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Öffentliche Fincas auf Mallorca: Hier stehen Ihnen die Tore offen

Die balearische Landesregierung verwaltet zwölf Erholungsgebiete, die jedermann besuchen kann. Die Ausflugsziele im Überblick
24-08-2011 23:00
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Das Refugi bei s?Arenalet. Foto: B. Pohle

Das Refugi bei s?Arenalet. Foto: B. Pohle

Nicht überall in Mallorcas Gebirge finden sich Ausflügler vor verschlossenen Gattern wieder: Insgesamt zehn öffentliche Fincas gibt es in der Tramuntana, weitere zwei auf der Peninsula de Llevant im Nordosten. Hier kann man bedenkenlos wandern, picknicken, schwimmen und teilweise auch übernachten.

Menut, die Kleine

Auf einem Fußweg vom Kloster Lluc oder von dem beschilderten Abzweig von der Landstraße MA-10 (Lluc-Pollença) ist das Landgut „Menut" (übersetzt „klein") zu erreichen. Diese 358 Hektar große Finca ist die älteste unter allen fincas públicas, seit 1927 gehört sie der Regierung. Sie befindet sich in der zentralen Serra de Tramuntana auf dem Gemeindegebiet von Escorca. Seit vier Jahrzehnten ist hier die Forstbaumschule „Viver Forestal de Menut" untergebracht. Auf dem Gelände der öffentlichen Finca „Menut" gibt es zwei Picknickplätze: Menut I und Menut II sowie den Zeltplatz Es Pixarells (Reservierungen unter Tel.: 971-51 70 70/74).

Binifaldó wie das Mineralwasser

Die Finca „Binifaldó liegt rund zwei Kilometer von „Menut" entfernt ebenfalls in der Gemeinde Escorca. Das Landgut Binifaldó wird vom Felskoloss Puig de Tomir überragt. Hier können Jugendliche in einem Schulungszentrum ein Umweltpraktikum machen. In unmittelbarer Nähe des Landguts „Binifaldó" befindet sich die Abfüllstation planta embotelladora des gleichnamigen Mineralwassers. Die öffentliche Finca ist 377 Hektar groß. Mallorcas Langwanderweg GR 221 führt hier vorbei. Auf einer fast ein Kilometer langen Strecke wurde hier Mallorcas erster Wanderweg für Blinde eröffnet. Sie können sich mit ihren Stöcken an Holzplanken orientieren. Auf Tafeln werden auch in Blindenschrift Pflanzen vorgestellt, zum Beispiel die rund 500 Jahre alte Steineiche Alzina d'en Pere.

Die Wälder von Son Moragues

Am Ende des Dorfes Valldemossa beginnt die öffentliche Finca Son Moragues. Jetzt im Sommer bieten sich die breiten Wanderwege für kühle Spaziergänge an. Hier sind Köhlerhütten und -plätze und in 850 Meter Höhe ein Schneehaus zu besichtigen. Die Finca ist 579 Hektar groß. In der kühleren Jahreszeit steigt man von hier aus zum Reitweg des Erzherzogs Salvator, dem Camí de s'Arxiduc, und weiter zum Massiv des Teix auf. Auf dem Gebiet von Son Moragues befindet sich der Picknickplatz Sa Font des Polls und eine Herberge, die man unter der Rufnummer 900-30 00 01 reservieren kann (Mo bis Fr 10 bis 14 Uhr).

Revier der Mönchsgeier: Mortitx

Die 719 Hektar große öffentliche Finca von Mortitx liegt zwischen der Straße von Lluc nach Pollença und dem Meer auf dem Gemeindegebiet Escorca. Auf der MA-10, bei Kilometer 10.3, befindet sich ein Wegweiser. Die Wege sind teilweise gesperrt, weil hier der voltor negre, der Mönchsgeier, brütet. Das Gebiet bei Mortitx ist auch bei den mallorquinischen Jägern sehr beliebt. Weinliebhaber können hier nach Voranmeldung die Weingärten und die Bodega Vinyes Mortitx besichtigen (www.vinyesmortitx.com, Tel.: 971-53 38 89). In der Herberge Lavanor kann man übernachten, unter der Rufnummer 900-30 00 01 können dort Plätze reserviert werden (Mo bis Fr 10 bis 14 Uhr).

Nahe beim Puig Major: Cúber

Die Finca Cúber liegt nicht nur in der Nähe des Puig Major, Mallorcas höchstem Gipfel. Um den Stausee Cúber ragen auch die Tausendergipfel Puig de sa Rateta und der Ost- und Westgipfel des Puig de sa Font sowie der Morro d'Almallutx empor. Die öffentliche Finca ist 362 Hektar groß, wovon der Stausee rund 60 Hektar bedeckt. Im Sommer kann man bei der Volta a l'embassament einmal um den Stausee herumgehen. Einer der bekanntesten Picknickplätze der Insel befindet sich hier, die Àrea recreativa de sa Font des Noguer. Außerdem kann man in der Herberge Refugi de Cúber übernachten. (Reservierungen unter Tel.: 900-30 00 01, Mo bis F 10 bis 14 Uhr.)

