Wandern

Leichte Wanderung: Spaziergang für Brunnen-Freunde

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Ariany - Mallorca

Im zweiten Teil der Rundtour bei Ariany, Maria de la Salut und Petra geht es in die jüngste Gemeinde Mallorcas

Im ersten Teil der Wanderung durch die Kulturlandschaft bei Ariany, Maria de la Salut und Petra wurde der Abschnitt von der Landstraße Ma-3342 bis zu dem Anwesen es Puyol beschrieben (MZ, Nr. 732). Teil 2 der Rundtour führt von der Possessió zunächst zu den beiden Brunnen Pou Jurà und Pou Bo und dann in den Ortskern von Ariany. Von dort wird wieder der Kilometer 0,1 der Ma-3342 erreicht, der Ausgangspunkt der Wanderung.


Weiter geht es also von dem Anwesen es Pujol auf der schmalen Asphaltpiste. Man kommt an der restaurierten Finca Can Pere Duran vorbei und sieht danach links etwas entfernt die Possessió es Pujolet. Ihre erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1818, wonach Jaume Mestre del Pujolet der Eigentümer gewesen ist.


Man passiert dann eine casita mit einem Schrägdach und Resten einer Wasserrinne aus Tonziegeln. Später fällt auf der rechten Seite eine renovierte Finca auf. Hier wurden an einer Hauswand die Ablaufrinnen aus Tonziegeln restauriert, von denen das Wasser zunächst in ein Tonrohr und von dort in eine Zisterne fließt. Bei der Finca kann man gut sehen, wie einst das Wassersammeln mit den Schrägdächern der Steinhütten funktioniert hat.


Schließlich ist eine Weggabelung erreicht, bei der links abgebogen wird. Hier befindet sich in Gegenrichtung auch ein Schild „Maria“. Man gelangt dann nach etwa 30 Metern zur Ma-3340, quert mit Vorsicht die viel befahrene Landstraße und wandert auf einer schmalen Fahrbahn weiter (Schild „Ariany“). Wenig später ist die Possessió de Son Gibert erreicht.


Das Anwesen wurde 1552 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte 1690 Bartomeu Gibert. Es lag direkt am königlichen Weg, der von Petra nach Muro führte. Der Eigentümer war auch Besitzer von anderen Häusern, baute Getreide an und hielt Schafherden. Im 18. Jahrhundert gehörte die Possessió der Familie Pujol dels Gibert, die auch in Petra in der Carrer dels Cós ein Herrenhaus besessen hat.
Son Gibert, das nicht betreten werden darf, ist heute in einem baulich sehr guten Zustand. Sämtliche Gebäude und auch die Sonnenuhr an der Hauptfassade sind vorbildlich restauriert.


Weiter geht es von Son Gibert auf der Fahrbahn, auf der sogleich das verschlossene Eingangstor der Possessió de Son Guineu erreicht ist. Das erste Dokument über das Anwesen stammt aus dem Jahr 1569. Demnach war Pere Santandreu der Eigentümer. Dieser besaß weitere Häuser, eine Mühle, baute Getreide an und hielt Schafherden. 1653 ging Son Guineu in den Besitz des Händlers Joan Mesquida über. Die Familie Mesquida besaß auch in Palma in der Carrer dels Apuntadors ein Stadthaus. Im Jahr 1863 erstand Joan Villalonga das Anwesen, das eine Fläche von 7.100 Quadratmetern hatte. 1991 wurde die Possessió in die Teile Son Guineu d’en Francisco und Son Guineu Vell aufgeteilt.


Weiter geht es auf der Fahrbahn Richtung Ariany, das geradeaus zu sehen ist. Man ignoriert einen rechten Abzweig, passiert eine Hütte aus Marès und ohne Dach, später einen Brunnen und eine Steinhütte mit einem Schrägdach und einer Wasserrinne aus Tonziegeln.


Hier sind auf der rechten Seite in der näheren Umgebung auf einem Getreidefeld vier Brunnen mit jeweils zwei Säulen zu sehen, die in einem großen Kreis errichtet worden sind. Zwei weitere Brunnen befinden sich außerhalb des Kreises.


Schließlich ist auf der linken Seite der Pou Jurà erreicht. Sein Name ist dem katalanischen Wort jussà entlehnt und bedeutet, dass sich der Brunnen unterhalb des weiter oben gelegenen Pou Bo befindet.


