, der 1958 vom Foment del Turisme de Mallorca (Fremdenverkehrsverband Mallorcas) für Leandre Ximenis errichtet worden ist. Der Mallorquiner war in den 20er-Jahren Bergführer in der 1905 gegründeten Wandergruppe des Foment und ein ausgewiesener Kenner der Serra de Tramuntana.

Links bei dem Ehrenstein beginnt nach einigen Stufen ein felsiger und steiler Trampelpfad, der im Zickzack (Steinmännchen) hinauf zu einem Tor mit einer Eisenleiter verläuft. Dahinter steigt man auf einem Felspfad weiter auf und gelangt zunächst zu einer Schutzhütte und danach zu einem gemauerten Mirador mit einer Sitzbank. Beide sind nach Leandre Ximenis benannt. Auf dem Gipfel der Sa Gúbia, der auch Puig de s'Alqueria genannt wird, befindet sich in einer Höhe von 609 Metern eine geodätische Säule. Der Aufstieg vom Sattel unten hat rund zehn Minuten betragen.

Die Aussicht von hier ist famos: Weit im Norden sind der Puig de Massanella und der Puig de n'Alí zu erkennen. Im Süden breitet sich Palma mit seiner Bucht aus. An klaren Tagen ist sogar die Inselgruppe Cabrera auszumachen. Im Südwesten ragen die Berge Fita del Ram, die Mola de Planícia und der Puig de Galatzó empor.

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