Wandern

Auf zur Vogelschau

3 Stimmen

Vilafranca de Bonany - Mallorca

Eine Wanderung bei Vilafranca durch das Pla de Lanzell mit Getreidefeldern satt
 

Die leichte Rundtour beginnt bei der Possessió de Son Joi. Diesen Gutshof erreicht man mit dem Auto auf der Ma-5111, die von Vilafranca de Bonany Richtung Felanitx führt. Nach drei Kilometern verweist an einer Mauer eine Schrift „Son Joi“ rechts auf eine schmale Fahrbahn. Hier kann am Rand auch das Auto geparkt werden. Auf der Asphaltpiste wird dann zunächst das Anwesen Can Ros passiert und nach etwa 750 Metern der Gutshof Son Joi erreicht.


Hier lebt in einem ummauerten Gehege eine Familie von hellhäutigen Schweinen. Die Gebäude der Possessió sind in einem sehr guten baulichen Zustand. Von dort hat man nun einen spektakulären Ausblick auf die weiten Felder Vilafrancas. Auf dem Areal werden überwiegend Getreidesorten angebaut: Gerste, Hafer, Weizen, darunter auch eine lokale Weichweizensorte. In kleinerem Umfang sind auf den Feldern auch Mandel-, Johannisbrot-, Feigen- und Olivenbäume sowie die Futterpflanze Alfalba vorhanden.


Man bleibt nun bei dem Anwesen auf der schmalen Fahrbahn. Rechts des Weges sind einige Kiefern, Wild­oliven und Mastix vorzufinden. In den Bäumen und Sträuchern halten sich Kohlmeise (Parus major), Balearische Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapillus balearicus) und Feldlerche (Alauda arvensis) auf. Links der Fahrbahn liegen hinter einer Trockensteinmauer Getreidefelder. Hier machen nachts die Schleiereule (Tyto alba) und Zwergohreule (Otus scops) Jagd auf Mäuse und andere Kleintiere.


Die Asphaltpiste geht dann in einen Flurweg über. Der Wanderer ignoriert einen rechten Abzweig und kommt an dem Anwesen Son Soler Vell vorbei. Kurz darauf ist rechts in einer Vertiefung eine Steinsäule zu sehen. Das ist der Rest eines gemauerten Wasserspeichers, der sich einst hier befunden hat.


Schließlich wird rund 25 Minuten nach Tourstart eine Weggabelung erreicht, bei der rechts abzubiegen ist. Hier befindet sich auch das Anwesen Son Soler Nou. Eine Flurpiste verläuft nun leicht absteigend nach unten. Vorne sind der Puig de Bonany und in der Ferne die zentrale Serra de Tramuntana zu sehen. Die Piste knickt dann rechts, danach bei einem Feigenbaum links weg. Hier kann man über den umliegenden
Feldern mit Glück den Turm­falken (Falco tinnunculus) und Rotmilan (Milvus milvus) kreisen sehen.


Man kommt an weiteren Feigenbäumen vorbei und ignoriert einen rechten Abzweig. Die Bäume werden zur Nahrungssuche von zahlreichen Vögeln angesteuert: Samtkopf-Grasmücke (Sylvia melanocephala), Grauammer (Emberiza calandra) und Schwarzkehlchen (Saxicola torquatus). Im Sommer gesellen sich Rotkopfwürger (Lanius senator) und Grauschnäpper (Muscicapidae striata) dazu. Auch die Wachtel (Coturnix coturnix) und das Rebhuhn (Perdix perdix) halten sich in den Fluren auf. Mit etwas Glück kann man nachmittags auch den Triel (Burhinus oedicnemus) singen hören.


Auf der linken Seite ist dann eine Finca zu sehen, auf der sich einige Schafe aufhalten. Man gelangt dann zu einer Weggabelung, biegt dort rechts auf einen Flurweg ab und erreicht sogleich eine Hausruine. In dieser Hütte haben einst Feldarbeiter gewohnt, wovon ein Kamin, eine Zisterne und ein Vorratsschrank zeugen. Von diesen verlassenen Unterkünften gibt es einige auf den Feldern Vilafrancas.


