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Simply Fosh: Scharfes Essen auf Mallorca

Mit Chilis lässt es sich wunderbar kochen, man muss es ja nicht gleich übertreiben. Falls man sich verbrannt hat, dann bloß kein Wasser trinken
08-10-2018 23:00
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Bei diesem Curry mildert die Kokosmilch die Kraft der Chilis. Foto: MFRG

Bei diesem Curry mildert die Kokosmilch die Kraft der Chilis. Foto: MFRG

Die Chilis in meinem Garten stehen derzeit in voller Pracht, und ich weiß noch nicht recht, was ich in den nächsten Wochen mit so vielen feurig-roten Teufelchen in meiner Küche anfangen werde. Ich liebe Chilis (sp. guindillas), und ich mag scharfes, pikantes Essen ab und zu wirklich gerne, aber die Wahrheit ist, dass ich bei Weitem nicht so extrem bin wie so manch anderer, und ich muss sogar zugeben, dass ich definitiv nicht der Macho bin, für den ich mich gerne halten würde, wenn ein wirklich scharfes Chili sich wie ein Schlag mit dem Vorschlaghammer anfühlt und ein Loch in meine Zunge brennt.

Wissenschaftler, die sich der Erforschung der Sinnesorgane widmen, wissen bereits seit Jahrzehnten, dass Chilis echte Verbrennungen auslösen können.

Die feurige Schärfe der Chilis wird durch Capsaicin ausgelöst, eine hochwirksame Chemikalie, die weder durch Hitze noch durch Kälte zerstört werden kann, und die neben dem brennenden Gefühl auch das Gehirn anregt, Endorphine auszuschütten: ein natürliches Schmerzmittel, das ein Glücksgefühl hervorruft.

Unglaublich, ein Mann namens Wilbur Scoville, entwickelte bereits 1912 eine Methode zur Messung der Schärfe von Früchten der Paprikapflanze – und zwar wurde durch das Probieren verdünnter Lösungen von Paprika der Gehalt von Capsaicin und somit der Schärfegrad bestimmt. Nun startet jedes Jahr ein Wettkampf, um die Herstellung der schärfsten Paprika nach der Scoville-Skala. Laut Guinness Buch der Rekorde ist das derzeit die „Carolina Reaper", ursprünglich gezüchtet in Rock Hill, South Carolina. Anscheinend werden bei ihr durchschnittlich 1,569,300 Scoville-Einheiten (SHU) gemessen, und kürzlich wurde ein Mann wegen ihr nach einem Chili-Verkostungswettbewerb in New York ins Krankenhaus eingeliefert. Die Carolina Reaper ist rot, aber normalerweise sind grüne Chilischoten etwas schärfer als rote, und als allgemeine Regel gilt: Je kleiner die Chilis, desto schärfer sind sie.

Durch das Kochen von Chilis wird der Gehalt von Capsaicin nicht wirklich reduziert, aber Sie können die Schärfe mildern, indem sie vor dem Kochen die Kerne und die weißen Membrane entfernen. Frische Chilis bereitet man am besten zu, indem man sie längs aufschneidet, die Kerne und Membrane mit der Messerspitze ausschabt und den Strunk abschneidet. Es ist äußerst wichtig, dass Sie während und nach der Zubereitung der Chilis jeden Kontakt mit den Augen oder empfindlichen Hautbereichen vermeiden – oftmals reicht nicht einmal das Händewaschen aus, um das gesamte Capsaicin zu entfernen. Sollten Sie einmal einen besonders scharfen Bissen mit Chili zu sich genommen haben, sind die wirksamsten Gegenmittel Milchprodukte wie Milch oder Jogurt (besonders in Verbindung mit kühlender Gurke wie beim indischen Raita), denn das Capsaicin ist fettlöslich. Stärkehaltige Lebensmittel wie Brot oder Reis zu essen, kann ebenfalls helfen. Ein Schluck kaltes Wasser hingegen hilft nicht – im Gegenteil, er kann die Schärfe noch steigern. Frische Chilis kann man wunderbar mit Ingwer, Limette, Kokosnuss und Süßkartoffeln kombinieren, wie in diesem herrlichen gelben Curry aus Thailand. Es kann gut sein, dass ich in den nächsten Wochen davon so einige ­zubereiten werde!

Gelbes Thai-Curry mit Huhn


Kochzeit: 30 Minuten
Zubereitungszeit: 25 Minuten

Zutaten für 4 Personen

4 Hühnerbrüste, gehäutet und gewürfelt
1 Dose Kokosnussmilch
2 Süßkartoffeln, geschält und gewürfelt
1 halbe Zwiebel, fein gehackt
1 kleines Bund Koriander

Gelbe Currypaste
3 EL gehacktes Zitronengras
4 kleine rote Chilischoten, ohne Kerne
5 g frischer Ingwer
2 Knoblauchzehen, geschält
3 TL Kurkuma, gemahlen
2 TL Fischsauce
? TL Koriandersamen
1 TL Kreuzkümmelsamen
? TL Salz
Saft einer Limette
Alle Zutaten in einen Mixer geben und zu einer dicken Paste vermischen.

Erhitzen Sie etwas Olivenöl in einer Pfanne mit dickem Boden und schwitzen Sie die Zwiebeln und die gewürfelten Süßkartoffeln an, bis sie anfangen, weich zu werden. Dann die Hühnerbrüste und zwei Esslöffel der gelben Currypaste hinzufügen. Die Kokosmilch darübergießen und zehn Minuten köcheln lassen, bis das Huhn und die Kartoffeln durchgegart sind. Nach Geschmack würzen, mit zerrupften Korianderblättern bestreuen und mit gekochtem Jasminreis servieren.

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