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Tour in Zentral-Mallorca: Überraschung bei Algaida

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Algaida - Mallorca

 

Eine mittelschwere Wanderung auf den 419 Meter hohen Puig de Galdent

 

Mallorca ist immer wieder für Überraschungen gut. Die Serra de Galdent  gehört dazu. Der Gebirgszug liegt im südöstlichen Teil des Pla de Mallorca und ist von weiten Ebenen umgeben. Auf der selten begangenen Route auf den Hauptgipfel Puig de Galdent findet man Ruhe und Abgeschiedenheit.

 

 

Eine dieser Touren führt auf den 419 Meter hohen Puig de Galdent. Die mittelschwere Wanderung beginnt am Ortsanfang von Algaida in der Carrer del Sol, an deren Ende man nach der restaurierten Windmühle Molí d‘en Roig zu einer Wegkreuzung gelangt. Hier biegt man links in den „Camí de Son Miquel Joan“ (Beschilderung) ab. Die schmale Straße führt durch ein fruchtbares Kulturland mit Mandel-, Johannisbrot- und Feigenbäumen, auf dem sich auch einige Anwesen mit gepflegten Gärten und kleineren Zitrushainen befinden. Halb rechts ist der Puig de Galdent zu sehen.

 

 

Rund zehn Minuten nach Tourstart ist der nicht mehr bewirtschaftete Gutshof Ca‘n Borràs erreicht. Das Anwesen muss einst über große Wasservorkommen verfügt haben, wovon eine Mühle und Wasserrinnen, sequías, zeugen. Auch ein aljub, Wassersammelbecken, ist vorhanden. Mit dem kostbaren Nass wurden Getreidefelder und Gemüsegärten versorgt. Auffallend sind die vielen Feigenkakteen auf dem Gelände, die dicht gedrängt neben hohen Schilfarten, Ulmen, Kiefern, Steineichen und knorrigen Olivenbäumen stehen. Völlig überraschend findet der Wanderer in einem Dickicht auch ein abgestelltes Autowrack vor. Aus dem Oldtimer wurden fast alle brauchbaren Einzelteile ausgebaut.

 

 

Ein früherer Eigentümer von Ca‘n Borràs war in den 30er Jahren ein Mitbegründer der Bodega „Vins Amengual“ in dem Dorf Pina, das zu Algaida gehört. Die Bodega vertreibt heute jährlich knapp über eine Million Liter Tischwein, den sie von Erzeugern bezieht und in Flaschen und Fünf-Liter-Glasballons abfüllt.

 

 

Weiter geht es dann von Ca‘n Borràs auf der Fahrbahn, die nach etwa 50 Metern links (roter Pfeil an einer Steineiche) verlassen wird. Ein asphaltierter Flurweg führt nun am Eingangstor des herrschaftlichen Anwesens Na Llenderina vorbei. Die Auffahrtsallee zu der großen Villa, die neueren Baudatums ist, wird von zahlreichen Palmen der Art Washingtonia filifera gesäumt.

 

 

Kurz darauf wird das Eisentor der Finquita de s‘Heretat passiert. Diese possessió wurde – zusammen mit anderen Gutshöfen – schon von den Mauren in der Zeit ihrer Herrschaft auf Mallorca als Alquería de Punxuat gegründet. Im 16. Jahrhundert befand sie sich im Besitz des Senyors Hereu, aus dessen Familienname sich der Namen Heretat ableitet.

 

 

Der Wanderer kommt an bewirtschafteten Feldern und einem Kiefernwäldchen vorbei und gelangt dann zu einer Wegteilung, bei der er rechts auf dem Hauptweg bleibt (roter Pfeil an einem Mauerpfeiler). Danach wird eine großes Weinfeld erreicht. Die schmale Fahrbahn führt dann zu den Cases de Son Roig. Auch hier und in der näheren Umgebung befinden sich weitere Weingärten. Die Reben gehören zu dem Weingut Ca‘n Majoral, das in Algaida seinen Sitz hat.

