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Bahía Mediterráneo: Qualitätsküche mit Stadtblick

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Bahía Mediterráneo: Qualitätsküche mit Stadtblick

Avda. de Gabriel Roca, 31
Palma - Illes Balears - Mallorca

Tel.: 003497145 76 53

Im wiedereröffneten Bahía Mediterráneo am Paseo Marítimo weht der Hauch vergangener Zeiten, in Kombination mit modern-klassischer Qualitätsküche zu gehobenen Preisen.

 

 

Wer genug hat von modern gestylten Lokalen, von Shabby-Chic-Deko oder urbanem Loft-Stil, wird sich hier wohlfühlen: prachtvolles Interieur aus vergangenen Zeiten mit Lüstern, Säulen, Messing, hohen Kassettendecken, viel Stuck, Spiegeln mit Goldrahmen, gemütlich-eleganten Polster-möbeln und einem weißen Flügel. Dazu eine Terrasse, von der man einen genia-len Blick auf den Hafen und das Meer bis hinüber zur Kathedrale genießt. Das exklusive Restaurant Bahía Mediterráneo im fünften Stock des früheren gleichnamigen Hotels, das 1910 eröffnet wurde, aber erst 1930 seinen -jetzigen Art-déco-Look durch den Architekten Francesc Roca Simóerhielt, befriedigt Ästheten alten Stils aufs Feinste.

    

 

Das Lokal ist für viele -Mallorquiner Teil ihrer privaten Geschichte, da hier Tausende von Paaren den Bund fürs Leben zelebrierten, Taufen abhielten und Geburtstage feierten. Vernachlässigt wurde dafür in den vergangenen Jahren der einzelne Gast. Doch dies hat sich mit der Übernahme durch die Zhero-Gruppe von Jens Liebhauser geändert. Zhero eröffnete das Lokal offiziell Anfang Juni, hielt aber bereits zuvor Veranstaltungen dort ab. Kulinarisch verantwortlich ist Klaus Brunmayr, der lange Jahre im Tristán Küchenchef und damit der Mann hinter Gerhard Schwaiger war.

 

 

„Speziell in puncto Veranstaltungen wollen wir auch an der Tradition festhalten.“Der 38-jährige Österreicher betreut alle neun Restaurants der Gruppe –sowohl auf Mallorca (etwa Zhero Beachclub in Cala Major, Zhero Boathouse in Magaluf, Lucy Wang in Port Portals) wie im -österreichischen Ischgl.

 

Die Küchenstile der Restaurants sind zwar stets anders, aber letztlich ist der Geschmack von Klaus Brunmayr stilbildend. Glücklicherweise ist dieser gut und zeitgemäß. „Wir vermeiden beispielsweise Kohlehydrate und schwere Saucen. Im Lucy Wang, wo wir uns küchenmäßig ein wenig zwischen Frankreich und Asien einpendeln, gibt es quasi keine Beilagen wie Nudeln oder Kartoffeln. Auch Brot wird nicht gereicht.“Im Bahía Mediterráneo kommt Brot nur auf besonderen Wunsch des Gastes.

 

 

Ansonsten steht viel Gemüse auf der Karte und Salat, weil ich „Kopfsalat und Brokkoli liebe“, erklärt Brunmayr. „Man muss ja schließlich von den Gerichten überzeugt sein, die man anbietet.“Ansonsten geht es eher klassisch zu, keine Experimente –und wenn, nur kleine wie beispielsweise bei den Muscheln. „Da halten mich viele für verrückt, weil ich sie mit einer Kokossauce serviere, aber das passt perfekt zu
Miesmuscheln, finde ich.“

 

 

Als Vorspeise bietet man Varia-tionen von pa amb oli und coca, aber es gibt auch Steak Tatar mit pochiertem Bio-Ei („das schon allein auf besonderen Wunsch des Chefs, Jens Liebhauser, der quasi allergisch auf ‚Fabrik‘-Eier und -Hühner reagiert“) und ein bisschen Asien mit Seewolf-Sashimi in Ponzu-Koriander-Chili-Sauce. Beim Fleisch setzt man teils auf süddeutsch-österreichische Klassiker wie Wiener Schnitzel oder Bauern-Ente mit Feigen-Rotkohl und Knödl, aber auch auf gereiftes Rindfleisch, das mit zwei Wochen Reife kommt und als Entrecôte, Filet oder Rib Eye angeboten wird oder noch weitere drei bis vier Wochen im Reifeschrank liegt, bis es als Dry Aged Côte de Boeuf oder T-Bone Steak serviert wird (à100 Gramm, 8 beziehungsweise 10 Euro).

 

Beim meist mit Salzkruste angerichteten Fisch gibt es den Showeffekt des Aufklopfens. Die Beilagen wie Brokkoli, überbacken mit Parmesan, superdünne -Pommes frites oder eine Sauce béarnaise gehen extra. Als Abschluss lockt wieder ein Alpen-Highlight: -Kaiserschmarrn mit Zwetschgen-Ragout (Vorspeisen 8–22 Euro, Hauptspeisen 16–60 Euro, Desserts 8–10 Euro, Sonntagsbrunch 11–16 Uhr mit Live-Musik für 29 Euro).

 

 

Brunmayr orientierte sich schon früh an „ganz oben“, an der Sterne-küche. Er arbeitete nach seiner Ausbildung bei Alfons Schuhbeck oder Heinz Winkler und war in den Winterpausen des Tristán mal bei Gordon Ramsay, mal bei Joël Robuchon. „Von den Besten lernen, war immer mein Ziel. Ich bin bis heute mit Gerhard Schwaiger gut befreundet, den ich immer um Rat fragen kann.“Aber die konservative Sterneküche für eine dazu passende konservative ältere Klientel sei ein wenig aus der Mode gekommen. „Wenn das Paket stimmt, also tolles Ambiente, guter, aber auch legerer Service und hochwertige Qualität der Speisen, kommen auch jüngere Leute, die man früher im Sternelokal kaum gesehen hätte.“

Martina Zender

 

 

 

http://www.bahiamediterraneo.com

 

 

 

(Stand: März 2018)

 

 

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Provinz: Mallorca - Zeitung | Ort: Palma