Wandern

Wellness-Wanderung: Im Sommer singt die Nachtigall

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Petra - Mallorca

Rundtour bei Petra durch eine abwechslungsreiche Landschaft in das fruchtbare Tal Sa Valleta, Teil 2

Im ersten Teil der Wanderung in der Umgebung Petras wurde der Abschnitt vom Zugbahnhof der Gemeinde bis zur Finca Sa Canova Vella beschrieben (MZ, Nr. 736). Teil 2 der Rundtour führt von dieser Possessió durch das Tal Sa Valleta über den Gutshof Son Dalmau zurück nach Petra.


Weiter geht es also bei Sa Canova Vella auf der schmalen Fahrbahn, die leicht abwärts führt. Die Landschaft verändert sich nun. Links und rechts erheben sich nur etwa 150 Meter hohe Gebirgszüge der Serra de Llevant. Geradeaus sind die Barrancs de sa Valleta und de sa Vall zu sehen. Diese Schluchten haben sich in Jahrmillionen gebildet. Schließlich wird die Quelle Font de n’ Orenga erreicht, die über eine größeres Sammelbecken verfügt. Wenig später gelangt man zu einem liebevoll restaurierten Steinhaus. Hier hat der Wanderer einen famosen Ausblick auf das Tal sa Valleta, den Pla de Mallorca und die Serralada de Felanitx mit dem Kloster Sant Salvador und dem Castell de Santuari. Aber auch Greifvögel – Adler, Turmfalke und Milan – sind von diesem Standpunkt möglicherweise zu sehen. Auch der Kolkrabe, der größte Rabenvogel Europas, sucht in dem Tal sa Valleta nach Nahrung.


Die Fahrbahn verläuft dann in Kurven hinab zu dem großen Anwesen Son Roca Vella, das sehr aufwendig restauriert worden ist. Hier sind auf der linken Seite der Piste in einer kleinen Höhle alte Futtertröge für Tiere vorzufinden. Die gran possessió ist von teils meterhohen Terrassenmauern umgeben. Auf den schmalen Feldern stehen Öl- und Johannisbrotbäume sowie Obstbäume mit Aprikosen und Birnen. Auch einige Exemplare des Nussbaums sind hier vorhanden.


Unterhalb des Anwesens passiert man dann die Stallungen und Wirtschaftsgebäude des Landguts. Hier wird eine große Schafherde gehalten. Die Fahrbahn knickt dann rechts weg und führt parallel des Torrent de na Borges eben weiter. Der Sturzbach, der bei der Bucht von Alcúdia endet, zählt zu den wasserreichsten Torrents auf Mallorca.


Die Umgebung lockt eine Reihe von Vogelarten an, denen man auf dieser Wanderung bisher noch nicht begegnet ist. So singt im Sommer die Nachtigall (Luscinia megarhynchos), das ganze Jahr über der Seidensänger (Cettia cetti). Andere – wie Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla), Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) oder Wachtel (Coturnix coturnix) – sind nur zu sehen, wenn die Getreide­felder abgeerntet sind. Man quert den Torrent de na Borges auf einer kleinen Brücke, bei der bis zu
15 Meter hohe Schwarz-Pappeln stehen, und erreicht danach das Eingangstor des Gutshofs sa Valleta und biegt dort rechts ab.


Die Asphaltpiste führt dann bei einem Anwesen zu einer Weggabelung, bei der rechts abgebogen wird. Hier fallen ein Pfirsich-Baum und eine Reihe von Zypressen auf, die als Windschutz für Zitrusplantagen dienen. Eine schmale Fahrbahn führt dann zunächst zu einer kleinen Brücke, auf der der Torrent de na Borges wieder gequert wird, und dann bei dem Gutshof ses Rotes de sa Canova zu einer Weggabelung. Bei der Finca ist eine sínia, ein Brunnen mit einem Schöpfrad, zu sehen. Der Brunnenaufbau aus Marès und das Wasserrad mit seinen Schöpfkübeln sind gut erhalten.