 

 

Das heute noch bewirtschaftete Anwesen, das an einer zu einer Scheune führende Steintreppe zu erkennen ist, gehörte einst ebenfalls zur Alquería de Punxuat. Der Mittelteil der Cases de Son Roig ist mit großen Blöcken aus Marès aufwendig restauriert worden. Auch ein Wein aus der Kelterei Ca‘n Majoral trägt den Namen „Son Roig“.

Von den Cases gelangt man dann nach etwa 100 Metern zu einer Wegteilung, bei der rechts abzubiegen ist. An dieser Stelle befindet sich auch ein Verkehrsschild, das geradeaus auf eine Sackgasse hinweist. Rechts also wandert man auf einem Flurweg parallel eines Zaunes weiter, der dann zu dem Eingangstor des Anwesens Recó de s‘Heretat führt. 

 

 

Die Piste knickt nun links ab. Ein zehn Meter weiter folgender rechter Abzweig wird ignoriert. Nach etwa 100 Metern gelangt man dann an eine Stelle, bei der rechts zwei Steinmännchen und ein roter Klecks auf einen breiteren Waldpfad verweisen. Die Gehzeit von Ca‘n Borràs bis hier hat rund 35 Minuten betragen.

 

 

Der Pfad verläuft dann parallel einer Mauer durch einen lichten Kiefernwald leicht ansteigend aufwärts, wobei rote Markierungen zu finden sind. Nach etwa 500 Metern knickt die Piste bei einem Steinmännchen rechts weg. Der nun folgende steinige Pfad führt durch eine bewaldete Senke zunächst moderat ansteigend aufwärts. Steinmännchen und rote Kleckse dienen als Wegweiser. Schließlich wendet sich der Pfad bei einer Steinpyramide nach links. Man erklimmt ohne Probleme (rote Punkte) einen Felssteig, wobei die Gehzeit von dem Abzweig bei der Mauer rund 20 Minuten betragen hat.

 

 

Danach schraubt sich der steinige Steig in engen Kehren teils sehr steil nach oben. Dabei sind auch einige kurze, flache Fels-passagen zu bewältigen. Durchgehend vorhandene Steinmännchen zeigen jedoch die sicherste Aufstiegsroute. Schließlich ist rund 50 Minuten nach dem Felssteig der Gipfel erreicht, auf dem die einst errichtete Vermessungssäule nicht mehr vorhanden ist.

 

 

Aus fast 420 Meter Höhe ist der Panoramablick famos. So kann bei Colònia de Sant Jordi der Archipel Cabrera erblickt werden. Im Norden und Nordosten sind das Cap de Formentor und die Halbinsel Sa Victòria auszumachen. Von der Mola de s‘Esclop tief in Südwesten schweift der Blick über den Puig de Galatzó, den l‘Ofre, Puig Major und Massanella bis hin zum Tausender Puig Tomir.

 

 

Wegstrecke: 9 km (hin und zurück)

 

 

Nettogehzeit: rund 2 Std. 45 Min.

 

 

Höhenunterschied: 220 m

 

 

Schwiereigkeitsgrad: ***

 

 

 

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-19 bis Llucmajor und dann auf der Ma-5010 nach Algaida. Am Ortseingang nicht rechts die Umgehungsstraße benutzen, sondern geradeaus 100 Meter bis zu einer Einbahnstraße fahren. Hier biegt links die Carrer del Sol ab. Parkplätze in der Straße vorhanden.

 

 

Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf Asphaltpisten, Forstwegen und steinigen Trampelpfaden. Bei Gipfelanstieg und -abstieg ist absolute Tritt-sicherheit notwendig. Besonders bei Nässe ist große Vorsicht geboten. Rückweg auf der Hinroute.

 

 

Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant.

 

 

Einkehr: In Algaida gibt es diverse Lokale.

 

 

 

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