Nachrichten | Hosteleria

Luxus und Ruhe im alten Herrenhaus bei Artà

Seit 1993 gehört der westfälischen Unternehmerfamilie Hamacher das Landgut Carrossa. Jetzt hat sie ein 5-Sterne-Resort eröffnet
23-07-2018 23:00
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Herzstück des 340-Hektar-Geländes: das alte Herrenhaus, das rund 500 Jahre alt ist. Es beherbergt Gästezimmer, Bars und Restaurants Foto: Carrossa

Herzstück des 340-Hektar-Geländes: das alte Herrenhaus, das rund 500 Jahre alt ist. Es beherbergt Gästezimmer, Bars und Restaurants Foto: Carrossa

Noch sind die Oleander- und Rosmarin-Pflanzen klein, eine Gruppe von Gärtnern legt die letzten Beete an. Dennoch ist beim Besuch des „Carrossa Hotel Spa Villas" nicht zu übersehen, dass hier bereits eine Wohlfühloase geschaffen wurde. Seit Mitte Juni ist das 5-Sterne-Resort bei Artà für Gäste geöffnet.

„Früher einmal lebte hier eine Adelsfamilie, sie war der größte Arbeitgeber in Artà", erzählt Heinz Hamacher und blickt über das Gelände. Auf 340 Hektar erstreckt sich das Terrain, das er gemeinsam mit seinem Bruder Werner 1993 erwarb. Das neue Resort macht nur einen Teil aus, der Rest ist durch landwirtschaftliche Felder und geschütztes Gelände geprägt. Was für ein Ausblick: Im Norden ist die Bucht von Alcúdia zu erkennen, im Osten das Kloster von Artà, im Südosten die Küste von Cala Millor und im Westen erstreckt sich das Llevant-Gebirge. Das Herzstück des Geländes bildet das alte Herrenhaus. „Es ist rund 500 Jahre alt", erklärt Hamacher. Von Verfall kann aber keine Rede sein. Die Natursteinwände sind saniert, die Fenster erneuert, die Bar im Hauptgebäude mit modernen Elementen gespickt.

„Wir haben in den vergangenen Monaten alles renoviert", berichtet Peter Hamacher. Der 34-Jährige ist der Neffe von Heinz Hamacher, sein Vater Werner Miteigentümer des Grundstücks. „Während sich mein Onkel in den vergangenen Jahrzehnten auf Mallorca konzentrierte, baute mein Vater mehrere Luxushotels in Österreich auf", berichtet Peter Hamacher. „Aber ich bin jetzt 68 und kinderlos", so sein Onkel. „Also entschieden wir vor zwei Jahren, hier ebenfalls ein Resort aufzubauen, das meine Neffen leiten." Peter ist für den Vertrieb und das Marketing zuständig, sein Bruder Alexander für die Finanzen.

„Wir haben viel investiert", sagt Peter Hamacher. Wie viel, das will er nicht verraten. Nicht nur das Herrenhaus, in dem jetzt einige der insgesamt 75 Zimmer und Suiten untergebracht sind, ist grunderneuert worden. Drei weitere ­Zimmerkomplexe sind komplett neu errichtet worden – auf den Fundamenten alter Schafställe. Auch dort herrscht Luxus pur. Die Designermöbel sind teils in Deutschland fabriziert worden, die Kunst an den Wänden hat Peter Hamachers Tante Irmgard gemalt. Von den Terrassen aus genießen Gäste den Meerblick für bis zu 400 Euro pro Nacht.

„Ich bin eigentlich kein 5-Sterne-Typ", sagt Heinz Hamacher und klingt mit seinem westfälischen Tonfall sympathisch bodenständig. Bis vor wenigen Monaten, als das neue Resort Formen annahm, wohnte er selbst im Herrenhaus. „Aber ich habe genug gearbeitet, jetzt wohne ich in einem der Ferienhäuser auf dem Grundstück", sagt er. Sein Herz hängt weiterhin am Landgut. „Die alte Kapelle und eine uralte Sonnenuhr am Haupthaus sind immer noch erhalten und die Olivenbäume sind rund 900 Jahre alt", berichtet er. Er hatte das Herrenhaus vor 20 Jahren schon einmal renovieren lassen, empfing seit 2002 kleinere Seminar- und Kongressgruppen. „Jetzt gibt es für die noch viel mehr Platz", sagt er. Tatsächlich: Ein heller Konferenzsaal gleich neben dem neuen Wellnesstempel und unter dem Außenpool fasst rund 130 Kongressteilnehmer. Für kleinere Gruppen gibt es weitere Räume. „So ruhig und idyllisch wie hier ist es im Kongresszentrum in Palma nicht."

„Wir wollen neben geschäftlichen Gästen Familien, Paare und Rentner anziehen", ergänzt Peter Hamacher. „Eigentlich alle, die Ruhe und Authentizität suchen." Und auch für Unternehmungslustige sei die Gegend ideal – vier Golfplätze, Wanderstrecken und Strände sind schnell zu erreichen. Gourmets kämen in den zwei Restaurants im Resort auf ihre Kosten. „Unser Chef-Koch Nicholas Gomez setzt auf Qualität." Jeden Tag gebe es leichte Kost und Fisch aus der Bucht von Alcúdia, auch für Gäste, die nicht im Hotel wohnen. Gegenüber der Kapelle wachsen Weinreben. „Noch ist es nur unser Show-Weinberg", sagt Peter Hamacher. „Aber vielleicht können wir hier eines Tages eigenen Wein anbauen. Das wäre mein Traum."

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