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Dachterrassen von Hotels: Gepflegter Drink mit Aussicht

Acht Vorschläge für einen Gin Tonic oder Bloody Mary hoch über Palma
03-09-2016 23:00
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Trinken, gucken, Musik hören: Auf dem Dach des Hotel Nakar. Foto: Bosch

Trinken, gucken, Musik hören: Auf dem Dach des Hotel Nakar. Foto: Bosch

Das ist doch mal ein begrüßenswerter Trend: In Palma öffnen immer mehr Hotels auch auswärtigen Besuchern ihre Dachterrassen. Wir stellen acht Möglichkeiten vor, um sich bei einem Gin Tonic oder einer Bloody Mary die Brise um die Nase wehen zu lassen.

Der Klassiker unter den Dachterrassen ist seit vielen Jahren die des Vier-Sterne-Traditionshotels Saratoga, das es bereits seit mehr als 60 Jahren gibt. Vom wohlbekannten Blue-Jazz-Club mit dem Restaurant Gastrobar und einer angeschlossenen Terrasse schweift der Blick über den Hafen und den westlichen Teil von Palma samt Castell Bellver. Besonders empfehlenswert sind die Donnerstage (ab 21.45 Uhr), Freitage und Samstage (ab 22.45 Uhr), wenn dort Musiker zugange sind. Der Eintritt ist frei, doch jedes Getränk kostet während der Darbietungen zwei Euro mehr. Wer die Kathedrale sehen will, sollte sich noch eine Treppe höher zum Pool begeben, von wo aus der Blick dann unverstellt ist. Kommen­tatoren des Bewertungsportals Tripadvisor loben die netten Kellner, bemängeln aber teilweise die aus ihrer Sicht zu hohen Preise (Passeig de Mallorca, 6, Tel.: 971-72 72 40).

Musik und einen schönen Blick auf die Kathedrale hat auch das neue Viereinhalb-Sterne-Hotel Nakar zu bieten, das ganz in der Nähe des Saratoga liegt. Im mit blitzsauberen schicken Holzplanken ausgelegten neunten Stock befindet sich eine erst im Frühling fertig gewordene Dachterrasse nebst einem länglichen Design-Pool, der allerdings nur den Hotelgästen vorbehalten ist. Jeden Donnerstag und Freitag ist dort nach 20 Uhr DJ Tony Jiménez. Achtung: Wegen des großen Andrangs wird der Zutritt an diesen Abenden, so der Ansturm zu groß ist, begrenzt.

Ebenfalls den Blick in die Ferne schweifen lassen kann man vom Gourmetrestaurant Cuit (Tel.: 871-51 00 46) ein Stockwerk tiefer, das vom bekannten Insel-Koch Miquel Calent betrieben wird und dessen zwischen 10 und 20 Euro gelagerten Preise gar nicht mal so hoch sind. Die Fenster der Terrasse mit Kathedralen­blick können entfernt und die weißen Rolläden an der Decke zurückgezogen werden (beides: Avinguda Jaume III, 21, Tel. 971-72 02 23).

Bescheidener geht es auf der deutlich kleineren, aber in tipptoppem Zustand befindlichen, weil erst kürzlich renovierten Dachterrasse des benachbarten Vier-Sterne-Hotels Almudaina zu. Einen Pool gibt es dort zwar nicht, dafür allerdings modernes weißes Gestühl auf grünem Kunst­rasen. Der Blick auf die Kathe­drale ist auch hier kaum zu übertreffen. Zugänglich für Nicht-Hotelgäste ist die Dach-Terrasse ab dem späten Nachmittag. Dort befindet sich eine Bar, an der man Snacks und Cocktails bestellen kann. Als Spezialität gilt hier der Erdbeer-­Daiquiri (Avinguda Jaume III, 9, Tel.: 971-72 73 40).

