Wandern

Tour bei Caimari: Allein unter Bergziegen

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Inca - Mallorca


Eine anspruchsvolle Wanderung auf den Puig de n‘Alí über den Coll de sa Línea

ROLAND OTTO

Der Tausender Puig de n‘Alí heißt übersetzt „Berg des Flügels“. Es ist nicht überliefert, ob der Name sich vielleicht von den riesigen Flügeln der Mönchsgeier, die hier ihren Lebensraum haben, ableitet. Sicher ist jedenfalls, dass man vom Gipfel eine traumhafte Fernsicht hat und – im Gegensatz zum benachbarten Puig de Massanella, den ganze Wanderkolonnen besteigen – mit sich und den Bergziegen meist allein ist.

 

Die anspruchsvolle Wanderung beginnt am Coll de sa Batalla. Dort gibt es für Wanderer insofern eine erfreuliche Neuigkeit, als sie nun auf einem eigens neu eingerichteten Gehweg am Straßenrand der Ma-2130 über die Brücke, die über den Torrent de Comafreda führt, rund 100 Meter in Richtung Caimari gehen können. Man biegt dann bei einem Schild „GR 222, Caimari“ rechts ab.

 

Der GR 222 ist der Langwanderweg, der vom Kloster Lluc über Inca nach Artà verläuft. Ein breiter Karrenweg führt nun leicht ansteigend nach oben. Man passiert die Quelle Font des Guix und gelangt dann zu einer Weggabelung. Hier verweist geradeaus ein Pfostenpfeil auf die Route nach Caimari. Diese Stelle merkt der Wanderer sich, weil er von hier später nach Caimari absteigen wird. Zuerst aber ist scharf rechts (Steinmännchen) abzubiegen.

 

Der Wirtschaftsweg steigt dann deutlich steiler in einigen Kurven an und führt zu einem Tor mit einer Holzleiter. Hier kassiert ein Angestellter des Landguts Comafreda eine Maut (siehe Infokasten unten). Ein Schild weist darauf hin, dass bei dieser Wanderung Hunde nicht mitgeführt werden dürfen. Weiter geht es auf der breiten Piste geradeaus, wobei man in der Folge immer auf dem Hauptweg bleibt. Schließlich wird ein Mauerdurchlass erreicht, bei dem sich rechts die Cases de Coma­freda befinden. An dieser Stelle ist ein linker Abzweig zu ignorieren und geradeaus einem roten Pfeil zu folgen.

 

Eine breite Piste führt nun immer geradeaus, erst eben, später dann steil zu einer weiteren Mauerbresche und danach zu einer Weggabelung, wobei die Gehzeit seit Tourstart rund 30 Minuten betragen hat. Hier folgt man nun links dem Schild „Puig“, womit der Puig de Massanella gemeint ist. Ein breiter Weg verläuft durch den Bosc de Massanella erst leicht, später in Kurven steil aufwärts in rund 25 Minuten zum Coll de sa Línea. Auf dem Sattel stehen zwei Dreikantsteine. Rechts beginnt die Aufstiegsroute auf den Puig de Massanella, geradeaus der Abstieg nach Mancor de la Vall. Links verweisen mehrere Steinmännchen und rote Kleckse auf einen Pfad, auf dem der Aufstieg zum Puig de n‘Alí beginnt.

 

Der in der Folge durchgehend sehr steinige Steig knickt dann nach wenigen Metern links ab (Steinmännchen) und windet sich im leichten Zickzack von steil bis sehr steil durch einen lichten Kiefernwald aufwärts. Dabei zeigen regelmäßig vorhandene Steinmännchen und rote Punkte die Route. Nach einem rund 45-minütigen, anstrengenden Aufstieg ist dann ein Sattel mit einer Steinpyramide erreicht. Hier folgt man nun links blauen und roten Klecksen sowie Steinmännchen, erreicht dann eine etwa ein Meter hohe Felsrampe (roter Punkt), steigt diese empor und gelangt nach wenigen Metern auf den Gipfel.

