Wandern

Zum Piratenturm des Erzherzogs

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Deyá - Mallorca

Eine Wanderung von Deià zum Torre de sa Pedrissa

ROLAND OTTO

Die leichte Wanderung beginnt am Ortseingang von Deià. Hier verweist ein Schild „Refugi Ca’n Boi“ links auf eine schmale Straße, die parallel zum Torrent Major abwärts führt. Der im Winter reichlich Wasser führende Sturzbach ist von Schilf, Farnen, Palmen, Zedern, Bougainvilleen und der Blauen Prunkwinde umgeben. Sogar einige Feigenbäume sind an den Seiten des Bachbetts vorzufinden.


Auf der Carrer Es Clot wird dann das Refugi Ca’n Boi erreicht. Die Herberge ist eine der fünf Schutzhütten auf dem Langwanderweg GR 221, der als Ruta de Pedra en Sec, der Trockensteinroute, von Port d’ Andratx nach Pollença führt. Die Carrer Es Clot knickt bei dem Refugi rechts weg. Bei einer bald folgenden Weggabelung folgt man dem Schild „Camí des Cala de Deià“.

 

Die Asphaltstraße geht nun in einen Flurweg über. Der Wanderer erreicht ein hübsches Häuschen, bei dem Schild „Camí des Ribassos, Cala de Deià“ beginnt ein Pfad. Dieser führt durch eine Terrassenlandschaft mit Olivenbäumen weiter in das enge Tal. Man folgt den Pfostenpfeilen, roten Klecksen und Steinmännchen, übersteigt bei Mauerdurchlässen zwei Holzleitern, gelangt dann zu einer Weggabelung und bleibt dort geradeaus (Schild „Cala de Deià“) auf der Haupt­piste. Diese führt teils gepflastert zum Torrent Major, der auf einer Holzbrücke gequert wird. Seit Tourstart hat die Gehzeit rund 20 Minuten betragen.


Weiter geht es dann links auf der Straße in Richtung Cala de Deià. Die Fahrbahn führt an einem hohen Felsklotz mit Höhlenbildungen und an dem Parkplatz der Bucht von Deià vorbei. Rund zehn Minuten nach der Holzbrücke ist eine Weggabelung erreicht. Geradeaus geht es weiter zur Cala de Deià.


Die Route zum Torre de sa Pedrissa zweigt hier jedoch links ab. Man quert auf einer Brücke wiederum den Torrent Major und steigt auf einer steilen Straße durch eine kleine Urbanisation auf. Schließlich wird ein großes, verschlossenes Eisen­tor mit einem Schild „Privada“ erreicht. Links von diesem befinden sich aber Stufen, auf denen das Tor zu umgehen ist. Man kann hier bedenkenlos weiterwandern, wie sich einige Minuten später zeigen wird.


Eine Asphaltpiste verläuft dann in steilen Kehren weiter aufwärts. Man gelangt zu einem weiteren Eisentor, vor dem rechts ein Waldweg abbiegt. Hier hat man einen vorzüglichen Ausblick auf die Cala de Deià, die drei Felsen „Es Còdols Blancs“ und die Küste von Llucalcari.


Auf dem Waldweg wird wenig später ein verschlossenes Eisentor erreicht, die Gehzeit von der Brücke unten beim Torrent Major bis hier hat rund eine Viertelstunde betragen.


Vor dem Tor steigt man dann rechts auf Stufen zu einem Holztor ab, bei dem sich mehrere Schilder befinden. Auf diesen wird mehrsprachig darauf hingewiesen, dass man sich auf einem Privatweg befindet, auf dem man nur zum Wachturm Torre de sa Pedrissa wandern darf. Auch einige Regeln, die zu beachten sind, werden genannt.


Weiter geht es hinter dem Tor, das auf Sprossen überstiegen wird, auf einem Trampelpfad. Der Camí de sa Torre führt in ständigem Auf und Ab durch einen lichten Kiefern­wald, wobei man immer auf der Hauptpiste bleibt. Rund eine Viertelstunde nach dem verschlossenen Eisentor ist dann der Torre de sa Pedrissa erreicht. Auch hier wird auf einem Schild wieder darauf hingewiesen, dass man sich auf Privatgelände befindet.


Der Torre wurde zwischen 1612 und 1614 zum Schutz vor Piraten­überfällen erbaut. Neben dem Wachturm liegt heute ein langes Stück der Kanone, die sich einst hier befunden hat. Später war Erzherzog Ludwig Salvator Eigentümer des Turms. Oben auf der Plattform des Torre befindet sich eine kleine Steinhütte, die im Spanischen Bürgerkrieg der franquistischen Küsten­wache als Beobachtungs­posten diente.


Die Aussicht in der näheren Umgebung des Turms ist fantastisch. Links ist die Felsnase der Sa Foradada zu sehen, ganz weit dahinter die Insel Dragonera mit dem Cap de Tramuntana und dem Hauptgipfel Na Pòpia. Rechts schweift der Blick von der Punta de Sóller über den Torre de na Seca und das Küstengebirge Montcaire bis hin zum Penyal Migdia, Puig Major und Morro d’en Pelut. Beeindruckend ist auch der Tiefblick auf das im Winter tosende Meer, dessen hohe Wellen sich an den Klippen brechen. Anschließend begibt man sich in rund 40 Minuten wieder zurück zu der Holzbrücke, die über den Torrent Major führt.


Hier folgt man nun geradeaus dem Schild „Deià, Camí de sa Vinyeta“. In der Folge zweigen bei Pfosten­pfeilen mehrmals teils gepflasterte und teils steile Abkürzungspfade und -wege ab.


Der Wanderer übersteigt bei dem Aufstieg ein Tor auf einer Leiter und hat immer wieder einen herrlichen Blick auf die Gebirgskette Serra des Boixos, die Deià überragt. Auf der linken Seite ist der Puig de sa Galera zu sehen, rechts sind die Cingles de Son Rul.lan zu erblicken. Dort oben verläuft teils hart an der Kante der senkrecht abstürzenden Steilwände der Reitweg, den Erzherzog Ludwig Salvator einst errichten ließ.


Beeindruckend präsentiert sich auch der Es Puig mit der Pfarrkirche. Auf den steilen Abhängen sind die auf engstem Raum errichteten Terrassen­mauern zu sehen, die einst teilweise bewirtschaftet waren. Nachdem man nochmals eine Holzleiter überstiegen hat, ist nach rund 20 Minuten der Ortseingang von Deià, diesmal aus Richtung Sóller, erreicht. Nun sind auf der C/. Arxiduc Lluís Salvador noch rund fünf Minuten bis zum Parkplatz bei dem Schild „Refugi Ca’n Boi“ zu gehen.

 

Wegstrecke
7 km (hin und zurück)


Nettogehzeit
rund 2 Std.


Höhenunterschied
160 m


Schwierigkeitsgrad
**

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-1110 nach Valldemossa, dort auf der Ma-10 nach Deià. Parkplatz am Ortseingang vorhanden.


Tourencharakter: Leichte Wanderung auf Asphalt, Waldwegen und Trampelpfaden.

Hinweis: Der Camí des sa Torre zum Wachturm Torre de sa Pedrissa war jahrelang gesperrt. Der Besitzer des Terrains musste den Camí aber öffnen, weil er ein öffentlicher Weg ist. Der Wanderer sollte sich an die auf Tafeln genannten Regeln halten, auch wenn sich der Eigentümer mit einem etwas anmaßenden Ton an die Besucher wendet. Für Kinder geeignet.


Ausrüstung: Leichte Wanderschuhe, Regenschutz.


Einkehr: Lokale in Deià
 

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