Wandern

Tour an der Steilküste: Mit Pinsel und Staffelei im Gepäck

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Deyá - Mallorca

Eine Wanderung von der Cala Deià auf der Ruta dels Pintors zumNaturstrand Es Canyaret

ROLAND OTTO

 

Die leichte Wanderung beginnt am Parkplatz der Cala Deià. Eine Fahrbahn führt dann weiter Richtung Meer. Wenig später wird bei einer Brücke, die über den Torrent Major führt, eine Weggabelung erreicht. Hier folgt man geradeaus dem Schild „Cala Deià“ und merkt sich den rechten Abzweig für den Weiterweg Richtung Llucalcari.

 

Doch zunächst lohnt sich ein kurzer Abstecher zur Bucht, die bald erreicht ist. Die wunderschön gelegene Cala ist von einem terrassierten Abhang und Kalkfelsen umgeben. Auf dem Terrassen­hang haben bis Anfang des 20. Jahrhunderts Fischer Wein und Gemüse angebaut. Am Strand befinden sich zwei Restaurants, die zum Zeitpunkt der Wanderung Mitte März noch geschlossen waren.

 

In der ruhigen Jahreszeit halten sich hier am frühen Morgen oft Menschen zum Meditieren auf. Man begibt sich dann wieder zurück zu dem Abzweig mit dem Schild „Cala Deià“ und biegt links auf eine gestufte Piste ab. Der Wanderer befindet sich jetzt auf der Ruta dels Pintors, der Route der Maler. Die Strecke ist nach den unzähligen Künstlern benannt, die sich für ihre Werke von den Naturschönheiten des Küstenstreifens zwischen der Cala Deià und Llucalcari inspirieren ließen.

 

Darunter waren Anfang des 20. Jahrhunderts so bekannte Maler wie William Degouve de Nuncques, Antoni Gelabert, Joaquim Mir und ­Santiago Rusiñol i Prats. Auf der gestuften Piste kommt man sogleich an Zaunresten und einer Leiter vorbei und gelangt dann zu einer Weggabelung, bei der geradeaus einem Steinmännchen zu folgen ist. Ein Pfad verläuft nun oberhalb der Cala Deià bis zu einem Holzgeländer (Schild „Lluc-Alcari“) und zu weiteren Stufen, auf denen das Anwesen Cas Coix erreicht wird. Die Gehzeit seit Tourstart hat rund zehn Minuten betragen.

 

Neben dem Gebäude verweisen ein blauer Punkt und ein Steinmännchen nach rechts, kurz darauf ein roter Klecks wiederum nach rechts. Vor einer etwa zehn Meter entfernten Terrassenmauer folgt man dann links einem Steinmännchen und ignoriert geradeaus einen roten Punkt. Ein Pfad führt dann durch einen lichten Kiefernwald. Nachdem man einen Picknickplatz passiert und ein Mäuerchen überstiegen hat (roter Klecks), wird auf einem Waldweg ein ge­mauertes Rondell erreicht.

 

Die Route führt dann geradeaus (roter Punkt) weiter. Man passiert sogleich eine Zisterne, folgt dann weiteren roten Klecksen und Steinmännchen und gelangt später zu einem Mirador mit einem Holzgeländer. Hier ist eine sehr schöne Aussicht auf die Meeresfelsen Es Còdols Blancs möglich. Weiter geht es von dem Mirador geradeaus (Steinmännchen, roter Klecks) auf einem Pfad leicht abwärts. Man kommt wenig später zu einer etwas kniffligen Stelle, an der man auf Trittsteinen (gelbgrüne und rote Kleckse) einen etwa drei Meter langen Abhang hinuntersteigt.

 

Links unten ist oberhalb des Meeres eine kleine Fischerhütte zu sehen. Bei dem folgenden kurzen Aufstieg auf einem steinigen Pfad (gelbgrüne Markierung) muss man sogleich unter den Ästen und Zweigen einer umgestürzten Kiefer durchrobben. Nachdem dieses Hindernis überwunden ist, führt ein Pfad manchmal hart am Rand von bis zu 30 Meter abfallenden Steilklippen zu der Bucht Sa Caleta, zu der Stufen mit einem Holz­geländer hinabführen. Auch hier befindet sich eine kleine Fischerhütte. Schließlich wird ein Picknickplatz mit Steintisch und Steinsitzbank erreicht, wobei die Gehzeit von dem Anwesen Cas Coix bis hier rund 30 Minuten betragen hat.

