Nachrichten | Hosteleria

Die große Show der Sterneküche im Park Hyatt Hotel

Austern und Borschtsch Luftakrobatik und Live-Schaltungen: So verlief der Große Gourmet Preis in Canyamel
11-04-2018 23:00
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Einer für alle, alle für einen: die Köche des Großen Gourmet Preises mit Veranstalter Andreas Dietz (ganz re.). Foto: Park Hyatt

Einer für alle, alle für einen: die Köche des Großen Gourmet Preises mit Veranstalter Andreas Dietz (ganz re.). Foto: Park Hyatt

April, April, der macht, was er will – auch auf Mallorca. Und so war der Himmel eher grau und die Temperaturen ein wenig kühl, als sich die über 120 Gäste des Großen Gourmet Preises am vergangenen Samstag (7.4.) am frühen Abend auf der Terrasse des Park Hyatt Hotels in Canyamel einfanden und zu Beginn Champagner schlürften, Fingerfood schnabulierten und dem Saxofonisten Norbert Fimpel lauschten.

Der Vorfreude auf ein von fünf Sterneköchen und dem Hauskoch des Nobelhotels zubereitetes Dinner tat dies keinen Abbruch – zumal man sich ja auch etwas gönnte: 186 Euro hatte die Teilnahme gekostet. Dass man dafür auch etwas geboten bekam, wurde gleich beim ersten Gang deutlich, der einigen der Feinschmecker schon aus dem Zaranda bekannt war: Zu einem Bille­cart-Salmon-Rosé Champagner gab es Austern von Fernando P. ­Arellano mit Roter Bete und Kaviar – in einer mit Majorica-Perlen gefüllten Schatulle. „Ein eher klassisches Gericht", erklärte der überaus bescheiden auftretende Zwei-Sterne-Koch des Hotels Son Claret in Es Capdellá, als er danach auf die Bühne gebeten wurde, „dem wir mit den Perlen einen lokalen Bezug gegeben haben."


Ab in die Küche

„An so einem Abend geben wir den Gästen die Möglichkeit, das Best-of der örtlichen Topköche in einem Menü zu genießen. Das sind meist deren bekannteste Gerichte", erklärt der deutsche Veranstalter Andreas Dietz. So genoss man die Neuinterpretation eines Borschtsch von Adrián Quetglas ebenso wie den Kabeljau mit Erbsencreme und Aloe vera von Marc Fosh – beides Klassiker der Sterneköche.

Per Kamera wurden die Gäste zwischendurch mit in die Küche genommen, wo ein quirliger Dietz dreisprachig moderierte, während etwa Andreu Genestra seinem Spanferkel den letzten Schliff gab. Nach jeden Gang begleitete Dietz die Köche zudem auf die Bühne, um ihnen Gelegenheit zu geben, ihr Gericht zu erklären. Diese Schaltungen und Auftritte, die Live-Musik und die Vertikaltuch-Akrobatik zweier Artisten des Cirque du ­Soleil machten das Gourmetessen zu einer abwechslungsreichen kulinarischen Show. „Das ist Teil des Konzepts. Es geht nicht nur darum, ein paar Sterneköche kochen zu lassen, sondern wir wollen unseren Gästen für ihr Geld etwas Besonderes bieten", sagt Dietz. Wozu auch drei Verlosungen beitrugen: eine Kreuzfahrt für zwei Personen auf der „MS Europa 2" von Hapag Lloyd Cruises im Wert von 11.000 Euro sowie zwei Dreitagesaufenthalte in Hyatt-Hotels in Wien und auf Mallorca.

Reich werden könne man mit dem Großen Gourmet Preis zwar nicht, wie Andreas Dietz meint, der die Künstleragentur Desas betreibt und viele Hotelveranstaltungen organisiert. Dafür seien die Kosten für Köche, Produkte, Getränke und Organisation zu hoch. Aber für alle Beteiligten rechnen tut er sich trotzdem: Der von Dietz erfundene Preis ist in Deutschland schon seit 20 Jahren erfolgreich. Seit 1998 gibt es pro Jahr etwa sechs bis sieben Veranstaltungen. Während dort anhand eines Rankings auf Basis der Benotungen aller verfügbaren Restaurantführer (www.restaurant-ranglisten.de) der beste Koch eines jeweiligen Bundeslandes ermittelt wird, steht auf der Insel – hier ist Dietz seit 2010 aktiv – der Aspekt des „besten Kochs" nicht im Vordergrund. Auch mangels der Vielfalt an entsprechenden Gastronomieführern. „Aber es sind immer die Topköche der Insel dabei."

Für den Kollegen einspringen

Und die arbeiten dann in der Küche Hand in Hand zusammen – in diesem Fall mit Ausnahme von Tomeu Caldentey, der kurzfristig verhindert war und deswegen die Zutaten für sein Gericht (Wolfsbarsch mit Hummersauce und Wildkräuterschaum) vorab nach Canyamel brachte. Für die Zubereitung am Abend sorgten die fünf anderen Köche. „Früher hat jeder für sich gekocht und nur an sich gedacht, heute sind wir Freunde, kochen miteinander und natürlich in so einem speziellen Fall auch für einen anderen", sagt MZ-Autor Marc Fosh, der schon beim ersten Event dabei war und auch als Gastkoch bei Dietz' deutschen Veranstaltungen mitgewirkt hat. „Trotz all dem Stress haben wir auch viel Spaß miteinander." Das liegt vielleicht auch an der Tatsache, dass drei der Köche (­Arellano, Fosh, Quetglas) ihre Frauen (Mariadelina, Iris und Martina) dabei hatten, die ihre Männer zum Teil auch in der Küche unterstützten.
Während die am Ende sichtlich abgekämpften Sterneköche, ihre Frauen und Küchenhelfer den Abend abseits des Trubels in der Bar ausklingen ließen, hatten die Gäste nach der Kochshow Spaß beim Tanzen.

Erst gegen zwei Uhr gingen die Letzten ins Bett. Die meisten davon in ein Park-Hyatt-Hotelbett, denn sie hatten das entsprechende Angebot genutzt und konnten sich so auch am nächsten Tag noch in dem dorfartig angelegten Hotelareal umschauen.

Angetan von dem Abend war auch die MZ-Gewinnerin (Gala-Abend plus Übernachtung und Frühstück) Karin Saffe, die gemeinsam mit ihrer Begleiterin Rosi Wurzrainer kam: „Ich wüsste jetzt nicht, welches Gericht ich hervorheben würde, alle waren auf ihre ganz eigene Art besonders. Ich habe Bissen für Bissen genossen. Danke für dieses wunderbare Erlebnis."

Die Mallorca Zeitung war offizieller Medienpartner des Großen Gourmet Preises in Canyamel. Apropos: Wann der nächste Mallorca-Event stattfinden wird, ist noch nicht bekannt, aber vielleicht reizt ja eine Gourmetshow in Heiligendamm, Hamburg oder Bremen?

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