Wandern

Tour im Westen: Kleiner Vorgeschmack auf den Sommer

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Andratx - Mallorca

Eine leichte Wanderung bei Port d‘Andratx zur Naturbucht Cala d‘Egos

ROLAND OTTO

 

Die leichte Wanderung beginnt gegenüber der Einfahrt des Club de Vela, des Sporthafens von Port d‘Andratx, in der Avinguda de Gabriel Roca i Garcías. Dort zweigt rechts die C/. Aldea Blanca ab. Diese verläuft leicht ansteigend nach oben bis zu einer Weggabelung, bei der links in die C/. Cala d‘Egos abgebogen wird.

 

Die Straße knickt dann nach etwa 150 Metern auf Höhe der C/. del Ramat rechts weg. Die neu asphaltierte Piste führt (Schild „s‘Elm“) in Richtung eines Kiefernwäldchens. Der Wanderer kommt bei einer langen Trockensteinmauer an der Zufahrt zu der neuen Urbanisation „Sa Muntanya Estate“ vorbei, in der vier neue, herrschaftliche Villen errichtet werden.

 

Von der Fahrbahn wird dann in einer Linkskehre bei einer Steinpyramide rechts auf einen steilen, holprigen Pfad abgebogen, auf den nach rund 20 Metern wieder die Asphaltpiste erreicht ist. Diese ist dann nach wenigen Schritten rechts (Steinmännchen) wieder zu verlassen. Der Wanderer gelangt nun auf einem steinigen Pfad wieder zu der Straße, steigt auf dieser weiter auf, passiert die Reste eines Kalkofens und biegt dort rechts (Steinmännchen) auf einen muldigen Pfad ab.

 

Der Steig führt nun durch einen lichten Kiefernwald mit einem Unterholzgemisch aus Rosmarin, Zwergpalmen und Mastix teils sehr steil nach oben, wobei Steinmännchen und auch rote Kleckse die Richtung zeigen. Man gelangt dann zu einem kleinen Abhang, biegt vor diesem rechts und wenige Schritte weiter links (rote Kleckse) ab.

 

Ein steiniger Pfad, später ein Weg führen dann wieder zu der Fahrbahn, die gequert wird. Geradeaus (Steinmännchen) steigt man auf einem steilen Weg weiter auf, biegt dann nach etwa 20 Metern rechts (Steinmännchen) auf einen Waldweg ab, und gelangt dann links sogleich auf den Coll des Vent. Die Gehzeit seit Tourstart hat rund 30 Minuten betragen. Auf „dem Sattel des Windes“ stehen direkt nebeneinander zwei Kalköfen, was nach Kenntnis des Autors auf Mallorca einzigartig ist.

 

In der Regel haben die Kalkbrenner nur einen Kalkofen betrieben. Auf dem Coll des Vent befindet sich auch eine Wegkreuzung, auf der der linke Abzweig (Steinmännchen) genommen wird. Geradeaus führt die Route weiter nach Sant Elm, wobei man aus der Gegenrichtung später auf dem Rückweg hier wieder ankommen wird. Weiter geht es vom Coll also links auf einer breiten Piste, die nun meerwärts in Richtung der Bucht Cala d‘Egos führt und bei einem Steinmännchen sogleich nach rechts wegknickt.

 

An dieser Stelle ist der Leuchtturm Far de Llebeig auf der Insel Dragonera zu sehen. Man erreicht dann eine Weggabelung und folgt dort geradeaus einem Steinmännchen und ignoriert den linken Abzweig. Die Piste führt nun wieder leicht nach oben, wobei links unten die Cala d‘Egos zu sehen ist. Der breite Weg schlängelt sich dann in steilen Kehren wieder talwärts. Rund eine Viertelstunde nach dem Coll des Vent ist eine Weggabelung erreicht, bei der links (Steinmännchen) abgebogen wird.