 

Der Aufstieg vom Sattel hat rund fünf Minuten betragen. Der Gipfelkamm des 1.038 Meter hohen Puig de n‘Alí besteht aus mehreren Zinnen und meter­hohen Felsbrocken. Der Panorama­blick von hier oben ist grandios. Gegenüber türmt sich das Massanella-­Massiv auf. Im Westen und Nordwesten sind der Puig Caragoler des Guix, Puig d‘en Galileu, Puig Caragoler de Femenia und Puig Tomir zu erkennen, im Norden ragen die Halbinseln sa Victòria und Ferrutx mit ihren markanten Gipfeln weit ins Meer hinaus. Im Süden erkennt man Palma, tief im Südwesten den Puig de Galatzó.

 

Nach einer ausgedehnten Pause steigt man auf der sehr steilen Piste mit großer Konzentration in rund 45 Minuten wieder zum Coll de sa Línea ab und wandert dann auf dem Hinweg in weiteren rund 45 Minuten zu dem Abzweig mit dem Pfosten­pfeil, den man sich beim Hinweg gemerkt hat, und biegt rechts ab. Eine breite Piste führt nun zu der Bauruine Cases del Guix und von dort leicht ansteigend zum Felsdurchbruch Bretxa Vella. Von dort verläuft rechts eine gepflasterte Piste abwärts. Man kommt dann an einem Mirador vorbei, bei dem sich ein Steinbank befindet.

 

Hier hat der Wanderer eine wunderbare Aussicht auf den Gebirgszug Serra de Calicant bei Sant Llorenç des Cardassar. Schließlich wird eine Weggabelung erreicht, bei der rechts (Schild „GR 222, Caimari“) abgebogen wird. Der breite Weg führt dann nach einem kurzen Anstieg zu einem Sattel und schlängelt sich danach in Kehren teils sehr steil abwärts. Man folgt dabei bei Abzweigen den Pfostenpfeilen und erreicht ein Tor mit einer Leiter, steigt links (Beschilderung) zu einer Unterführung ab, durchschreitet diese und gelangt geradeaus (Pfostenpfeil) zu einem Picknickplatz.

 

Ein Pfad führt dann zum Eingangstor der Bergfinca Son Canta, bei der rechts (Pfostenpfeil, Schild „GR 222, Caimari“) abzubiegen ist. Die Gehzeit von dem Abzweig oben mit dem Pfostenpfeil, den man sich gemerkt hat, beträgt rund 50 Minuten. Eine gepflasterte Piste verläuft nun in einigen Kehren steil nach unten. Bei Kilometerstein 9 ist die Ma-2130 zu queren (Schild) und danach auf einem Waldweg (Beschilderung, Pfostenpfeile) eine Plattform erreicht. Von hier sind geradeaus am Rand der Ma-2130 noch etwa 300 Meter bis zum Ortseingang von Caimari zu wandern, wobei die Gehzeit von Son Canta rund 25 Minuten betragen hat.

 

Wegstrecke 14 km (hin und zurück)

 

Nettogehzeit rund 4 Std. 30 Min.

 

Höhenunterschied Aufstieg: 460 m

 

Abstieg: 850 Meter Schwierigkeitsgrad ****

 

Anfahrt von Palma: Vom Busbahnhof an der Plaça d‘Espanya mit dem Bus L 330 zum Coll de sa Batalla. Rückfahrt von Caimari mit dem Bus L 330. Die Haltestelle befindet sich am Ortsausgang Richtung Inca bei einem Wegkreuz. Abfahrtszeiten: tib.caib.es

 

Tourencharakter: Anspruchsvolle Wanderung auf breiten Wegen und steinigen Pfaden. Beim sehr steilen Aufstieg auf den Puig de n‘Alí ist gute Kondition, beim Abstieg vom Gipfel absolute Trittsicherheit notwendig. Die Maut beträgt für Residenten der Balearen 4 Euro, für Nicht-Residenten 6 Euro, für Kinder unter 12 Jahren 2 bzw. 3 Euro.

 

Ausrüstung: Belastbare Wanderstiefel, Wasser, Proviant.

 

Einkehr: Lokale in Caimari.

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