Wandern

Bei Artà: Wandern im Naturpark

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Eine mittelschwere Rundtour bei Artà mit dem Aufstieg auf den Puig des Porrassar

Die mittelschwere Wanderung beginnt am Parkplatz bei den Gebäuden der Finca pública s’ Alqueria Vella d’ Avall. Der ehemalige Gutshof wurde vor dreizehn Jahren mit den ebenfalls auf der Halbinsel Llevant gelegenen Anwesen Es Verger und Cases d’ Albarca vom Umweltministerium der Balearen erworben. Die drei Fincas públicas bilden den Kern des Parc natural de la península de Llevant, der eine Fläche von fast 1.670 Hektar aufweist und 2001 zum Naturpark deklariert worden ist.
    

Im Lauf der Jahre hat die Parkverwaltung auf dem Areal dreizehn Wanderrouten eröffnet und dazu teils neue Wege angelegt, die alle mit Wegweisern gekennzeichnet sind. Umfangreiche Informationen über den Naturpark gibt es in dem Centre d’ Informació, in dem zahlreiche Faltblätter (teils auch auf Deutsch) ausliegen.
    

Die Wanderung beginnt also am Parkplatz, bei dem links bei dem Schild „s’ Alqueria Vella – Es Verger, Route Nr.1“ eine breite Piste beginnt. Hier befindet sich auch eine Schautafel mit den dreizehn Wanderrouten des Naturparks. Der Weg knickt bald darauf links ab und führt sogleich zu einem Tor mit Pforte. Hier verweist ein Schild darauf, dass Hunde nur angeleint mitgenommen werden können.
    

Hinter dem Tor verläuft die Piste moderat ansteigend durch ein Tal. Nachdem man eine Hausruine passiert hat, ist rund 25 Minuten nach Tourstart der Coll des Verger mit einem Mauerdurchlass und einem offenen Tor erreicht. Auf dem Sattel befindet sich ein alter Dresch­platz für Getreide. Ein Schild informiert darüber, dass auf dem Gebiet der Possessió Es Verger lange Zeit Wein, Oliven und Weizen angebaut wurden.
    

Vom Sattel steigt man dann in rund fünf Minuten zum Gutshof Es Verger ab. Das Anwesen ist im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt worden. Der einstige Gutshof verfügt über eine Quelle und einen aljub, Wasserspeicher. Stallungen weisen darauf hin, dass hier auch Viehzucht betrieben worden ist.
    

Bei den Cases des Verger verweist ein Schild „Campament dels Soldats – Es Verger, Route Nr. 4“ links auf ein kleines Holztor. Dahinter beginnt dann parallel eines Zaunes der Steilaufstieg zum Felskopf Penyes d’en Cremat, der oben zu sehen ist. Ein steiniger, steiler Pfad führt hangwärts durch eine Talsenke (vereinzelt Steinmännchen). Schließlich wird unterhalb der Felswände des Penyes d’en Cremat ein weiterer Zaun erreicht, bei dem die Piste links (Steinmännchen) abknickt. Auf dem steinigen Steig gelangt man dann nach einigen Kurven zu einen Sattel, bei dem sich rechts der scharfkantige Felsgipfel des Penyes d’en Cremat befindet. Die Gehzeit von Es Verger bis hier hat rund 20 Minuten betragen.
    

Weiter geht es von dem Sattel, von dem halb rechts auch der Puig des Porrassar zu sehen ist, zunächst durch ein Tor und auf einer steinigen, nicht allzu steilen Piste (Pfostenpfeile „Nr. 4“) in Richtung des Campament dels Soldats, das in rund zehn Minuten erreicht ist.
    

In diesem Zwangsarbeiter­lager wurden nach dem Spanischen Bürgerkrieg republikanische Gefangene festgehalten. Über 900 Inhaftierte, die alle von der Iberischen Halbinsel verschleppt worden waren, mussten auf Befehl der Falangisten in den Jahren 1941/42 den Cami dels Presos, den „Weg der Gefangenen“, bis auf den Puig de Sa Tudossa bauen.
    

Auf dem ehemaligen „Appellplatz“ des Lagers folgt man dann einem Pfostenpfeil und gelangt nach etwa 20 Metern zu einem Abzweig, bei dem ein Schild „Pujada al Puig des Porrassar, Route Nr. 12“ nach rechts verweist. Der Wanderer passiert sogleich ein Tor und folgt einem Pfostenpfeil „Nr. 12“ und Steinmännchen zu einem weiteren Tor. Dahinter beginnt der Aufstieg zum Gipfel.
    

Die Piste wurde von der Parkverwaltung neu angelegt und bis zum Gipfel mit Pfostenpfeilen „Nr. 12“ und zahlreichen Steinmännchen markiert. Auf einem steinigen Pfad, der anfangs leicht, später steil ansteigt, wird in rund 30 Minuten die Gipfelpyramide des fast 500 Meter hohen Puig des Porrassar erreicht.
    

Die Aussicht von hier oben ist phänomenal. So ist fast die gesamte Nord- und Nordostküste Mallorcas vom Cap Formentor, über das Cap Pinar, das Cap Ferrutx, die Talaia Moreira, den Stränden s’ Arenalet, es Matzoc, Cala Mitjana, Cala Torta, Cala Mesquida und Cala Agulla bis hin zum Leuchtturm von Cala Ratjada zu überblicken. Im Osten ist das Meer bei Cala Millor und der Punta de n’Amer zu sehen. Bei klarer Sicht ist auch die Nachbarinsel Menorca zu erkennen.
    

Im Anschluss steigt man in rund 25 Minuten wieder zu dem Campament ab, biegt dort rechts und dann sogleich bei einem Gedenkstein, den die Regierung der Balearen 2002 zu Ehren der Gefangenen aufgestellt hat, links auf eine breite Piste ab. Diese wird nach etwa zehn Metern bei den Schildern „Camí dels Presos, Pàrquing, Route Nr. 3“ und „GR 222, Ermita de Betlem, Betlem“ links wieder verlassen. Ein Weg führt nun durch einen Kiefernwald abwärts (Pfostenpeile). Man gelangt schließlich wieder auf den breiten Weg und folgt der Beschilderung „Betlem“. Ein bald nach rechts verweisender Pfostenpfeil bei einer Holztür ist zu ignorieren, da er die Route nach Betlem markiert. Geradeaus wird in rund 20 Minuten nach dem Campament wieder die Finca pública s’ Alqueria Vella d’ Avall erreicht.

 

Anfahrt von Palma:
Auf der Ma-15 nach Artà und dort weiter in Richtung Capdepera. Am Ortsausgang befindet sich eine Tankstelle, bei der links (Schild „Parc natural“) abgebogen wird. Bei einem Fußballplatz folgt man dann ebenso links der Beschilderung und gelangt (Schilder „Parc natural“) schließlich zur Ma-3333, die zur Ermita de Betlem führt. Die Landstraße wird bei Kilometerstein 4,7 und dem Schild „Parc natural del la Península de Llevant“ rechts verlassen. Nach etwa einem Kilometer ist der Parkplatz von s’ Alqueria Vella d’ Avall erreicht.

Tourencharakter:
Mittelschwere Wanderung auf breiten Pisten und steinigen Pfaden. Für Kinder geeignet. Hinweis: Im gesamten Naturpark dürfen Hunde nur angeleint mitgeführt werden.
Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant.
Einkehr: Lokale in Artà.

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