Wer weiter Richtung Südosten zum feinen Boulevard Borne schlendert, findet dort in einem denkmalgeschützten gotischen Herrenhaus aus dem 15. Jahrhundert das im Frühling 2014 eröffnete Fünf-Sterne-Boutiquehotel Can Alomar. Es liegt eingebettet zwischen dem Juwelier Relojería Alemana und Modehäusern wie Massimo Dutti. Das Restaurant De Tokio a Lima verfügt über zwei Terrassen, von denen man zwar keinen Weitblick über die Stadt hat, aber einen tollen Blick auf die Edelmeile. Es hat mittags und abends geöffnet. Serviert wird japanisch-peruanisch-mediterranes High-End-Essen. Man muss dort aber nicht im großen Stil speisen: Auf einem der drinnen und draußen stehenden Sofas schmeckt der Margarita wie in einem Luxushotel in Paris oder London, zumal gepflegte Hintergrundmusik, riesige Spiegel an den Wänden und livrierte Kellner eine Grandhotel-Atmosphäre erzeugen. Auch Snacks sind hier zu haben. Allein die braunen Wände stören etwas. Ein Stockwerk weiter oben befindet sich eine weitere Terrasse mit einem kleinen Pool, der allerdings selbstredend nur den Hotelgästen vorbehalten ist (Carrer Sant Feliu, 1, Tel.: 871-59 20 02).

Ebenfalls in einem sehr alten Gebäude, einem Stadtpalast aus dem 16. Jahrhundert, ist das Viereinhalb-Sterne-Hotel Tres untergebracht. Wobei sich hier das zuweilen allzu wuselige Touristenviertel rund um die Lonja befindet. Das moderne Design der von Schweden betriebenen Herberge fügt sich geschmackvoll in die Erhabenheit des Altbaus ein, die kleine Dachterrasse mit faszinierendem Kathedralenblick ist zwischen 11 Uhr und Mitternacht auch für auswärtige Gäste zugänglich. Wer sich dorthin begibt, kann Cocktail-Getränke und – die besondere Spezialität – skandinavische Sandwiches vertilgen (Carrer d'Apuntadors, 3, Tel.: 971-71 73 33).

Nicht weit vom Hotel Tres entfernt liegt im Erdgeschoss des Puro-Hotels ebenfalls die als After-Work-Party-Paradies geltende Opio Bar. Wer es dort luftig haben möchte, kann sich auf Sesseln in zwei Innenhöfen fläzen oder auf einen Turm steigen, von dem aus der Blick auf die Altstadt erbaulich ist. Der professionelle Service des Personals und das im Restaurant servierte Ceviche wird von Tripadvisor-Kommentatoren über den grünen Klee gelobt. Geöffnet ist täglich von 11.30 bis 23.30 Uhr, die Preise für Speisen rangieren mit 35 bis 53 Euro pro Gericht im fast unanständig hohen Bereich (Carrer Montenegro, 12, Tel.: 971-42 54 50).

Wer es stiller mag, sollte sich in den verwinkelteren südöstlichen Teil der Altstadt begeben. Dort gibt es zwei weitere kleine Hotels mit Weitblick-Terrassen: Zum einen ist da das 2008 eröffnete Santa Clara Urban Hotel & Spa mit fünf Sternen. Im achten Stock befinden sich die zur Terrasse hin offene Bar und das Restaurant. Man konzentriert sich hier auf mallorquinische Küche. Eine separate, eher funktionell als gediegen anmutende Terrasse jenseits des Restaurants kann täglich ab 19 Uhr besucht werden, man kann dort Getränke bestellen. Geheimtipp am Rande: Wie im deutlich größeren Nakar-Hotel legen auch im Santa Clara am Donnerstag und am Freitag DJs auf, die den Terrassenaufenthalt in ein sinnliches Erlebnis verwandeln. Der Andrang ist dort längst nicht so groß wie in dem neuen schicken Haus an der Jaume III. (Carrer Sant Alonso, 16, Tel.: 971-72 92 31).

Zu guter Letzt ist noch das erst nach längerer Suche auffindbare, weil in einem besonders stillen Winkel der Altstadt befindliche Fünf-Sterne-Boutiquehotel La Calatrava mit 16 Zimmern zu empfehlen – wenn auch als Terrassentipp der etwas anderen Art. Denn hier muss man nicht aufs Dach steigen. Auf der mit eleganten bräunlichen Stühlen und hellen Holzplanken ausgestatteten Terrasse des Erdgeschosses, die einem Schiffsdeck ähnelt, befindet sich das täglich von 12.30 bis 23 Uhr geöffnete Gastro-Gourmet-Restaurant, in dem in erster Linie mallorquinische und sonstige spanische Gerichte serviert werden. Die Preise für Weine sind allerdings selbst für ein High-End-Lokal zu hoch. Dafür hat man dann aber einen weiten Blick auf den Parc de la Mar und die Wasserfontäne sowie aufs Mittelmeer (Plaça Llorenç Villalonga, 8, Tel.: 971-72 81 10).

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