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Wintersonnenwende: Wenn die Kathedrale von Palma de Mallorca entflammt

Ein Geschenk für Frühaufsteher: Treffpunkt 7.30 Uhr am Museum Es Baluard
20-12-2018 10:09
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Ein lohnendes Sonnenspektakel für Frühaufsteher. Foto: Es Baluard

Ein lohnendes Sonnenspektakel für Frühaufsteher. Foto: Es Baluard

Wer Weihnachten auf Mallorca verbringt und sich vor dem Festtag-Marathon noch ein kostenloses Geschenk des Himmels gönnen möchte, sollte sich den Samstagmorgen (22.12.) in den Kalender eintragen. Zur Wintersonnenwende erscheint Palmas Kathedrale in besonderem Glanz. Und die Mathematiker-Vereinigung der Balearen lädt dazu, dieses Lichtphänomen von einem besonderen Punkt aus gemeinsam zu genießen.

Treffpunkt ist um 7.30 Uhr am Museum Es Baluard an der historischen Stadtmauer von Palma de Mallorca. Das Museum öffnet um diese Uhrzeit die Türen. Um 8 Uhr versammeln sich alle Beteiligten am Aussichtspunkt, um das Lichtspektakel zu beobachten. Um 8.15 Uhr ist es dann so weit. Wolkenfreie Sicht vorausgesetzt scheint dann die aufgehende Sonne durch beide Rosettenfenster der Kathedrale und lässt sie scheinbar in Flammen aufgehen.

Im Anschluss gibt es einen kleinen Vortrag, in dem Laura Morera die Zuhörer - insbesondere die jüngeren - für die Beschäftigung mit den Wundern der Mathematik begeistern will. Die Veranstaltung ist, wie in den vergangenen Jahren, kostenlos.

Die leuchtenden Rosetten sind eines von insgesamt drei Lichtspektakeln im Jahr, die mit der Kathedrale zu tun haben. Bei den anderen beiden handelt es sich um das sogenannte Lichtfest (früher unter dem Namen Magische Acht bekannt) am 4. November und 2. Februar.  Dann wird durch den Lichteinfall eine Rosette genau unter die andere projiziert.

Laut Josep Lluís Pol, einem Mathematiklehrer auf Mallorca, der sich schon viel mit dem Phänomen beschäftigt hat, dürften die Erbauer die Kathedrale bewusst nach der Wintersonnenwende ausgerichtet haben. „Sie suchten aber keinen spirituellen oder esoterischen Effekt, sondern einen ästhetischen", sagte er der MZ-Schwesterzeitung Diario de Mallorca. „Auch die Erbauer anderer gotischer Kathedralen richteten diese nach der Sonne aus, um die Menschen in ihrem Glauben zu festigen", so Salvador Sánchez von der Sternwarte Costitx. „Sie schaffte es mit Eleganz, die Leute zu beeindrucken."

Der Zugang zur Museums­terrasse ist kostenlos. Die balearische Vereinigung für Mathematik SBM-XEIX veranstaltete das große Rosettengucken erstmals im Jahr 2007. /tg

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