Sightseeing

Ses Salines: Eine Meile, zig Möglichkeiten

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Santanyí - Mallorca

Die Dorfstraße von Ses Salines hat so einiges zu bieten – nicht nur in kulinarischer Hinsicht

JUTTA CHRISTOPH

Der Wochenmarkt
Auf der Plaça Major ist jeden Donnerstagvormittag Markt. Die Einwohner der 5.000-­Seelen-Gemeinde können sich hier mit dem Nötigsten eindecken: Obst, Gemüse, Blumen und natürlich mit knusprigen Hühnerbeinen vom „Rey de pollos“. Besucher schlagen selten wegen des Wochenmarktes in Ses Salines auf. Die meisten bevorzugen Mallorcas Naturprodukte tellerfertig in einem der zahlreichen Bars und Restaurants im Ort.


Bar-Hopping
Unmöglich, alle Bars von Ses Salines hier aufzuführen – das würde zu viele Zeilen kosten. Nur so viel sei gesagt: Zirka alle zehn Meter findet man an der Dorfstraße eine Espresso­maschine. Den Anfang macht am südlichen Ortseingang die Bar Orient, seit 59 Jahren im Familienbesitz von Catalina Burguera und Treffpunkt der Einheimischen. Von dort geht‘s zum Beispiel in die Bodega Llum de Sal, wo im Winter ein Holzofen brennt. Morgens trinkt man in einem der Clubledersessel seinen Kaffee, abends Wein oder Likör von der Insel.


Take-away zum Strand
Auch wenn die Strandsaison noch auf sich warten lässt, halten Edi Burkhart, ehemaliger Küchenchef im Vienna in Cas Concos, und ­Anette Österle im Amano die Stellung. Die Idee ihres im Juli eröffneten Take-aways: Sie vermieten Kühlboxen gefüllt mit einem Picknick für den Strand. Wer im Winter am Amano anhält, nimmt albóndigas, Datteln im Speckmantel oder Streuselkuchen mit auf den Spaziergang. Noch besser: den Mittagstisch vor Ort genießen. Pizza, Gulasch und Königsberger Klopse werden an zwei Marmortischen serviert und sind, wie alles andere auch, selbst gemacht (Di – So, 11 – 20 Uhr).


Manolos Familienterrain
Erste Adresse am Kirchplatz ist „Casa Manolo“ (Di – So, geschlossen bis 31.1.). Der Familienbetrieb in dritter Generation ist für seine Fischspezialitäten bekannt, wie calamares en su tinta, und für seine fototapezierten Wände. Manuel Barahona, den alle nur Manolo nennen, hat das Lokal von seinen Eltern übernommen, die hier noch eine Bodega führten. Zusammen mit Frau Margarita und seinen zwei Kindern ­Apolonia und Juan, der am Herd steht, führt er die Traditionen weiter. So hängen unter der Decke immer ein paar Schinkenbeine, die übers Jahr verzehrt werden. Wenn man einen Blick nach oben wirft, sieht man Hunderte Bindfäden von den Holzbalken baumeln – an jedem soll mal ein Schinken gehangen haben.


Wer es weniger eng und urig mag, geht nebenan ins Restaurant Es ­Teatro, ebenfalls in Manolos ­Familienbesitz (Do – Di, 10 – 23 Uhr). Auf einer Reise nach Buenos Aires hatte der Mallorquiner die Idee, argentinische Grillspezialitäten in seiner Heimat anzubieten. 2008 übernahm er das alte Herrenhaus an der Dorfstraße, das ehemals Theater, Pension und Tanzsaal war, und richtete ein Fleisch-Restaurant ein.


An der Durchgangsstraße nach Santanyí finden sich noch weitere Lokale wie das „Cassai“ oder das „Sa Fusteria“, die allerdings bis Anfang Februar geschlossen haben.


Bewohnter Wehrturm
Das originellste und vielleicht älteste Gebäude im Ort dürfte der Wehrturm von Miquel Salom Vicens sein. Der 83-Jährige kaufte den von den Arabern erbauten Turm mit Wohnhaus 1968 und richtete ihn häuslich ein. An der Straßenseite ist in die eineinhalb Meter dicke Mauer eine zarte Holztür mit einer Glocke eingelassen, die man manuell läutet. Mit etwas Glück ist Miquel daheim und zeigt Besuchern seine antiken Schätze. Das Turmzimmer ist heute mehr Museum als Wohnzimmer, in einer Vitrine bewahrt Miquel zum Beispiel ein Faksimile des Codex Calixtinus auf. Das Original von 1325 liegt im Archiv der ­Kathedrale von Santiago de Compostela. Zu kaufen ist Miquels Wehrturm übrigens nicht. Der Mallorquiner hat das Gebäude bereits 2009 seinem ­Geburtsort vermacht.


Neues Streckenwandernetz
Ein Besuch im Rathaus führt direkt zu Stadtrat Juan ­Rodríguez. Er hat tolle Neuigkeiten: Im Gemeindegebiet Ses Salines sind sechs neue Wanderwege eingerichtet worden, die durch Naturschutzgebiete und an archäologischen Funden vorbei führen. Ab Sommer sind auch vogelkundliche Führungen geplant. Im Fremdenverkehrsbüro erhält man schon jetzt einen kostenlosen Faltplan in drei Sprachen (Spanisch, Englisch, Deutsch), in dem Fauna und historische Denkmäler erklärt werden. Wer sich vorab informieren möchte, schaut auf die neue Online-Seite von Ses Salines: www.mallorcainfo.com

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