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The Crow's Nest: Südafrikanischer Flair in Cala Major

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The Crow's Nest: Südafrikanischer Flair in Cala Major

Avda. Joan Miró, 275, Cala Major
Palma de Mallorca - Mallorca

Tel.: +34625- 29 37 05

 

Von einem Krähennest, so der alte Name des Ausgucks auf einem Segelschiff, hat man den perfekten Blick auf den Horizont. Von dem gleichnamigen Restaurant in Cala Major, The Crow’s Nest an der zum Strand herabführenden Treppe gelegen, kann man ebenfalls aufs Meer blicken.

 

 

 

Gleichzeitig waren das Betreiberpaar, Estelle und Dave Hunt, begeisterte Segler auf dem riesigen Binnensee nahe ihrer Heimatstadt Johannesburg in Südafrika, daher die Affinität zur Seefahrt. In ihrem gläsernen „Nest“, eröffnet im März 2016, richten sie sich mit einem Teil der Karte an die Strand- und Urlaubsklientel des Orts und servieren Tapas, Burger und Pasta.

 

 

Der spannendere Teil der Karte besteht jedoch aus Gerichten aus Südafrika. Aufgrund des Völkergemischs, zu denen auch Inder, Indonesier und Malayen gehören, die einst als Sklaven der Niederländer dorthin kamen, ist auch die Küche überaus vielfältig, je nach ethnischem Einfluss. Den nahezu wichtigsten Bestandteil der Küche –die Gewürze –bringt Estelle von ihren Heimatbesuchen mit.

 

 

Den Anfang macht ein typischer Snack namens Biltong. Dahinter verbirgt sich luftgetrocknetes Rindfleisch, das zuvor mit Salz, Zucker, Gewürzen und Essig eingerieben wird. Dies macht Dave Hunt selbst, hat es aber nicht auf die Karte gesetzt, sondern gibt es als kleines Amuse Gueule des Hauses seinen Gästen. Anschließend könnte man sich eine von Estelle Hunt hausgemachte Wurst aus Lamm- und Rinderhack mit Koriander gönnen, die sogenannte Boerewors, die mitsamt der Sauce Chakalaka in einem Brötchen serviert wird.

 

 

Chakalaka ist ein Gemüsedip, der zu vielen Gerichten passt, bestehend aus Tomaten, Möhren, Zwiebeln, Paprika, Mais, Chili, Knoblauch, Ingwer und Koriander. „Eigentlich ist er recht scharf, aber wir machen ihn ein wenig milder“, so Estelle.

 

 

Bei den Gästen kommt auch das Hühnchencurry Durban Bunny Chow gut an, dass in einen halben Brotlaib gefüllt wird, den ein Bäcker eigens für das Lokal backt. Erfunden wurde es einst in Zeiten der Apartheid, als es Schwarzen verboten war, in Restaurants zu gehen. Indische Restaurantbesitzer verkauften ihnen daher als Streetfood die ausgehöhlten und gefüllten Brotlaibe. Auch hier wird auf die europäischen Gaumen Rücksicht genommen, zumal „die wunderbare Würzung des Gerichts bei zu viel Schärfe nicht mehr zu schmecken wäre.“

 

 

Wem es doch zu scharf ist, der bekommt einen abmildernden Joghurt-Dip dazu oder auch ein Aprikosen-Pfirsich-Chutney von der Firma Mrs. Balls, das im Übrigen zu allen Fleischgerichten exzellent passt. „Ich habe auch schon oft meine eigenen Chutneys gemacht, aber hier wie in Südafrika sind die Gäste verrückt nach dieser Marke.“ Die gibt es schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts und ist ein Klassiker in Südafrika, aber mittlerweile auch in Großbritannien, den USA und Australien.

 

 

 Wer es fischiger mag, wird sich an den Baby-Kalmaren erfreuen, die mit mosambikanischen Peri-Peri gewürzt sind oder auch an den Riesengarnelen. Fleischfreunde sollten sich jedoch unbedingt die sechs Stunden in Rotwein und vielen Gewürzen und Kräutern -geschmorte butterzarte Lammschulter, das exquisite zarte Straußenfilet oder die fantastischen Rippchen gönnen, die als knapp 500-Gramm-Portion auf den Tisch kommen. 

 

 

 

Sie sind der absolute Hit des Lokals. Nur so viel sei verraten: Zuerst wird das Fleisch etwa zwei Stunden lang gekocht, dann mit einer Sauce aus Tomaten, Sojasauce, Chili, Paprika, Zucker und einigen geheim bleibenden Zutaten eingestrichen und im Ofen gebraten. Sie bilden auch in Südafrika den Hauptbestandteil des sogenannten Braai, wie man dort das Grillen nennt (Vorspeisen 4,50–6,90 Euro, Pasta und Salate 8,90–16,90 Euro, Hauptspeisen 8,90–25,90 Euro). MARTINA ZENDER

 

 

(Stand: Januar 2018)

 

 

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