Kreuzfahrten

Familien an Bord

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Palma de Mallorca - Mallorca

Kinder, wir machen eine Kreuzfahrt. Aber bitte auf dem richtigen Schiff!

JÖRG A. BOECKMANN Für immer mehr Familien sind Kreuzfahrten eine attraktive Alternative zum Hotel­aufenthalt oder zur selbst organisierten Pkw-Reise geworden. Bei Schiffsreisen mit Kindern unterliegt die Auswahl des passenden Angebotes jedoch anderen Gesichtspunkten als bei Alleinreisenden und Paaren. Diese Kriterien werden auch maßgeblich vom Alter der Kinder bestimmt.


Allgemein ist das Reiseziel beziehungsweise die geplante Route des Schiffes das wichtigste Kriterium. Mindestens ebenso wichtig aber sind die Möglichkeiten und Attraktionen, welche die Schiffe bieten. Zu bedenken ist auch, ob die von der Reederei oder individuell organisierten möglichen Landausflüge den Bedürfnissen der Kleinen entsprechen, ganz besonders im mediterranen Hochsommer.


Die Wahl des richtigen schwimmenden Ferienhotels will also überlegt sein. Das beginnt schon bei der Kabine. Es ist nicht ganz einfach, die passende zu finden. Preislich attraktiv und mit hohen Kinder­ermäßigungen ausgestattet sind normalerweise Doppelkabinen, welche zusätzliche an der Wand angebrachte Pullman-Betten oder ein Schlafsofa anbieten. Räumlich großzügiger, aber auch spürbar teurer ist die Variante aus zwei Kabinen mit Verbindungstür. Einige Schiffe bieten auch echte Familienkabinen, ansonsten bleiben Suiten eine oft auch preislich attraktive Variante. 


Kinder bis zu zwei Jahren reisen fast immer kostenlos, und auch danach gibt es großzügigen Nachlass. Die Höhe der Kinderermäßigung ist übrigens nicht für den Gesamtpreis entscheidend, sondern häufig auch ein Indikator dafür, wie erwünscht Kinder und Familien auf einem Schiff sind. Neben dem ­voraus zu zahlenden Reisepreis ist ähnlich wie beim Hotel­urlaub auch das eingeschlossene Leistungsspektrum für die Gesamtkosten wichtig. Wenn das Schiff kein All-inclusive bietet, sind Soft-Drink-Pauschalen eine interessante Kosten­bremse.


In der Ferienzeit ist auch das ­Unterhaltungsangebot auf vielen Schiffen auf die Kinder ausgerichtet. In den Mini Clubs werden sie in mehrere Altersklassen eingeteilt und oft bis in die Abendstunden hinein betreut. Das Mindestalter für die Kinder­animation ist schiffsabhängig und liegt häufig bei drei oder vier Jahren. Kostenpflichtig ist der teilweise angebotene Babysitter-Service. Wegen des vielen Metalls funktionieren mitgeführte Baby­phones häufig nicht. 


Kleine und auch etwas ältere Kreuzfahrer können sich meist für die Schiffsausstattung mit Pools, Wasserrutschen oder Kletterwand begeistern. Neben Angeboten für die Kinder selbst sind aber auch Einrichtungen wie Ruhezonen für Erwachsene interessant. Sehr schön umgesetzt war diese sogenannte  „Adult Only Area“ auf der Carnival Sunshine, dem komplett umgebauten Fun-Schiff, welches ich kürzlich  gemeinsam mit Lesern der MZ im ­Hafen von Palma besichtigen konnte.


Das von deutschen Familien häufig bevorzugte Restaurant-Angebot ist das Buffet. Etwas mehr Ruhe am Tisch kehrt mit einem servierten Dinner ein. Einige Reedereien bieten den Service, dass Kinder nach 45 Minuten mit speziellem Kindermenü abgeholt und im Kinder Club unterhalten werden, sodass die Eltern in Ruhe weiter ihr Dinner genießen können.


In der Praxis gar nicht so entscheidend ist die sprachliche Zusammensetzung der Gäste, denn die Betreuungseinrichtungen sind gerade in der Ferienzeit auf Kinder aus allen größeren europäischen Ländern eingestellt. Für viele Eltern bleibt die Sprache jedoch ein wichtiges Auswahlkriterium, bei dem dann zum Beispiel das deutschsprachige und qualitativ hochwertige Kinderprogramm von Aida punkten kann.


Obwohl die Zahl der Anläufe von Kreuzfahrtschiffen im Hafen von Palma auch im Juli und August recht hoch bleibt, bietet nur ein kleiner Teil der Schiffe die Möglichkeit, die Reise hier auch zu beginnen und zu beenden. Im Juli und August kann auf der „Aida Blu“ und der „Aida Vita“, der „Costa Serena“ und der „Costa Favolosa“ sowie der „MSC Sinfonia“ eingecheckt werden. Alle diese Schiffe sind auch für Familien sehr geeignet. Bei Costa und MSC reisen Passagiere aus unterschiedlichsten europäischen Nationen, die Aida- Gäste sind deutschsprachig.


Wer das bei spanischen Familien momentan heiß begehrte Traumschiff der Familienkreuzfahrt erleben möchte, muss seine Reise in Barcelona starten. Dort beginnen und enden noch bis zum 7. September die Kreuzfahrten auf der „Disney Magic“. Für vier, sieben oder zwölf Nächte geht es mit den Disney-Figuren Kurs westliches und östliches Mittelmeer. Die Preise beginnen bei 658 Euro pro Person und beinhalten alle Softdrinks und viele Begegnungen mit ­Mickey und Co. Einige Touren führen auch nach Palma, wo jedoch keine Einschiffung möglich ist.

 

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