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Zur Abkühlung Kunst - die besten Ausstellungen im August

Die Auswahl ist groß, die Aufmerksamkeit und die Zeit sind begrenzt. Welche Ausstellungen auf Mallorca sind derzeit besonders sehenswert? Wir hätten da fünf Vorschläge für Sie
10-08-2018 23:00
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Die Bilder von Eduard Micus treten in einen Dialog mit den Räumen der Galerie Sa Pleta Freda. FOTO: Nele Bendgens

Die Bilder von Eduard Micus treten in einen Dialog mit den Räumen der Galerie Sa Pleta Freda. FOTO: Nele Bendgens

Wenn der Sommer seinen Höhepunkt erreicht, mag der Strand als der beste Ort zum Verweilen erscheinen. Doch auch Indoor-Aktivitäten haben ihren Reiz, zumal wenn die Räume gut klimatisiert sind. Bei Kunstausstellungen ist das so gut wie immer der Fall. Aber wo beginnen? Wir können Ihnen da fünf Vor­schläge unterbreiten:

1 . Carrer Sant Feliu
Im Carrer Sant Feliu in der Altstadt von Palma finden sich auf wenigen hundert Metern drei tolle Galerien: Kommt man vom Passeig del Born, ist das zunächst auf der rechten Seite die Mallorca-Dependance der Galerie Kewenig. Aktuell sind in deren Kapellenraum Zeichnungen des Russen Pavel Pepperstein zu sehen, der mit Motiven des russischen Konstruktivismus spielt. Im zweiten Raum der Galerie hängen abstrakte Farbflächen des Mallorquiners Ignacio Gelabert. Ein Stück die Straße hinauf folgt die Gerhardt Braun Gallery. Seit Ende Juli zeigt der Madrilene Rafa Macarrón dort großformatige, bunte Bilder, die von comichaften Figürchen bevölkert werden. Weiter geht es, die Straße wird zum Carrer Can Sales. Da liegt der dritte und letzte Stopp, die Galeria Maior. Aktuell sind dort sphärische Arbeiten der Französin Claire Chesnier zu sehen. Sie bringt auf faszinierende Weise schimmernde Farbverläufe aufs Papier.
Galerie Kewenig, Oratori de Sant Feliu, Palma, Mo.–Fr. 10–14, 16–20 Uhr, Sa. 10–14 Uhr. Gerhardt Braun Gallery, C/. Sant Feliu, 10, Palma, Mo.–Sa. 10–20 Uhr. Galeria Maior C/. Can Sales, 10, Palma, Di.–Fr. 10-14, 16.30–20 Uhr, Sa. 11–12, 12.30–14 Uhr.

2. Giorgio de Chirico
Eine surreal-fantastische Retrospektive gibt es gerade im CaixaForum in Palma: Hier wird einer der frühen Meister der Moderne, Giorgio de Chirico, gefeiert. Als Begründer der metaphysischen Malerei ist de Chirico in die Kunstgeschichte eingegangen. Seine transzendentalen, verwirrenden und fast gruselig surrealistischen Gemälde sind bekannt. In Palma zeigt man Facetten seines Spätwerks, aus der Zeitspanne von 1934 bis 1976. De Chirico hatte sich von der metaphysischen Malerei abgewandt und widmete sich stattdessen klassizistischen Motiven, die er spärlich mit surrealen Elementen kombinierte.
CaixaForum, Pl. de Weyler, 3, Palma. Mo.–Sa. von 10–20 Uhr, So. von 11–14 Uhr. Bis 11.11.

3. Luis Gispert
Ein weiteres Highlight ist die aktuelle Ausstellung der Lundgren Gallery, westlich von Santa Catalina in Palma. Luis Gispert reinterpretiert auf ästhetisch reizvolle Weise Elemente des Hip-Hop und der urban culture, Erbe seiner US-amerikanischen Heimat. Kontraste entstehen einerseits dadurch, dass die Elemente aus ihrem Kontext gerissen und in einem white cube platziert werden. