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Wie sich Grünkohl vom Kuhfutter zum Superfood hochgearbeitet hat

Das Kreuzblütengewächs ist schwer angesagt. Bloß eine Modeerscheinung versnobter Foodies? Das täte dem Kohl Unrecht
22-10-2019 23:00
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Grünkohl als Suppe mit zerbröckeltem Schafskäse. Foto: MFRG

Grünkohl als Suppe mit zerbröckeltem Schafskäse. Foto: MFRG

Wir leben heute in einem Zeitalter des großen kulinarischen Erwachens. Man sieht das überall, auch auf Mallorca – in den Regalen unserer Supermärkte und Lebensmittelläden, die bis oben hin gefüllt sind mit Zutaten und Produkten, die keinen Wunsch ­offenlassen, bis hin zu zahllosen TV-Sendungen von Starköchen, die sich damit aus ihren kulinarischen Zirkeln herausbewegen und deren Namen landauf, landab in aller Munde sind. Essen war noch nie so trendig, und alle warten gespannt auf die nächste sexy Zutat, die dann jeder unbedingt haben muss. Vielleicht Spirulina (Alge), 'Nduja (Rohwurst) oder Burrata (italienischer Frisch­käse)? Mir persönlich ist das ganz einerlei.

Ich finde es nicht richtig, wenn so herr­liche Zutaten wie Avocado, Quinoa oder Grünkohl auf eine bürgerliche Modeerscheinung für versnobte supertrendige Foodies reduziert werden. Im Gegenteil, Grünkohl ­beispielsweise ist ja eher ein Essen, das traditionell vor allem in der Arbeiterklasse Verwendung fand. Einstmals vorwiegend als Kuhfutter angebaut, hat der Grünkohl sich mühsam hochgearbeitet und gilt heute als topmodernes Superfood – noch dazu als ziemlich kostengünstiges.

Viel ist davon die Rede, wie gesund Grünkohl ist, dabei wird aber weitgehend außer Acht gelassen, dass dieses Blattgemüse äußerst schmackhaft und vielseitig einsetzbar ist. Wäre Popeye mit der berühmten Pfeife im 21. Jahrhundert geboren, würde er sich zum Auftanken von ­Superkräften mit Sicherheit Grünkohl einverleiben und nicht Spinat. Wahrscheinlich würde er ­heute sogar Avocado auf Toast mit Zitronengras-Kombucha zum Frühstück be­stellen, während Olivia zu Hause für die beiden Grünkohlpesto zubereitet – welch ­bürgerliche Glückseligkeit.

Rezept I: Grünkohl als Pistazien-Pesto

Vorbereitungszeit: 5 Minuten
Keine Kochzeit
 
Zutaten: 
  • 350 g Grünkohl,
  • Stiele entfernt
  • 1 TL geschälte Pistazien 
  • 2 Knoblauchzehen,
  • fein gehackt
  • 160 ml Natives Olivenöl Extra
  • 2 EL Wasser 
  • Salz und Pfeffer
Alle Zutaten in einen Mixer geben und zu einer glatten Paste verarbeiten. In einem luftdichten Behälter füllen und etwas Olivenöl daraufgießen, um die Oberfläche des Pestos vor Oxidation zu schützen

Rezept I: Suppe aus Grünkohl und frischen Kräutern mit zerbröckeltem Schafskäse

Vorbereitungszeit: 25 Minuten 
Kochzeit: 30 Minuten 
 
Zutaten: für 6 Personen
 
  • 400 g Grünkohl, gewaschen, harte Stiele entfernt, gehackt 
  • 1 Liter Gemüsebrühe 
  • 1 mittelgroße Kartoffel, geschält und 
  • ­gewürfelt 
  • 1 mittelgroße Zwiebel, gehackt 
  • 2 EL Olivenöl 
  • 1 Knoblauchzehe, zerdrückt 
  • 200 ml Milch 
  • ? TL gemahlene Muskatnuss 
  • Saft einer halben Zitrone 
  • Ein kleiner Bund frischer Schnittlauch, 
  • gehackt
  • Ein kleiner Bund Petersilie, gehackt
  • 150 ml Sahne oder Sauerrahm 
  • 150 g zerbröckelter Schafskäse
  • Salz und Pfeffer 
Olivenöl in einem großen Topf bei schwacher Hitze erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch hinzufügen und 2 bis 3 Minuten ­andünsten, bis sie weich sind. Sie sollten ­keine Farbe annehmen. Kartoffeln und Gemüsebrühe dazugeben und zum Kochen bringen. Dann herunterschalten und 10 Minuten lang leicht köcheln lassen. Grünkohl, Kräuter und Muskatnuss hinzufügen und weitere 10 Minuten köcheln lassen. Leicht abkühlen lassen. Milch, Sahne und Zitronensaft beifügen und zu einem glatten ­Püree verarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Durch ein feines Sieb passieren und in Suppenschüsseln füllen. Mit zerbröckeltem Schafskäse bestreuen und sofort servieren. 

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