Tipps für Hotels und Restaurants

Restaurant Somnis in Manacor ist Multifunktionsküche

0 Stimmen
Restaurant Somnis in Manacor ist Multifunktionsküche

Carrer del Princep, 16,
Manacor - Mallorca

Tel.: +34 871-70-69-95

Japanisches Degustationsmenü kann man in Manacor nicht nur probieren, sondern auch erlernen selbst zu kochen. 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

Sie wollen „blind“ ein Menü für die Sinne genießen, bei dem der Koch mit Gerüchen, Geschirrformen und Texturen spielt? An einem Kochkurs für japanische oder rohe Küche teilnehmen? Ein authentisches japanisches Degustationsmenü verspeisen? Donnerstagabends das spezielle 12-Tapa-Menü „Canalla“ für 19,90 Euro ordern oder ansonsten ein Restaurant mit mediterraner Küche und asiatischen Akzenten kennenlernen? Dann sind Sie richtig im Somnis Espai Gastronòmic in Manacor.

Eröffnet haben Chefkoch Enrique Cañete Martín (40) und seine Ehefrau Cristina Moriel im Dezember 2015 das, was sie als „mehr als ein Restaurant“ bezeichnen. Bei der Einrichtung hatte Moriel das Sagen, herausgekommen ist ein gemütlich-eleganter Mix, der schick, aber nicht zu schick ist. „Das würde die Gäste hier in Manacor auch vielleicht ein wenig abschrecken“, sagt der Andalusier Cañete, der in Córdoba einst seine Kochausbildung absolvierte, anschließend dort, aber auch in Marbella, Lanzarote und Pontevedra arbeitete und 2005 auf die Insel kam. Bis 2015 war er im Hotel Blau Porto Petro, wo er vom Souschef zum Executive Chef, der alle gastronomischen Einrichtungen des Fünf-Sterne-Hotels leitete, die Karriereleiter erklomm. In dieser Zeit lernte er auch die japanische Küche im dortigen Restaurant Midori von deren Leitern Toshio Tsutsui und seiner Frau Emi Noda kennen. Beide führen heute in Marbella eines der renommiertesten japanischen Restaurants in Spanien, das Ta-Kumi.

Im Dezember 2015 erfüllte er sich schließlich – mit seiner Frau Cristina an der Seite – seinen Traum (Somni) vom eigenen Lokal, in dessen Angebot viele seiner Erfahrungen einfließen, daher auch der leichte Fokus auf japanische Küche bei den speziellen Angeboten. „Da kamen anfangs zu den Essen natürlich auch etliche Gäste, die mich noch aus dem Hotel kannten. Diese fragten dann nach, ob ich denn auch Kurse anbieten würde.“ Die Kurse mit fünf bis sieben Gängen finden etwa alle zwei Monate statt, kosten zwischen 25 und 50 Euro. 

„Und so hat sich eins nach dem anderen ergeben“, erzählt Cañete. „Wir wollen halt nicht nur ein normales Restaurant sein, sondern immer etwas Überraschendes anbieten – und das auf möglichst hohem Niveau.“ Ein Konzept, das für einen Ort wie Manacor gewagt erscheint – und andererseits auch wieder nicht, gibt es doch in dieser Region kein vergleichbares Angebot und nur wenige gute Restaurants. 

Neben dem À-la-carte-Angebot gibt es mittags wie abends zudem ein Vier-Gang-Menü für 40 Euro und ein Acht-Gang-Menü für 60 Euro. Eine Reservierung vorab, speziell für das große Menü, ist angeraten. So gab es am Testtag beispielsweise frittierte panierte Oliven mit Schwarzer Knoblauch-Creme als Amuse Gueule, gefolgt von feiner Entenleber-Walnuss-Terrine mit Maiscreme und knusprigen Artischockenstücken, Seewolffilet im Knusper-Tomaten-Mantel auf Apfelcreme mit -Botifarron, einer auf den Punkt gebratenen Entenbrust auf einem Maiscracker mit Backkartoffeln und Datteln sowie Johannisbrot-Biskuit auf einer Schoko-Ganache. „Die Johannisbrotschoten sammle ich in meiner Nachbarschaft – wir leben in Vilafranca – und zermahle sie.“ Viele Kräuter zieht er sich selbst, die meisten Gemüse- und Obstprodukte kauft er auf dem Markt in Manacor, nur wenige Meter ums Eck. Der Fisch kommt vorzugsweise aus Wildfang („mein Fischhändler schickt mir morgens auf mein Handy Bilder und ich suche aus“) und beim Fleisch bevorzugt er Bioqualität. „Es gibt nur wenig Biorinder auf der Insel, aber ab und an ergattere ich Fleisch von einem Biobauern in Campos, und bei Lamm werde ich jetzt die Kooperative Me Ecològic ausprobieren, über die Sie ja auch gerade geschrieben haben.“ Auch wenn Bioprodukte ein wenig teurer wären, so sei die Qualität doch entschieden besser. 

Auf die Frage nach der Entenleber, die ja für viele Tierfreunde wegen des Vorgangs des Stopfens der Tiere ein rotes Tuch darstellt, meint Cañete, dass er die Leber wie viele Spanier trotzdem für ein wunderbares Produkt hält: „Ich kaufe aber nur Leber in kleiner Größe aus dem Baskenland, was darauf schließen lässt, dass die Tiere nicht gestopft werden.“ Beim Anbraten würden diese auch kaum Fett verlieren beziehungsweise sie wären fester. Die übergroßen Stopflebern hingegen würden fast zerfallen und auch stark Fett absondern – und das würde den teureren Preis der kleinen Leber auch wieder kompensieren. Vom besseren Geschmack einmal ganz abgesehen. 

Weitere Beispiele seiner kleinen, aber feinen, alle zwei, drei Wochen wechselnden Karte sind die Spargelcremesuppe mit Mandeln und Lachskaviar, das Ossobucco, sanft geschmort und auf Kartoffelpüree mit Orangensauce angerichtet, sowie die Mascarpone-Mousse mit karamellisiertem Ingwer zwischen Grüntee-Keksen (Vorspeisen 9–16 Euro, Hauptspeisen 9 18 Euro, Desserts 6 Euro).

Besonders gut versteht sich das Somnis-Paar mit dem Betreiberpaar der La Factoría in Manacor, Tomeu Bauzá und Vanesa Rodríguez (wir berichteten) – beide Lokale wurden fast gleichzeitig eröffnet. Diese Freundschaft führt demnächst zu einem Projekt: Ein Menü mit Gerichten von beiden, sozusagen „4 manos“, das es erst in dem einem, dann in dem anderen Restaurant gibt. Dies wird wahrscheinlich am 5./6. Mai stattfinden – Näheres wird man demnächst den Facebookseiten entnehmen können.

 

Martina Zender

Überblick: Restaurants auf Mallorca

(Stand: April 2017)

Fotogalerie

Karte