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Klassik-Festival auf Mallorca mit bezahlbaren Hochkarätern

Enrique Bernaldo de Quirós bringt seit Jahren Bewegung in die Musikszene auf Mallorca. Und auch wenn der frühere Klavierprofessor am Konservatorium von Palma nun auf dem Festland lebt, bleibt er mit seinem George-Sand-Festival der Insel treu –
14-11-2019 00:00
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Bariton Miguel Alonso gastiert gemeinsam mit Pianistin Laura Pérez am 15. November in Palma. Fotos: privat

Bariton Miguel Alonso gastiert gemeinsam mit Pianistin Laura Pérez am 15. November in Palma. Fotos: privat

Das mit den Festivals auf Mallorca ist so eine Sache. Es gibt unzählige interessante und mitunter qualitativ sehr hochwertige Initiativen, die von den Institutionen auf der Insel aber häufig links liegen gelassen werden. So ergeht es auch dem zweiten George-Sand-Festival, das der Pianist Enrique Bernaldo de Quirós auf die Beine gestellt hat.

Der langjährige Klavierprofessor am Konservatorium in Palma ist vor eineinhalb Jahren aus privaten Gründen in die Gegend von Segovia auf dem Festland gezogen, hält mit der Klassikreihe, die nach der Mallorca-Begleiterin von Frédéric Chopin benannt ist, der Insel aber noch die Treue. Nachdem er von 2014 bis 2017 dreimal im Jahr kleinere Konzertreihen mit Kammermusik organisiert hatte, ging er im vergangenen Jahr dazu über, die Konzerte auf zweimal zwei Wochen im Jahr zu verteilen. So steigt das Festival diesmal zwischen dem 13. und dem 22. November sowie zwischen dem 12. und dem 21. Februar 2020. Acht Termine sind insgesamt vorgesehen, doppelt so viele wie bei der ersten Ausgabe 2018.

Und das, obwohl Bernaldo de Quirós damit rechnen muss, vielleicht auch für diese Ausgabe keinerlei Subventionen vom Inselrat zu bekommen, der bis vergangenes Jahr derartige Festivals zu unterstützen pflegte. Vor etwa drei Monaten erschien dann aber die Liste mit den Veranstaltungen, denen der Inselrat finanziell unter die Arme greift – und nicht nur bei Enrique Bernaldo de Quirós war die Enttäuschung groß: Das gesamte Budget wurde gerade mal auf fünf Festivals aufgeteilt, die anderen 14 Bewerber gingen leer aus, darunter auch die Premierenausgabe des George-Sand-Festivals. „Dabei hatten wir die Anforderungen für Subventionen eindeutig erfüllt", beklagt Bernaldo de Quirós am Telefon.

Für 2018 gab es also kein Geld, für diese Ausgabe hat der Organisator noch Hoffnung, dass der Inselrat im kommenden Jahr seine Kriterien ändert und ihm doch ein wenig Unterstützung zukommen lässt. Zugute kommt dem gebürtigen Madrilenen, dass fast alle Künstler, die er verpflichtet hat, nahe Bekannte oder gar Freunde von Bernaldo de Quirós sind. „Die spielen dann auch mal für einen Obolus, für den sie normalerweise nicht antreten würden", sagt er.

Weil das Festival in finanzieller Hinsicht mit heißer Nadel gestrickt ist, greift der Organisator häufig auf junge, aufstrebende Künstler zurück und hat mit dem „Pedro Bote"-Wettbewerb in der Kleinstadt Villafranca de los Barros in Extremadura einen Kooperationspartner gefunden, der ihm stets den Sieger nach Mallorca schickt. Diesmal ist das der erst 24-jährige Cellist David Martín. Der aus dem nordspanischen León stammende Musiker studiert derzeit beim Hamburger Cellisten Jens Peter Maintz. Unter anderem spielen Martín und sein Partner am Klavier, Miguel Ángel Ortega, am 20. November Werke von Bach und Beethoven.

Davor steht noch das Konzert am Freitag (15.11.) an. Der Bariton Miguel Alonso tritt gemeinsam mit der aus Madrid stammenden Pianistin Laura Pérez auf. Der von der Kanaren-Insel Fuerteventura stammende Alonso verließ seine Heimat direkt nach der Schule und ging nach Madrid, wo er in der Escuela Superior de Canto seine Gesangsausbildung begann. Jahrelang war Alonso Leiter des Chores der Autonomen Region Madrid. Alonso und Pérez präsentieren Stücke von Mozart, Schubert, Vivaldi und Rossini.

Und am 22. November gastiert auf Mallorca der russische Pianist Andrei Jaroschinsky, ein inzwischen guter Freund des Organisators. „Er ist schon mehrere Male bei unseren Festivals gewesen und gehört für mich mit zu den besten Pianisten zurzeit in Europa", sagt Enrique Bernaldo de Quirós.

Weiter geht es mit der Reihe dann im Februar des kommenden Jahres mit dem italienischen Pianisten Domenico Codispoti, einem weiteren Auftritt von Bariton Miguel Alonso, dem Kammermusikquartett von den Sinfonikern, Harmonie du soir, und dem Trio Glinka. Alle Konzerte finden um 20 Uhr im Centro Cultural Sa Nostra in Palma statt. Der Eintritt kostet 15 Euro, Karten an der Abendkasse oder unter Tel.: 622-43 43 09.

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