Wandern

Tour ganz im Westen: Zum Balkon des Mittelmeers

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Andratx - Mallorca

 

Eine Wanderung von Sant Elm zum Trappistenkloster La Trapa 

ROLAND OTTO

Die mittelschwere Wanderung startet in Sant Elm bei der Plaça de Mossén Sebastià Grau, bei der die Avinguda de la Trapa beginnt. Die Asphaltpiste geht dann in den Forstweg Camí Ca‘n Tomeví über, der sanft ansteigend nach oben verläuft. Man bleibt immer auf dem Hauptweg und gelangt rund eine Viertelstunde nach Tourstart zu dem verlassenen Waldhaus Ca‘n Tomeví, bei dem der verwilderte Garten mit Agaven, Feigenkakteen, Zistrosen und hohen Kiefern auffällt.

 

Bei Ca‘n Tomeví befindet sich eine Weggabelung. Links verweist ein Schild „Torre“ auf die Route zum Wachturm oberhalb der Cala en Basset. Geradeaus signalisiert ein Holzpfosten mit der Schrift „La Trapa“ die Aufstiegsvariante zu La Trapa. Auf dieser Route wird man später auf dem Rückweg vom Kloster absteigen. Rechts verweist gegenüber dem Schild „Camí Ca‘n Tomeví“ eine rote Markierung auf eine breite Erdpiste. Der Weg führt nun leicht ansteigend aufwärts. Bald ist einem Schild zu entnehmen, dass man sich auf dem „Camí Punta de sa Galera“ befindet.

 

Der Wanderer kommt an dem Eingangstor eines Anwesens vorbei, ignoriert dann einen linken Abzweig und erreicht danach eine Weggabelung, bei der nun links (Steinmännchen) abgebogen wird. Eine breite Waldpiste verläuft dann auch in Kehren nach oben, wobei man immer auf dem Hauptweg bleibt. Nach einer Stein­pyramide wird die jetzt ebene Piste schmaler, und man gelangt rund eine Viertelstunde nach Ca‘n Tomeví zu einem breiten Wirtschaftsweg und biegt dort links ab (Steinmännchen). Die Piste schraubt sich jetzt in langen, steilen Kehren aufwärts.

 

Man erreicht eine über den Weg hängende Eisenkette und ein Willkommensschild „Reserva Biològica, La Trapa“, und nach einem weiteren steilen Anstieg eine kleine Steinhütte mit einer Plattform, von der eine famose Aussicht auf den Puig de Farineta und das Meer bei der Cala es Conills zu genießen ist. Weiter geht es von der Hütte in jetzt noch steileren, mauergestützten Kehren zu dem Coll de ses Ànimes, der auch als Collet de La Trapa bezeichnet wird. Die Gehzeit von dem Abzweig auf den breiten Wirtschaftsweg bis hier hat rund 40 Minuten betragen. Von dem Sattel führt die Piste in Kurven steil abwärts. Dabei sind noch die verheerenden Folgen des Waldbrands zu sehen, der sich Ende Juli 2013 im Südwesten der Insel ereignet hat. Rechts und links des Weges befinden sich auf den Abhängen und im Tal Vall d‘en Josep noch die verkohlten Baumgerippe von jungen Kiefern, die allesamt wiederaufgeforstet worden waren.

 

Schon im Juni 1994 hatte sich auf dem Gebiet von La Trapa ein Feuer ereignet, das fast den kompletten Bestand von Bäumen, Sträuchern und anderen Pflanzen vernichtet hat. Man kommt dann oberhalb des Klosters an einem linken Abzweig mit der Beschilderung „Sant Elm“ vorbei. Von hier wird später der Rückweg nach Sant Elm erfolgen. Doch zunächst steigt der Wanderer weiter zu La Trapa ab, wobei die Gehzeit von dem Coll de ses Ànimes rund eine Viertelstunde betragen hat. In dem Kloster haben sich von 1810 bis 1820 Mönche des Ordens der Trappisten aufgehalten. Don Pedro Roig, der Besitzer des Geländes und Domherr der Kathedrale von Palma, finanzierte den Ordensbrüdern den Bau von Unterkünften, Arbeitsstätten, einer Getreidemühle und einer Kapelle. Die Mönche lebten in strenger Askese und ernährten sich autark. Sie bauten Gemüse, Getreidearten und Obst an.