 

Hier lohnt sich eine Pause, bei der man den Ausblick auf den Küstenabschnitt von Llucalcari mit den Meeresfelsen es Tres Còdols und die Höhle Cova des Vell Marí genießen kann. Besonders schön ist von dieser Stelle auch die Steilklippe Punta de Sóller zu sehen. Weiter geht es von dem Platz rechts (roter Klecks und Steinmännchen) auf einer steinigen Piste etwa zehn Meter aufwärts. Man folgt bei einer Mauer links einem Steinmännchen und gelangt sogleich zu einem Waldweg. Dieser führt nach rund 20 Metern zu einer abschüssigen Stelle, bei der man sich an Kiefernwurzeln festhalten kann. Danach steigt ein Pfad wieder an (gelbgrüne Markierungen) und führt zu einem Abzweig, bei dem Steinmännchen links auf einen breiten Weg verweisen.

 

Dieser verläuft im leichten Auf und Ab (viele Steinmännchen) zu einem Zaun mit Leiter und kurz darauf zu einem Abzweig, bei dem Steinmännchen und Farbkleckse nach links verweisen. Bei dem gleich folgenden Abzweig wird rechts (Steinmännchen, Kleckse) abgebogen. Der Wanderer erreicht dann auf einem Pfad die nächste Weggabelung, bei der er rechts abbiegt (zwei Steinmännchen). Die breite Piste wurde neu angelegt und verläuft in Kurven aufwärts zu einem kreisrunden Platz. Man folgt dort links den Schildern mit dem Piktogramm für Meer und einem Schild „Beach“ und gelangt dann zu einem aljub (Wassersammelbecken) und einer Quelle mit einem Stollen.

 

Ein Pfad führt nun (Schild „Meer“ und Schild „Playa“) abwärts zu einer Zisterne mit einer gerundeten Sitzmauer. Von dort folgt man dem Schild „Beach“ und Pfeilen und erreicht auf einer ansteigenden Piste einen Mauerdurchlass. Hier wird links (Schild „Meer“) auf einen Weg abgebogen, der abwärts (gelbe Pfeile) zu dem Anwesen Es Canyaret führt. Die Gehzeit von dem Picknickplatz mit dem Steintisch bis hier hat rund 25 Minuten betragen. Den Naturstrand Es Canyaret erreicht man in rund fünf Minuten erst auf Pfaden und am Ende über Abhänge mit Trittsteinen. Am Strand ist Keuper, ein bröckeliges Tongestein, vorzufinden. Deshalb sind hier im Sommer viele Besucher anzutreffen, die sich mit Schlamm aus Keuper und Wasser ihre Haut einreiben, weil sie sich davon eine wohltuende oder gar heilende Wirkung versprechen.

 

Wegstrecke 7 km (hin und zurück)

 

Nettogehzeit rund 2 Std. 20 Min.

 

Höhenunterschied 60 m

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-1110 nach Valldemossa, dort dann weiter auf der Ma-10 nach Deià. Nach dem Ortsausgang weiter in Richtung Sóller und nach etwa 250 Metern links zur Cala Deià (Beschilderung) abbiegen. Der oben erwähnte Parkplatz war Mitte März noch gebührenfrei, was sich in der Saison aber ändert. Die Höhe der Gebühren ist noch nicht bekannt.

 

Tourencharakter: Leichte Wanderung auf steinigen Pfaden und Waldpisten. Bei einigen Stellen sind die Pfade durch Erdrutsche und umgestürzte Kiefern ausgesetzt. Hier muss man absolut trittsicher sein. Rückweg auf der Hinroute.

 

Ausrüstung: Wanderstiefel, Proviant, Wasser.

 

Einkehr: Lokale in Deià.

 

Schwierigkeitsgrad **

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