Weiter geht es von der Weggabelung links auf dem Camí Rotes de sa Canova. Der nun folgende Abschnitt zeigt den Wasserreichtum des Areals. Auf der linken Seite befindet sich eine síquia, ein Wasserkanal, aus Marès und Naturstein. Wenn man genau hinsieht, kann man im Umkreis die Reste weiterer sínies entdecken. Die feuchte Umgebung lockt Vögel wie Teichkralle (Gallinula chloropus) und Schafstelze (Motacilla flava) an. Auch einige Entenarten brüten hier. Auf der rechten Seite der Piste befinden sich Getreidefelder. Diese ziehen das ganze Jahr Cistensänger (Cisticola juncidis) oder Thekla­lerche (Galerida theklae) an, im Sommer zudem die Feldlerche (Alauda arvensis). Im Winter kann man Wiesen­pieper (Anthus pratensis) und Bachstelze (Motacilla alba) sehen.   

 

Etwa 350 Meter nach ses Rotes de sa Canova biegt man rechts in einen Flurweg ein. Dieser führt an einer kleinen Steinhütte vorbei und knickt dann rechts weg. Die steinige Piste verläuft bald leicht ansteigend aufwärts nach oben zu einem verlassenen Anwesen, bei dem sich eine Zisterne befindet. Links sind nun flache Höhlen zu sehen, in denen Tröge aus Marès zum Tränken von Tieren errichtet worden sind. Schließlich ist das Eingangstor der Finca Sa Plana de sa Canova und von dort rechts wenig später wieder der Gutshof Sa Canova Vella erreicht. Die Gehzeit von dieser Possessió durch das Tal La Valleta und zurück zu dem Gutshof hat rund 70 Minuten gedauert.


Weiter geht es nun links auf der schmalen Fahrbahn, die schon vom Hinweg bekannt ist, bis zu der Weggabelung vor dem Jägerhaus. Hier wird nun links abgebogen. Eine Asphaltpiste führt immer geradeaus weiter. Man kommt an einigen Anwesen, einem Kiefernwald, Feldern und Gewächshäusern mit Gemüseanbau vorbei. Die Piste knickt dann rechts und gleich wieder links weg. Schließlich ist der Gutshof Son Dalmau mit seinen Stallungen erreicht. Hier lebt eine große Familie von hellhäutigen Hausschweinen. Die Gehzeit von Sa Canova Vella bis hier hat rund 40 Minuten betragen.


Die schmale Fahrbahn verläuft nun zunächst abwärts, steigt danach kurz an und führt wieder abwärts zu der Weggabelung bei dem Tunnel, die vom Hinweg bekannt ist. Man biegt hier links ab, durchläuft die Röhre, erreicht danach wieder den Abzweig bei der Turmruine von der Finca Salaia und biegt rechts ab. Kurz darauf wird links ein Flurweg ignoriert. Man bleibt auf der Fahrbahn und gelangt später zu einer Weggabelung, bei der links abzubiegen ist.


Eine schmale Fahrbahn führt dann wieder zum Ortseingang von Petra und zur Straße Carrer de na Capitana, auf die nun rechts ein­ge­bogen wird.


Einige Schritte weiter beginnt rechts ein langer Fußgängerweg, der oberhalb der alten Gleistrasse der Eisenbahn angelegt worden ist. Man sieht anfangs noch die Gleise, passiert später den alten Bahnhof von Petra und gelangt dann auf dem Fußgängerweg wieder zum Bahnhof der Gemeinde, wobei die Gehzeit von Son Dalmau bis hier rund
40 Minuten betragen hat.

Wegstrecke: 8,5 Kilometer
Tourencharakter: Wanderung auf meist flachem Asphalt und ebenen Flurwegen. Ein leichter Anstieg.
Schwierigkeitsgrad: Leicht
Nettogehzeit: rund 2,5 Std.


Die Texte der „Es Pla“-Wanderungen stammen von Miquel Àngel Lobo,
Manolo Suárez, Vicenç Sastre und ARCA, die Zeichnungen ­von Cati Artigues und die Karten von Vicenç Sastre, deutsche Bearbeitung: Roland Otto.

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