Wandern

Beschaulicher Tripp: Durch Oliven- und Zitrushaine

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Sóller - Mallorca

Rundtour bei Port de Sóller auf historisch nicht unproblematischen Straßen und Pisten

ROLAND OTTO

Die leichte Wanderung beginnt in Port de Sóller gleich hinter dem Tunnel Sa Mola bei einem Kreisel, von dem rechts der „Camí de sa Figuera“ (Schild) abzweigt. Dabei handelt es sich um die Straße Ma-2124. Das einige Meter entfernt stehende Schild „ Sóller“ merkt man sich, da der Wanderer auf dem Rückweg hier wieder ankommen wird.


Die schmale, wenig befahrene Ma-2124 verläuft parallel zum Torrent de sa Figuera zunächst moderat ansteigend durch ein fruchtbares Tal. Man kommt an einer finquita mit dem Namen Datxa vorbei, deren Gärten mit Blauer Prunkwinde, Bougainvilleen und Kakteenarten geschmückt sind. Die Straße gewinnt dann in einigen Kehren immer mehr an Höhe. Links liegen die großen Gutshöfe Sa Figuera und Ca s‘Hereu mit ihren terrassierten Zitrushainen. Die Landgüter werden von den Steilwänden und Zinnen des Gebirgszugs Muntanyeta de Bàlitx überragt.


Man passiert beim Aufstieg das Anwesen Ca‘n Bardi, an dessen Hauswand sich eine Sonnenuhr befindet. Auch ein kleiner safareig, ein Wassersammelbecken, ist dort vorhanden.


Schließlich wird rund 25 Minuten nach Tourstart das Eingangstor der Possessió Es Bosc erreicht. Einige Schritte weiter ist das Schild „Sóller“, das nach rechts verweist, zu ignorieren. Man bleibt geradeaus auf der Fahrbahn, die sich in einigen Kehren weiter nach oben schraubt.


Diese Straße, auf der sich die Wanderer heute bewegen, ist 1939 unter unmenschlichen Bedingungen von republikanischen Kriegsgefangenen erbaut worden. Die Franco-Militärs hatten Ende 1936 in dem Militär­hafen von Port de Sóller in einem alten Lazarett ein Zwangsarbeiterlager für Hunderte von Gefangenen errichtet. Die Internierten mussten auch Teile der heutigen Straße Ma-10 von Sóller nach Deià und die Straße von Port de Sóller zum Leuchtturm Far des Cap Gros bauen.


Rund 25 Minuten nach dem Gutshof Es Bosc ist dann der Coll d‘en Marquès erreicht. Bei dem Sattel biegt man nun links (Schild „Camí de sa Figuera, Fornalutx, Tuent, sa Calobra“) auf eine Asphaltpiste ab, die nach etwa 20 Metern rechts wieder verlassen wird (Beschilderung).


Eine gepflasterte Piste schraubt sich dann steil nach oben. Man folgt dem Schild „Fornalutx, Tuent, Sa Calobra“ und gelangt dann rund zehn Minuten nach dem Coll de Marquès zu einer Hausruine und dem Anwesen Ca’n Bonjesús. Hier bietet sich ein wunderschöner Ausblick auf den Cornador Gros und den Cornador Petit, die Serra d’ Alfàbia, auf Sóller und das Teix-Massiv.


 Weiter geht es von der Hausruine geradeaus (Pfostenpfeil, Schild „Mirador“) auf einem Pfad, der hangwärts nach oben führt. Man folgt nach einem Tor aus einem Lattenrost dem Schild „Fornalutx, Tuent, Sa ­Calobra“, passiert auf einem Weg Terrassen mit teils sehr alten Olivenbäumen und wandert bei einer Wegteilung geradeaus (roter Punkt) weiter bis zu einer Bergfinca. Dort verläuft die Piste (Pfostenpfeil) erst abwärts und danach eben zu einer Wegteilung. Die Gehzeit von dem Anwesen Ca‘n Bonjesús bis hier rund 20 Minuten betragen.


