Wandern

Zu den Cases de sa Costera über Gutshöfe mit Meerblick

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Eine Wanderung vom Mirador de ses Barques

Die leichte, aber längere Wanderung beginnt am Parkplatz des Mirador de ses Barques, auf dem ein Schild „Tuent, Sa Costera, Bàlitx“ rechts auf eine Steintreppe verweist. Nach der Treppe führt eine gepflasterte Piste steil aufwärts. Bald bietet sich nach Osten ein spektakulärer Ausblick auf die Serra de Son Torrella, die Serra d’Alfàbia, den Puig de l’Ofre und die beiden Cornadors. Auch ein herrlicher Blick in die Schlucht Barranc de Biniaraix und die terrassierten Olivenhaine von Fornalutx ist möglich. Auf der linken Seite ist tief unten die Bucht von Port de Sóller zu sehen.

 

Man bleibt dann bei einem Pfostenpfeil auf der Hauptpiste, durchschreitet später ein offenes Tor und gelangt danach zu einem breiten Weg und biegt hier rechts (Schild „Tuent, Sa Calobra“) ab. Der Karrenweg führt nun durch einen großflächigen Olivenhain mit teils knorrigen, uralten Ölbäumen. 

 

Sóller war einst neben Pollença das größte Olivenanbaugebiet in der Serra de Tramuntana. Die erste urkundliche Erwähnung der Produktion von Olivenöl stammt aus dem Jahr 1242. Es wurde auf dem Landgut Binibassi erzeugt, das heute zur Gemeinde von Fornalutx gehört. Im 17. Jahrhundert waren auf den Gutshöfen von Sóller 58 tafones, im 18. Jahrhundert schon 80 dieser Ölmühlen in Betrieb. Das Olivenöl war von sehr guter Qualität und wurde sogar nach Katalonien exportiert. Auch heute erhält in
Sóller erzeugtes Olivenöl exzellente Bewertungen.

 

Auf dem Karrenweg wird dann das Eingangstor der Possessió Bàlitx d’Amunt erreicht. Seit Tourstart sind rund 20 Minuten vergangen. Die Piste knickt jetzt bei dem Schild „Tuent, Sa Calobra“ rechts weg und verläuft dann talwärts. Blickt man geradeaus nach Nordwesten, sind links der Torre de na Seca und der markante Felsklotz Es Castellot, rechts die imposante Felsnase sa Moleta und die Muntanya de Montcaire zu sehen. Dazwischen liegt der Sattel Coll de Biniamar, zu dem später aufgestiegen wird.

 

Der Wanderer bleibt bei einem Pfostenpfeil auf dem Hauptweg und verlässt diesen später bei einem weiteren Pfostenpfeil. Eine gepflasterte Piste führt nun bald steil in einigen Kehren abwärts. Man gelangt schließlich zu der Quelle Font de Bàlitx und von dort (Steinmännchen, Pfostenpfeile) zu dem Anwesen Bàlitx d’Enmig, das man oben schon gesehen hat. Die Gehzeit von dem Tor des Gutshofes Bàlitx d’ Amunt hat rund eine Viertelstunde betragen.

 

Das Anwesen wurde vor vier Jahrzehnten wegen Unrentabilität aufgegeben und vor zehn Jahren von der Bankiersfamilie March gekauft und seitdem aufwendig restauriert. Die kostenintensiven Bauarbeiten sind aber bis heute noch nicht restlos abgeschlossen.

 

Weiter geht es von Bàlitx d’Enmig auf der breiten Piste (Pfostenpfeil), die in Kehren abwärts führt. Nach rund zehn Minuten wird dann bei einem Schild „Bàlitx d’Avall, Tuent, Sa Calobra“ rechts auf einen gepflasterten Pfad abgebogen, der sich nach einer Mauerbresche steil nach unten schlängelt (Steinmännchen). Nach einem Abstieg von rund einer Viertelstunde ist dann ein breiter Weg erreicht, auf dem man links wenig später zu dem Gutshof Bàlitx d’Avall gelangt, der schon seit vielen Jahren ein Landhotel ist.