Links ist dann etwas oberhalb ein großes Anwesen zu sehen, bei dem sich zwei Mühlentürme befinden. Blickt man zurück, sind die Serres de Felanitx mit dem Klosterberg Puig de Sant Salvador und dem Castell de Santueri zu erkennen. Schließlich wird eine Weggabelung erreicht, bei der bei einem großen Steinhaufen rechts abzubiegen ist. Man kommt an dem Anwesen Son Bon Vell vorbei, das links des Weges liegt, und gelangt kurz darauf auf der rechten Seite zu der Einfahrt der Finca Can Català. Bei der Finca fällt eine lange Doppelreihe von Zypressen auf. Die Hecke aus den Bäumen wurde als Windschutz für Zitrusfrüchte, Reben, Quitten und Feigenbäumen gepflanzt. Die Gehzeit von dem Abzweig bei dem Anwesen Son Soler Nou bis hier hat rund 30 Minuten betragen.


Weiter geht es von Can Català auf dem Flurweg, der dann zu einer Weggabelung führt und bei der links abgebogen wird. Nun sind in den Getreidefeldern auch vereinzelt Brunnen zu sehen. Später geht der Flurweg in eine Asphaltpiste über. Man gelangt zu einer Weggabelung, bei der wiederum ein Feigenbaum steht und biegt dort rechts auf einen Feldweg ab. Die in der Mitte mit Gräsern zugewachsene Piste führt parallel eines torrent an weiteren Getreidefeldern vorbei. Auch einige Bewässerungsgräben sind auf dem Areal vorzufinden. Der Wanderer passiert eine Hüttenruine, aus der eine Wildolive gewachsen ist. Rechts vorne ist bei Mauerresten eine hohe Kiefer zu sehen.


Schließlich kommt man an einer weiteren Hüttenruine vorbei und biegt wenige Meter weiter links auf einen breiten Weg ab. Dieser führt zu dem großen Gutshof Es Pouàs, bei dem sich auch ein Feld mit Tomaten befindet. Später wird auf einer kleinen Brücke der Torrent de Son Joi gequert und danach wieder die Landstraße Ma-5111 erreicht, auf die rechts einzubiegen ist und die nach etwa 20 Metern bei dem Schild „Depuradora“ links wieder verlassen wird. Hier befindet sich auch die Possessió Lanzell, nach der die fruchtbare Ebene bei Vilafranca benannt ist. Die Gehzeit von Can Català bis hier hat rund 45 Minuten betragen.


Eine schmale Fahrbahn verläuft dann Richtung Nordosten, wobei in der Ferne die markante Nase des Puig de Ferrutx in der Nähe von Artà zu sehen ist. Man quert auf einer kleinen Brücke den Torrent de Sant Martí und kommt dann zu einer Weggabelung, folgt dort rechts den Schildern „Camí de Can Bruno“ und „Depuradora“, passiert Felder mit Kartoffeln und Zwiebeln und gelangt danach zu der Kläranlage.


Am Ende des Klärwerks biegt man dann bei einem Zaun rechts auf einen Flurweg ab. Dieser führt zu dem Torrent de Boscana, der auf einer kleinen Brücke zu queren ist. In das Bachbett wird Wasser aus der Kläranlage geleitet. Hier ist das Brutgebiet der Wiesenweihe (Circus pygargus).


Nach der Brücke knickt die Piste links weg. Der Wanderer gelangt nun zu einer Weggabelung, biegt dort rechts auf einen breiten Weg ab und erreicht dann wieder die Ma-5111, auf die links einzubiegen ist. Am Straßenrand wandert man nun bis zu dem rechten Abzweig mit der Schrift „Can Joi“ und dann weiter auf dem von der Anfahrt bekannten Sträßlein bis zum Gutshof Can Joi, der rund 50 Minuten nach der Possessió Lanzell erreicht ist.

Wegstrecke: 10 km
Tourencharakter: Rundtour auf breiten Wegen mit minimalen
Höhenunterschieden.
Schwierigkeitsgrad: leicht.
Nettogehzeit: rund 2,5 Stunden.


Die Texte der „Es Pla“-Wanderungen stammen von Miquel Àngel Lobo, Manolo Suárez, Vicenç Sastre und ARCA, Zeichnungen Cati Artigues, Karten: Vicenç Sastre, deutsche Bearbeitung: Roland Otto.

Fotogalerie

Karte