 

Diese Stelle merkt man sich, weil später geradeaus der Rückweg nach Port d‘Andratx verlaufen wird. Eine holprige Piste führt dann durch die Senke Comellar de Cala d‘Egos in Kurven steil abwärts. Rechts sind auf bis zu 100 Meter hohen Abhängen Reste von Terrassenmauern zu sehen, auf denen vor Jahrzehnten Landwirtschaft betrieben wurde. Auf den breiten Wegen wurden Agrarprodukte transportiert, Kalkbrenner und Köhler nutzten ebenfalls die Pisten. Auch der Großschmuggler Juan Flexas Pujol aus Andratx, der bis 1974 Besitzer der Insel Dragonera war, ließ auf diesen aufwendig erbauten Wegen seine Schieberware zur Cala d‘Egos transportieren.

 

Von dieser Bucht und von der bei Dragonera liegenden Cala en Basset verschiffte Flexas mit einer großen Flotte Tabak, Kaffee, Medikamente, Alkohol und Bauholz nach Valencia und Katalonien. Die Route verflacht dann zunehmend. Schließlich ist nach rund einer Viertelstunde die Cala d‘Egos erreicht. Die Bucht mit einem Naturstrand aus Kieselsteinen ist von hohen Steilklippen umgeben. Wäre da nicht in der Ferne der abscheuliche Anblick der verbauten Halbinsel Cap de sa Mola bei Port d’ Andratx und von Bau­kränen, die von weiteren Baustellen künden, könnte man sich auf diesem wunderschönen Stück Erde rundum wohlfühlen.

 

Nach einer ausgedehnten Pause begibt man sich in rund 20 Minuten wieder zurück zu dem Abzweig, den man sich beim Hinweg gemerkt hat, und biegt dort links ab. Eine steile Piste führt nun durch die Senke Comellar de Cala d‘Egos aufwärts. Man erreicht dann in rund zehn Minuten eine Weggabelung, bei der sich rechts des Wegs ein Köhlerplatz befindet. Hier bleibt man geradeaus (rote Markierungen auf einem Stein und an einem Kieferstamm) auf dem Hauptweg, steigt auf der teils sehr steilen Piste weiter auf und gelangt nach rund zehn Minuten unterhalb des Puig d’en Ric zu einem breiten Weg, auf den rechts (roter Pfeil) eingebogen wird.

 

Der Wanderer befindet sich jetzt – wie schon beim Hinweg von Port d‘Andratx zum Coll des Vent – auf dem Langwanderweg GR 221, dessen erste Etappe von Port d‘Andratx nach Sant Elm führt. Von dieser Stelle ist übrigens bei guter Sicht in der Ferne die Insel Ibiza zu sehen. Weiter geht es auf dem steinigen Weg in ständigem Auf und Ab. Man folgt bei Abzweigen Steinmännchen und roten Klecksen, kommt bei einer langen Natursteinmauer an einer Villa vorbei und steigt auf einer steinigen Piste zum Coll des Vent ab, wobei die Gehzeit von dem Abzweig mit dem roten Pfeil rund 25 Minuten betragen hat. Nun sind auf der Hinroute noch rund 25 Minuten bis zum Sporthafen von Port d‘Andratx zu wandern.

 

Wegstrecke 8 km (hin und zurück)

 

Nettogehzeit rund 2 Std. 30 Min.

 

Höhenunterschied 280 m

 

Schwierigkeitsgrad **

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-1 nach Port d‘Andratx. Gebührenfreie Parkplätze am Hafen vorhanden.

 

Tourencharakter: Leichte Wanderung auf Asphalt, holprigen Waldpisten und steinigen Pfaden. Beim langen Aufstieg durch die Comellar de Cala d‘Egos ist gute Kondition notwendig. Hinweis: Vor allem an Wochen­enden und Feiertagen können auf den beschriebenen Routen Fahrer mit Geländemaschinen unterwegs sein, die teils mit hoher Geschwindigkeit über Stock, Stein, Mulden und Rampen brettern. Der Wanderer sollte deshalb immer nach etwaigen Gefährten Ausschau halten, die lärmend schon von Weitem zu hören sind.

 

Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant.

 

Einkehr: Lokale in Port d‘Andratx.

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