Der restaurierte Brunnen war schon auf einer Landkarte von Pere d’ Alcantara Penya aus dem Jahr 1864 eingezeichnet. Der Pou Jurà ist mit zwei Schrägen überdacht. Der vordere Teil ist offen, der hintere Bereich mit Mauern aus Marès geschlossen. In der Mitte befindet sich die Brunnenöffnung, die ebenfalls aus Kalksandstein errichtet wurde und die heute mit einem Eisengitter gesichert ist. Neben dem Brunnen steht eine Tiertränke aus Stein, zwei weitere Tröge sind in den hinteren Ecken zu sehen. Der Hauptbalken in der Mitte der Dachschrägen wird von einem rechteckigen Pfeiler aus Marès und einer kleineren achteckigen Säule gestützt. Im vorderen Teil ist ein voluminöser Holzbalken in drei tragende rechteckige Pfeiler eingelassen. Der Boden des Pou Jurà wurde mit Natursteinen bepflastert.


Weiter geht es auf der Fahrbahn, die nun leicht ansteigt. Auf der rechten Seite ist etwas entfernt die größere Steinhütte sa Cova mit ihrem Schrägdach zu sehen. Unterhalb von dieser befindet sich eine Höhle, die mit Natursteinen fast zugemauert ist. Vermutlich diente die Grotte einst als Vorratslager oder Wohnraum.


Nach einer Kurve ist dann der Pou Bo erreicht, wobei die Gehzeit von dem Anwesen es Pujol bis hier rund 45 Minuten betragen hat. Der restaurierte Brunnen verfügte über Wasser von bester Qualität, was ihm auch den Namen „guter Brunnen“ gegeben hat. Er wurde 1717 erstmals urkundlich erwähnt. Der Pou Bo hat einen quadratischen Aufbau mit vier Pfeilern, die mit Rund­bögen verbunden sind. Er wurde sowohl aus Marès als auch aus anderen Natursteinen errichtet.


Weiter geht es geradeaus auf der schmalen Straße Richtung Ariany, wobei ein linker Abzweig mit dem Schild „Camí d’ Estorell“ ignoriert wird. Nach einem etwas steileren Aufstieg wird dann der Ortseingang der Gemeinde erreicht. Die Kommune wurde erst 1982 von Petra unabhängig und ist somit die jüngste Gemeinde Mallorcas.


Vom Ortseingang wandert man geradeaus auf der Carrer Major weiter und biegt links in die Carrer Maria ab. Auf dieser gelangt man (Beschilderung „Maria, Sta. Margalida“) zum westlich gelegenen Ortsausgang. Hier ist rechts der Mühlenturm Molí d’en Mariner zu sehen.


Die Straße führt nun leicht abwärts. Im Westen sind in der Ferne die Gipfel der Serra de Tramuntana zu erkennen. Nördlich ist der El Pal, der höchste Gipfel auf der Halbinsel Formentor, zu sehen. Schließlich wird das Wegkreuz Creu de Terme de Son Bonany erreicht. Hier folgt man geradeaus dem Schild „Ses Oliveres de sa Canova“ und ignoriert wenig später bei einem Tennisplatz einen rechten Abzweig mit dem gleichnamigem Schild.


Geradeaus verläuft die Piste dann in Kurven weiter abwärts. Man gelangt zu einer niedrigen Böschung, die sich unterhalb des Kilometersteins 5 der Landstraße Ma-3340 befindet. Hier biegt der Wanderer rechts auf einen Flurweg ab, der auf die Landstraße führt. An deren Rand gehend wird dann nach etwa 150 Metern eine Kreuzung erreicht, bei der links die Ma-3342 nach Maria de la Salut beginnt. Die Gehzeit von dem Brunnen Pou Bo bis hier hat rund 30 Minuten betragen. Nun ist sogleich der Kilo­meterstein 0,1 der Landstraße und damit der Ausgangspunkt dieser Rundtour erreicht.

Wegstrecke: 4,4 km
Tourencharakter: Wanderung auf Asphaltpisten ohne wesentliche Höhenunterschiede.
Schwierigkeitsgrad: leicht.
Nettogehzeit: 1 Std. 15 Min.


Die Texte der „Es Pla“-Wanderungen stammen von Miquel Àngel Lobo, Manolo Suárez, Vicenç Sastre und ARCA, Zeichnungen ­Cati Artigues, Karten Vicenç Sastre, deutsche Bearbeitung: Roland Otto.

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