 

Seit 1980 gehört La Trapa der Umweltgruppe Gob und ist Naturschutzgebiet. Von der Aussichtsplattform von La Trapa bleibt aus 270 Metern Höhe der grandiose Ausblick auf die Insel Dragonera mit ihrem markanten Hauptgipfel Na Pòpia wie ein Foto im Gedächtnis haften. Tief unten liegen die Cala en Basset und der Wachturm über der Bucht. Vom Mirador mit seiner gemauerten Brüstung hat man aber auch einen wunderschönen Blick auf das Tal Vall de Sant Josep, die gemauerten Terrassen und auf die spitzen Zinnen der Puntals de la Trapa. Nach einer ausgedehnten Pause begibt man sich wieder zurück zu dem Abzweig mit dem Schild „Sant Elm“ und biegt dort rechts ab. Der Wanderer befindet sich jetzt auf einem Abschnitt des GR 221, obwohl keine Markierungen oder Schilder darauf hinweisen. Kurz darauf ist ein Zaun auf einer Leiter zu übersteigen.

 

Danach führt ein steiler, steiniger Pfad in rund fünfzehn Minuten hinauf zu einem Sattel, auf dem ebenfalls ein Willkommensschild „Reserva Biològica, La Trapa“ steht. Danach folgt mit einem Kletterabstieg der schwierigste Abschnitt dieser Wanderung. Dabei muss man sich unbedingt an die mit vielen Steinmännchen und auch roten, grünen und gelben Klecksen versehene Route halten. Der sehr steile Abstieg verläuft zunächst auf einem felsigen Pfad, dann durch einen engen Felskamin mit Trittsteinen und danach wiederum auf einem steilen, steinigen Pfad abwärts.

 

Nach dieser schwierigen Strecke wird eine steinige Piste erreicht. Diese führt zunächst in ständigem Ab und Auf und später in Kehren teils steil nur noch talwärts. Dabei folgt man den durchgängig vorhandenen Steinmännchen und auch einigen roten Markierungen. Schließlich wird in rund 45 Minuten nach dem Sattel mit dem Willkommensschild ein breiter Weg mit zwei Mauerpfeilern erreicht. Hier ist links und sofort rechts (roter Punkt, Steinmännchen) auf einen Waldweg einzubiegen, der in rund fünfzehn Minuten wieder zur Finca Ca‘n Tomeví führt. Nun ist auf dem Hinweg noch rund eine Viertelstunde bis Sant Elm zu wandern.

 

Wegstrecke 9 km (hin und zurück)

 

Nettogehzeit rund 3 Std.

 

Höhenunterschied 350 Meter

 

Schwierigkeitsgrad ***

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-1 nach Andratx. Dort weiter auf der Ma-1030 bis Sant Elm. Nach der Ortseinfahrt rechts in die C/. Mossén Joan Ensenyat abbiegen. Dann der Beschilderung „Sa Torre de Cala Embasset, La Trapa“ bis zur Plaça de Mossén Sebastià Grau folgen.

 

Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf Asphalt, breiten Wegen, steinigen Pfaden und über Fels. Beim Kletter­abstieg oberhalb von La Trapa ist absolute Trittsicherheit notwendig. Es muss unbedingt der markierten Route gefolgt werden. Da man beim Abstieg auf Wanderer treffen kann, die in Gegenrichtung aufsteigen, kann im Fels ein Stau entstehen. Auch in diesem Fall ist ein umsichtiges Absteigen selbstverständlich.

 

Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant.

 

Einkehr: Lokale in Sant Elm.

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