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Mallorca-Koch Marc Fosh entdeckt veganes Essen für sich

Sich vegan zu ernähren, ist in vielen Kulturen gang und gäbe. Jetzt kommt auch die Instagram-Generation auf den Geschmack – ein Trend, dem sich auch unser Autor, ein überzeugter Allesesser, nicht verschließen kann
21-01-2020 00:00
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Die zubereiteten Gerichte am besten in Boxen mit getrennten Fächern mitnehmen, so ist es in Japan üblich. Foto: MFRG

Die zubereiteten Gerichte am besten in Boxen mit getrennten Fächern mitnehmen, so ist es in Japan üblich. Foto: MFRG

Was auch immer die Zukunft bringen mag, der ­Veganismus erlebt einen weiteren, durch den Flexitarismus angeheizten Boom, denn Tausende Menschen starten als frischgebackene Veganer mit neuen Vorsätzen in das Jahr, in dem sie sich gesünder ernähren und ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten möchten.

Im Grunde ist das alles nichts Neues, denn in vielen Kulturen hat der komplette Verzicht auf tierische Produkte eine lange Tradition. Viele Rastafaris, Anhänger des ­Jainismus und verschiedene Teilgruppen des Buddhismus haben Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten bereits vor Jahrhunderten abgeschworen. Nur im Westen dauerte es ­erstaunlich lange, bis diese Tendenz nun Fuß fassen konnte. Es gab nicht einmal eine ­allgemein akzeptierte Bezeichnung im Englischen, bis Donald Watson im Jahr 1944 ein Treffen mit einer Handvoll anderer Vegetarier (seine Frau eingeschlossen), die auch auf Milchprodukte verzichteten, einberief, um eine unkomplizierte Benennung des von ­ihnen gewählten Lebensstils zu finden. So entstand der Begriff „vegan".

Heute gilt das alte Klischee des Veganers als jemand, der seine Tage damit verbringt, barfuß und spindeldürr in einer schlabbrigen Hippie-Haremshose herumzulaufen und zwischen Meditations-Sessions Linseneintopf zu löffeln, längst nicht mehr. Die sozialen Medien und die Unterstützung durch Prominente haben ihren Teil dazu beigetragen, dass #vegan mehr als 61 Millionen Posts allein auf Instagram hat. Vegane Ernährung ist heute farbenfroh und extrem fotogen, und das Image einer schönen Influencerin, die sich über ihre unglaublich gesunde Salat-Bowl mit nahrhaftem Superfood beugt, ist eine wirkungsvolle und ­positive Botschaft für junge Leute. Egal, wie alt wir sind – letztlich wollen wir heute alle im Trend leben. Wir alle sehnen uns nach sozialer ­Anerkennung. Manchmal habe ich den ­Eindruck, wir sind gefangen in einer ­tausendjährigen Blase, in der wir mehr Zeit damit verbringen, mit dem Kopf nach ­unten durch die Schnappschüsse aus dem Alltagsleben unserer Freunde zu scrollen, als unser eigenes Leben zu leben. Ohne Insta­gram würde doch kein Mensch erfahren, wer gerade was isst.

Als überzeugter Allesesser konnte ich mir nie vorstellen, mich ausschließlich von pflanzlichen Produkten zu ernähren. Aber selbst ich denke mittlerweile darüber nach, die vegane Ernährung zumindest eine Zeit lang auszuprobieren. Außerdem kann die Verbannung von Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern in der Küche ein Impulsgeber für Kreativität sein, und ich wäre wie andere Küchenchefs auch gezwungen, mir neue und spannende Wege auszudenken, wie man den altbekannten Produkten an der Gemüsetheke den besten Geschmack und den maximalen Genuss entlocken kann. So lästig Ernährungstrends sein können, in diesem Fall sehe ich das positiv. Denn für die Umwelt, die Gesundheit und das Tierwohl ist eine vegane Ernährung – auch wenn man sie nur einen Monat lang praktiziert – ein Gewinn für alle Beteiligten. Frohes neues Jahr!

Veganes grünes Thai-Curry mit Jasmin-Ananas-Reis


Zutaten für 4 Personen
1 Dose Kokosmilch
1 Zucchini, in Würfel geschnitten
250 g Kürbis, geschält und gewürfelt
? rote Paprika, in Scheiben
geschnitten
300 g Brokkoliröschen
1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
1 kleiner Bund frischer Koriander
1 bis 2 EL grüne Currypaste
Saft einer Limette
Gewürze

Grüne Currypaste
1 kleiner Bund frischer Koriander
3 EL gehacktes Zitronengras
3 Kaffernlimettenblätter
4 kleine grüne Chilis, ohne Samen
5 g frischer Ingwer
2 Knoblauchzehen, geschält
1 TL gemahlene Kurkuma
2 TL Fischfond
? TL Koriandersamen
1 TL Kreuzkümmelsamen
? TL Salz
Saft einer Limette

Alle Zutaten in einen Mixer geben und zu einer dicken Paste verarbeiten.
Ein wenig Olivenöl in einem Topf mit ­dickem Boden erhitzen und die Zwiebeln, Paprikascheiben und Kürbiswürfel anschwitzen, bis sie weich ­werden. Brokkoli, Zucchini und ­Currypaste hinzufügen und die Kokosmilch darübergießen. 10 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse durch ist. Mit etwas Salz und Pfeffer ­ab­schmecken, mit Cashewkernen ­bestreuen und mit dem gekochten ­Jasmin-Ananas-Reis servieren.

Jasmin-Ananas-Reis
320 g Jasminreis
700 ml Wasser
350 g frische Ananas, in Würfel
geschnitten
Saft einer halben Limette 
2 EL frischer Koriander, gehackt
Gewürze

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und den Reis und die Ananas hinzufügen. Mit einem Deckel ab­decken, Hitze reduzieren. 15 Minuten lang leicht köcheln lassen. Topf vom Herd nehmen und den Reis 5 Minuten durchziehen lassen. Danach mit einer Gabel auflockern. Limettensaft und gehackten Koriander unterrühren. Nach Belieben würzen.

VEGANES BANANEN-KOKOS-PARFAIT MIT BANANEN-KARAMELLSAUCE


Vorbereitung: 15 Minuten
Zubereitung: 10 Minuten
Zutaten: für 4 Personen
Für das Parfait:
3 sehr reife Bananen, in Scheiben
geschnitten
1 EL Honig
Samen einer Vanilleschote
1 Dose Kokoscreme

1?? Bananen, Honig und Vanille in eine Schüssel geben. 1 Minute lang verquirlen, danach langsam die Kokoscreme dazugeben und weiter 2 bis 3 Minuten lang mixen, bis das Ganze glatt und locker ist. Das Parfait in ­Gläser füllen und 2 bis 3 Stunden im Tiefkühlschrank aufbewahren.

Bananen-Karamellsauce
150 ml Wasser
250 g Zucker
200 ml vegane Sahne
50 g vegane Butter

Wasser und Zucker in einem Topf mit schwerem Boden zum Kochen bringen. 5 bis 6 Minuten lang kochen (ohne umzurühren), bis das Ganze goldbraun ist. Vom Herd nehmen und sofort Sahne und Butter hinzufügen. Gut umrühren, bis die Masse glatt ist. Die Bananenscheiben dazugeben. Zum Servieren die Parfaits aus dem Tiefkühlschrank nehmen und jeweils die warme Karamellsauce darüber­gießen. Sofort servieren.

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Rezept-Sammlung

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