Alpine Welt: Coma des Prat

Zur Coma des Prat gelangen Wanderer auf dem Weg vom Refugi de Tossals Verds zum Kloster Lluc. Sie passieren zuerst die Cases de Prat und dann die Quelle Font des Prat, die auch Font de Massanella genannt wird. Auf dem 189 Hektar großen Gebiet in der Gemeinde Escorca befinden sich zwei Schneegruben, die cases de neu. Neben der Font des Prat ist dort noch eine weitere Quelle, die Font de ses Tosses den Gallina, vorzufinden.

Sprudelnde Quellen: Gabellí Petit

Nach starken Regenfällen strömen bei ses Fonts Ufanes Wassermassen aus den Quellen. Sie befinden sich auf der Finca Gabellí Petit auf dem Gemeindegebiet von Campanet. Im Jahr 2001 wurden die Fonts Ufanes zum „Monument Natural" deklariert. Der Eingang zu dem 44 Hektar großen Naturerholungsgebiet befindet sich in der Nähe der Kapelle Sant Miquel, eine der ältesten Kirchen Mallorcas. Ein Besuch auf der öffentlichen Finca lohnt sich auch, wenn die Quellen gerade einmal nicht sprudeln, denn dann hat man mehr Platz, seine Decke für einen Picknick auszulegen. Im Rathaus von Campanet (Tel.: 971-51 60 05) kann man nachfragen, wann das Wasser in den Fonts Ufanes sprudelt.

Orchideen in Planícia

Die 2009 von der Landesregierung erworbene Finca Planícia zwischen Banyalbufar und Estellencs ist 442 Hektar groß. Man erreicht die Finca über die Straße von Pollença nach Andratx (MA-10). Wenn man von Banyalbufar weiter in Richtung Estellencs fährt, ist der Eingang zur Finca Planícia nach ein paar Kilometern linker Hand. Hier finden Spaziergänger Rastplätze. Zu ihnen gelangt man nach einem kleinen, wahlweise halb- oder einstündigen Spaziergang. Im Frühjahr kann man dort seltene Orchideenarten bewundern.

Das Wandergebiet Míner Gran

Die öffentliche Finca Míner Gran ist nach dem gleichnamigen, 876 Meter hohen Gipfel Míner Gran benannt. Das 536 Hektar große Gebiet auf dem Gemeindegebiet von Escorca ist ein von der Landesregierung ausgewiesenes Jagdrevier. Erreichbar ist die Finca Míner Gran von der Straße Lluc-Pollença (MA-10) aus. Das erste Stück Weg geht man auf dem Pilgerweg von Lluc nach Pollença, dann steigt man über den Pas del Diable zum Coll de Fartàritx, auch Coll de Míner genannt, auf. Hier oben kann der Wanderer zwei Schneegruben besichtigen und kann von hier aus auf den Gipfel des Míner Gran oder auf den Puig de Tomir klettern.

Der Ferreret in Ses Figueroles

Ein Teil der 272 Hektar großen öffentlichen Finca liegt auf dem Gemeindegebiet von Selva, nur ein kleines Stück gehört zu Escorca. Das Umweltministerium des Govern Balear hat 1997 diese Finca erworben, um den Lebensraum der auf Mallorca einheimischen Geburtshelferkröte Ferreret zu schützen. Seit 2001 ist es ebenfalls ausgewiesenes Jagdgebiet. Es ist auch für Wanderer erreichbar, wenn sie auf dem Weg vom Coll de sa Batalla über den Coll de sa Rota über Ses Figueroles in Richtung Binibona und Caimari wandern.

Perle im Nordosten: Albarca

Die Landesregierung hat 1999 die Fincas Albarca und es Verger mit ihrer 1.127 Hektar großen Fläche erstanden und in den „Parc natural de la península de Llevant" integriert. Hier können Wanderer auf bequemen Wegen Berge und Küste erkunden. Von Artà gelangt man auf der C/. Pou Nou zum Ortsausgang. Dort beginnt die Ma-3333 in Richtung Ermita de Betlem. Auf dieser Straße fährt man bis zum Kilometerstein 4.7, biegt dort rechts ab und gelangt zu einem Parkplatz und dem Informationszentrum, das im alten Gutshof s'Alqueria Vella d'Avall untergebracht ist. Hier findet man mehrsprachige Infoblätter (auch auf Deutsch) mit gutem Kartenmaterial für Wanderwege. Wer sich vorher informieren will: Oficina del Parque natural de la península de Llevant, C/. de l'Estel, Mo bis Fr 8-15 Uhr, Tel.: 971-83 68 28. Am Strand von s'Arenalet befinden sich eine Herberge sowie ein Zeltplatz: Refugio de s'Alzina, els Oguers y s'Arenalet. Reservierungen: Consorcio Aubarca es Verger, Tel.: 971-82 92 19.

Gedenkstätte s'Alqueria Vella

Diese 373 Hektar große Finca liegt direkt am Eingang des Parc natural de la península de Llevant. Sie wurde im Jahr 2000 von der Landesregierung erworben. Nach zehn Minuten Fußweg treffen Wanderer hier auf die Ruinen des Campament dels Soldats. Zwangsarbeiter des Franco-Regimes mussten hier eine Straße in den Berg hauen. Zurzeit finden hier Ausgrabungen statt. Eine Gedenkstätte soll künftig an das Arbeitslager erinnern.

www.caib.es

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