 

Bei den Gebäuden des Anwesens verweist ein Schild „Sa Costera, Tuent“ nach rechts. Man quert dann auf einer Steinbrücke den Torrent de na Mora, folgt bald einem Pfostenpfeil und biegt danach bei dem Schild „Sa Costera, Tuent, Sa Calobra“ rechts auf eine gepflasterte Piste ab.

 

Der Steig schraubt sich dann in engen Kehren teils sehr steil nach oben (Steinmännchen, Pfostenpfeil). Schließlich wird rund 20 Minuten nach Bàlitx d’Avall eine Mauerlücke erreicht, hinter der man auf einem nicht mehr ganz so steilen Pfad (Steinmännchen) nach weiteren rund zehn Minuten zu einem breiten Weg gelangt (Schild „Sa Costera, Tuent“). Die sehr holprige Piste führt nun wieder deutlich steiler in rund zehn Minuten zu einer Weggabelung, bei der rechts (Pfostenpfeil) abzubiegen ist, und dann sogleich zum Coll de Biniamar, auf dem sich ein Mäuerchen befindet.

 

Hinter dem Sattel verläuft die Piste in Kurven steil abwärts. Man verlässt dann bei einem Pfostenpfeil und einer Steinpyramide den Hauptweg und gelangt sogleich zu einem Mauerdurchlass. Etwa zehn Meter weiter knickt die Route zur Cala Tuent bei einem Pfostenpfeil rechts weg. Der Wanderer biegt nun aber links bei zwei roten Markierungen auf einen Pfad ein. Dieser schlängelt sich in engen Kehren abwärts. Schließlich wird bei einem Steinmännchen eine Wegteilung erreicht, bei der die Route zu den Cases de sa Costera links verläuft. Rechts ist zehn Meter entfernt eine Abbruchkante zu sehen. Dabei handelt es sich um einen Mirador, von dem ein Tiefblick auf das Meer zu genießen ist. Links sind auch die Cases zu sehen.

 

Anschließend begibt man sich wieder zurück zu dem Steinmännchen, biegt nun rechts ab und erreicht nach wenigen Metern eine Mauerbresche (roter Punkt). Danach führt die steinige Piste weiter, teils steil abwärts. Nach einem weiteren Mauerdurchlass sind dann rund 25 Minuten nach dem Coll de Biniamar die Cases de sa Costera erreicht.

 

Der 150 Meter über dem Meer gelegene Hof ist einer der landschaftlich schönsten Plätze an der Küste zwischen Sóller und der Cala Tuent. In unmittelbarer Nähe präsentiert sich mit dem ebenfalls Sa Costera genannten Küstenstreifen ein weiteres Schmuckstück. Hier befinden sich einige Meter über dem Meer die Quelle Font des Verger und das alte Elektrizitätswerk Sa Fábrica. Auch die Fernsicht ist vom Feinsten: Der Blick schweift über den Torre de sa Mola de Tuent bis hin zum Puig Roig.

 

Von Roland Otto

 

Wegstrecke

 

12 km (hin und zurück)

 

Nettogehzeit

 

rund 4 Std. 15 Min.

 

Höhenunterschied

 

245 m

 

Schwierigkeitsgrad

 

**

 

* Spaziergang

** leichte Tour 

*** mittelschwer

**** anspruchsvoll

 

***** sehr schwierig 

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-11 nach Sóller, dort auf der Ma-10 Richtung Kloster Lluc bis zum Mirador de ses Barques (kurz nach km 45).

Tourencharakter: Leichte Wanderung auf breiten Wegen und steinigen Pfaden. Drei längere Anstiege verlangen aber eine gute Kondition. Bei dem ungesicherten Mirador oberhalb von Sa Costera sollte man schwindelfrei sein. Rückweg auf der Hinroute. 

Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant.

Einkehr: Landhotel Bàlitx d’Avall. Man erreicht das Anwesen auf einem Weg, der bei einem Findling mit der Schrift „Agroturisme Bàlitx d’Avall“ etwas oberhalb der Häuser abzweigt.

 

Karte: Tramuntana Central, Editorial Alpina, 1: 25.000. 

 

Diese Wanderung wurde am 19.04.2018 veröffentlicht. Die Vorstellung der Route erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen des Autors. Die Benützung geschieht auf eigenes Risiko. Soweit gesetzlich zulässig, wird eine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art aus keinem Rechtsgrund übernommen.

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