Tipps für Hotels und Restaurants

Restaurant Sa Creu Nova ist Sterneküche auf dem Land

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Restaurant Sa Creu Nova ist Sterneküche auf dem Land

Calle Nou, 10
Campos - Mallorca

Tel.: +34 871-51-53-45

Ein Fünf-Sterne-Hotel, Sa Creu Nova, mit zwei exquisiten Restaurants mitten in Campos.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

Das klingt zunächst unglaubwürdig, ist aber wahr. Man kann entweder im Kairiku im ehemaligen Weinkeller des Anwesens schick und exklusiv an einem Zehn-Personen-Tisch japanisch zu Abend essen oder eben-erdig drinnen wie draußen im Tess de Mar mediterran mit kleinen weltweiten Ausflügen speisen (mittags und abends). 

Das Betreiberpaar Teresa Artés de Arcos und Enric Picó aus Barcelona hat zu Campos eine besondere Beziehung, zumal Picó dank seines mallorquinischen Vaters schon früher viele Sommerurlaube auf der Insel, konkret in Sa Ràpita verbracht hat. „Wir liegen in Campos wunderbar zentral – nahe am Meer und nahe an interessanten Orten wie Santanyí oder Felanitx“, wie Teresa Artès de Arcos meint.

Anfangs war nur an ein Privathaus gedacht, doch nach und nach wuchs die Idee eines Hotels, sodass die beiden schließlich mehr als drei Millionen Euro in die Hand nahmen und aus drei alten mallorquinischen Häusern ein Luxushotel mit 16 Zimmern, einem Apartment samt Spa, Außenpool und Garten machten – mit Respekt vor der Bausubstanz und der Tradition. Der Umbau hat über anderthalb Jahre gedauert, aber es hat sich gelohnt.

Der Unternehmer Picó, der im Hauptberuf Interior-Firmen und Architekturbüros betreibt und ein begeisterter Hobbykoch und Gourmet ist, führt auch schon bei Barcelona ein japanisches Restaurant, das Minato am Hafen von El Masnou. So war dies auch die erste Idee für das Hotelrestaurant. „Aber letztlich ist das dann doch ein wenig zu speziell, daher haben wir auch das Tess de Mar integriert“, erzählt Artés, die mittlerweile ganz hierhergezogen ist, während ihr Mann noch zwischen Barcelona und Campos pendelt.

Zwei Restaurants, zwei Küchenchefs. Im Kairiku ist der Argentinier César León (39) verantwortlich. Er lernte bei einem bekannten Sushimeister in Argentinien, der dort vor bald 30 Jahren das erste japanische Restaurant des Landes eröffnet hatte, arbeitete dann unter anderem im ersten Sushiclub-Restaurant in Buenos Aires. Mit deren Besitzern kam er nach Mallorca (der hiesige Sushiclub wurde später umbenannt in Japonice), danach zeigte er seine Kunst in weiteren bekannten japanischen Restaurants auf Ibiza und in Barcelona, wo er auch Enric Picó kennenlernte. 

Geplant für die Zukunft ist ein Menü im Stil Omakase. Als Gast übergibt man dabei den Ablauf des Abends vertrauensvoll in die Hände des Kochs. Kurz gesagt: Es wird ein anspruchsvolles Überraschungsmenü serviert, bei dem eventuelle Abneigungen oder gar Allergien natürlich zuvor abgefragt werden. Aktuell erfährt der Gast noch vorher das komplette Menü, denn „als Neulinge in Campos nehmen wir ein wenig Rücksicht auf Gewohnheiten – das Vertrauen muss man sich zuerst erarbeiten“, so León. Passend zu delikaten und attraktiv aussehenden Speisen wie Usuzukuri (dünne Lachsscheibchen mit Maracuja-Schaum, knusprigen Filoteig-Streifen und Spinat), Thunfisch-Tataki mit Daikon und Raspeln von einem Mix aus Wasabi und Foie oder Scheiben vom Wagyu-Rind mit Yuca-Parmentier und Kimchee werden ausgefallene Weine und auch Sake serviert (Preis für neun bis zehn Gänge inklusive Getränke: 70 Euro). 

Für das Tess de Mar, geschmackvoll mit von der Decke hängenden Fischskulpturen, die einen Schwarm ergeben, vielen guten Bildern (vorrangig vom -befreundeten Maler Luca Monzani) und einigen Skulpturen dekoriert, engagierte das ambitionierte Paar ebenfalls einen Argentinier, Juan Manuel Ocampo (36). Er kommt direkt aus Dubai, wo er in Hotels der Gruppen Jumeirah und Hyatt gearbeitet hatte. Doch weil seine Frau eine Anstellung im neuen Hotel Park Hyatt bekam, folgte er ihr nach Mallorca. Beinahe hätte er als Souschef bei Macarena de Castro im Jardín angefangen, aber wie der Zufall es will, kennen sich seine Frau und die Architektin des Sa Creu Nova schon aus der Schule in Buenos Aires. So wurde aus einem potenziellen Souschef im Jardín ein Chefkoch im Tess de Mar. 

Den Küchenstil kann man als gehoben, vorrangig mediterran bezeichnen, aber Ocampo lässt es sich nicht nehmen, auch andere Einflüsse, speziell aus dem asiatischen Raum, einfließen zu lassen. So gab es am Testtag beispielsweise ein witziges Tataki-Lookalike mit Wassermelonenscheiben im Sesammantel mit Wasabi-Aioli als Küchengruß, und auch das Rinder-tatar mit Senfeis und Kapern lag auf knusprigen Algenchips. 

Gleichzeitig ist es vor allem den Besitzern auch wichtig, lokale Rezepte und Produkte zu berücksichtigen, wie etwa beim Spanferkel, zubereitet bei Niedrigtemperatur, mit Kürbiscreme, Kartoffelstrudel, Mangold und an Granatapfelsauce. Oder bei dem Fisch-Meeresfrüchte-Eintopf caldereta beziehungsweise beim Adlerfisch (corvina) mit Bohnen und Erbsencreme. 

Zukünftig will man sich auch von den Rezepten einer früheren Bewohnerin des Hauses inspirieren lassen: Coloma Abrines Vidal (1887–1987). Sie galt als begnadete Köchin und schrieb ein Kochbuch, „Cocina selecta mallorquina“, das man bei den Umbauarbeiten im Haus fand (Vorspeisen 14–18 Euro, Hauptspeisen 18–22 Euro, dreigängiges Mittagsmenü 26,50 Euro, Brunch am Samstag von 11-15 Uhr für 39 Euro inklusive Getränke).

Martina Zender

Überblick: Restaurants auf Mallorca

(Stand: August 2017)

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Provinz: Mallorca - Zeitung | Ort: Campos