Hier biegt man dann rechts (Schild „Sóller, Fornalutx“) auf einen Weg ein, der sogleich bei dem Schild „Camí Vell de Bàlitx, Sóller, Ses Argiles“ rechts wieder verlassen wird. Der gepflasterte, alte Weg von Bàlitx führt nun durch Terrassen mit Ölbäumen teils steil abwärts. Man folgt bei Abzweigen den Pfostenpfeilen, erreicht dann das imposante Anwesen Ca‘n Costurer, folgt dort auf einer Piste weiteren Pfostenpfeilen, gelangt danach kurz nach dem Anwesen Es Pomeret zur Straße Ma-10, biegt auf diese links ein und verlässt sie rechts nach wenigen Schritten bei dem Schild „Camí Vell de Bàlitx, Sóller, Ses Argiles“. Die Gehzeit von dem Abzweig oben mit dem gleichnamigen Schild hat bis hier rund 25 Minuten betragen.


Weiter geht es auf einer Asphaltpiste abwärts, die dann zu dem Anwesen Ca’n Bisbal führt. Bei dessen Eingangstor steigt man geradeaus auf einer Piste weiter ab. Der Wanderer gelangt dann nach dem Haus Ca‘n Borras zu einer Wegteilung und biegt dort rechts ab. Hier befinden sich in Gegenrichtung zwei Schilder „Camí Vell de Bàlitx“ und „Tuent, Sa Calobra“. Eine Fahrbahn führt dann gegenüber dem Haus Ca‘n Puput zur Straße Ma-2123, auf die rechts eingebogen wird und auf der dann nach rund 20 Minuten wieder die Ma-10 erreicht ist.


Die Straße wird gequert und dann bei dem Restaurant Sa Teulera geradeaus dem Schild „Port de Sóller“ gefolgt. Der Wanderer befindet sich jetzt auf dem Camí de ses Alzines, dem Weg der Steineichen. Er orientiert sich dann bei Abzweigen an Pfostenpfeilen und kommt an größeren und kleineren Anwesen vorbei. Auch das Schild „Port de Sóller“ zeigt die Richtung. Schließlich steigt man auf einer teils gepflasterten Piste zum Coll d’en Porrassar auf, wobei die Gehzeit von Sa Teulera bis hier rund 20 Minuten betragen hat.


Etwa 20 Meter unterhalb (Pfostenpfeil) des Sattels folgt man dann links der Beschilderung „Port de Sóller“. Die Route geradeaus führt später auf dem Camí de sa Figuera ebenfalls in den Hafenort, ist aber deutlich länger. Links also führt ein steiniger Pfad zunächst zu einem offenen Tor und dann durch einen Mischwald aus Kiefern und Steineichen talwärts. Auch jetzt zeigen Wegweiser in Form von Pfostenpfeilen die Richtung. Man passiert einige Anwesen und gelangt rund 25 Minuten nach dem Coll d‘en Porrassar zu einem Kalkofen und einer Steinhütte der Kalkbrenner und wenig später wieder zu dem Kreisel auf der Straße bei dem Tunnel Sa Mola.

 

Wegstrecke
9 km (Rundtour)


Nettogehzeit
rund 2 Std. 50 Min.


Höhenunterschied
350 m   


Schwierigkeitsgrad
**

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-11 bis kurz vor Port de Sóller und dann durch den Tunnel Sa Mola bis zu einem großen Kreisel. Die Anfahrt mit dem Bus L 211 vom Busbahnhof bei der Plaça d’ Espanya ist auch möglich. Der Bus hat an dem Kreisel, bei dem der Tourstart ist, eine Haltestelle.


Abfahrtszeiten: tib.caib.es


Tourencharakter: Leichte Wanderung auf Asphalt, breiten Waldwegen und steinigen Pfaden.


Ausrüstung: Wanderstiefel, Pro­viant, Wasser, Regenschutz.


Einkehr: Lokale in Port de Sóller.

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