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Die mallorquinische Coca selbst machen

Simply Fosh: Die Pizza mit den Fingern essen ist bei Spaniern quasi ein Stück Kulturgut
29-10-2018 00:00
4 Stimmen
Die saftige

Die saftige "Coca" ist der Beweis, dass Pizza ohne Käse schmecken kann. FOTO: MFRG

Die Spanier lieben es, sich in einer typischen Tapas-Bar (am besten drinnen, wo es schön kühl ist) mit Boden aus Terrakottafliesen, Decken, von denen große Schinken hängen, und einer Theke, die mit vielen, appetitlich aussehenden und verlockenden kleinen Essensportionen angefüllt ist, zu treffen und sich (wenn's geht, lautstark) zu unterhalten. Ich bin jedes Mal völlig überwältigt davon, zu sehen, wie die Leute ihr Essen mit den Fingern in Angriff nehmen und mit großer Geschicklichkeit in null Komma nichts die Schwänze von den zarten Garnelen abziehen, sie in Knoblauchmayonnaise tunken, die dampfenden Muscheln aufmachen oder ein Stück Schinken um ein Stück Brot wickeln und all die Leckereien blitzschnell im Mund verschwinden lassen. Es ist definitiv kein schöner Anblick, aber ein absoluter Hochgenuss! Ich weiß, es gibt Leute, die den Gedanken, mit den Fingern zu essen, abstoßend finden und dem ganzen Spektakel eindeutig einen Daumen nach unten zeigen würden, aber ich liebe es, Essen zu berühren und gehe völlig auf darin, wenn ich köstliches Fingerfood vorgesetzt bekomme.

Die Spanier sind nicht allein mit ihrer Liebe zum Fingerfood. Iraner wickeln ihre Kebabs in Fladenbrot, um sie leichter essen zu können. Die Inder sparen sich den Abwasch, indem sie ihre Currys mit Naan-Brot essen, und Thailänder servieren ihren klebrigen Reis mit allem, was sich so findet, rollen kleine Reisbällchen daraus, drücken mit dem Daumen eine Delle hinein und benutzen dies als Vorrichtung, um Fleisch oder Fisch aus dem gemeinschaftlichen Topf zu schöpfen. Das perfekte Fingerfood sollte meiner Ansicht nach etwas zu groß dafür sein, dass man es höflich mit einem Happen in den Mund ­stecken könnte, und es sollte immer ein gewisses Risiko gegeben sein, dass etwas ­davon auf der Vorderseite des T-Shirts landet. Mallorcas beliebtestes Fingerfood ist wohl „Coca".

Auch wenn der Begriff für eine breite Palette süßer und salziger ­Kuchen und Brote steht, die in ganz Kata­lonien, ­Aragon, Valencia und auf den ­gesamten ­Balearen zubereitet und konsumiert wird, bevorzuge ich die salzige Variante. Andere herzhafte Coca-Arten findet man im gesamten Mittelmeerraum, von italienischer ­Pizza und Focaccias, über ­Pissaladières aus der französischen ­Provence bis hin zu den ­leckeren Fladenbroten im Mittleren Osten. Meine Lieblings-Coca ist belegt mit gerösteter Paprika, Tomaten und Zwiebeln. Sie ist das perfekte Fingerfood-Appetithäppchen und ein Highlight für das Picknick am Strand.

Coca Mallorquina Mallorquinische Tarte mit roter Paprika


Für 6 bis 8 Personen
Zutaten

300 g backstarkes Mehl
150 ml handwarmes Wasser
100 ml Olivenöl
20 g Hefe
1 TL Salz
Eine Prise Paprikapulver
Belag:
3 rote Paprika
1 mittelgroße Zwiebel, geschält und
­gewürfelt
10 Cherrytomaten, geviertelt
3 Knoblauchzehen, dünn geschnitten
4 Sardellenfilets, grob gehackt
2 EL Olivenöl

Die Hefe im handwarmen Wasser auflösen. Mehl, Paprikapulver und Salz in eine ­große Rührschüssel geben und in die Mitte des Mehls eine Mulde drücken. Die Hefe­mischung und das Olivenöl unter ständigem Rühren nach und nach dort ­hineingießen.

Wenn die gesamte Hefemischung und das Olivenöl eingearbeitet sind, kneten Sie den Teig vier bis fünf Minuten lang, bis er glatt und elastisch ist.

Den Teig wieder in die Schüssel legen, mit einem sauberen Tuch bedecken und circa eineinhalb Stunden an einem warmen Ort gehen lassen, bis er die doppelte Größe erreicht hat.

Während der Teig geht, rösten Sie die Paprika im vorgeheizten Ofen, bis die Haut schwarz wird und Blasen bildet. Dann in eine Schüssel legen und gut mit Frischhaltefolie abdecken. Wenn die ­Paprika kühl genug ist, um sie anzufassen, ziehen Sie die Haut mit der Hand ab, entfernen die Kerne und schneiden Sie die ­Paprika in breite Streifen.
Olivenöl in einer Pfanne bei mäßiger Temperatur erhitzen und die gewürfelten Zwiebeln sowie den Knoblauch hinzufügen. Circa drei bis vier Minuten anbraten und dabei immer wieder umrühren. Die gehackten Sardellen und die Cherrytomaten hinzufügen, die Pfanne vom Herd nehmen. Geben Sie die roten Paprika dazu und schmecken Sie das Ganze ab.

Den Ofen auf 180°C (350°F) vorheizen. Den Teig auf einer leicht mit Mehl bestäubten Oberfläche kneten und dann zu einem circa 1 cm dicken Rechteck ausrollen. Auf ein großes Backblech legen und die Paprikamischung gleichmäßig auf dem Teig verteilen.

Circa 20–25 Minuten backen, bis die Ränder und die Unterseite goldbraun sind. Etwas abkühlen lassen und in Stücke schneiden – dann noch leicht warm oder bei Raumtemperatur servieren.

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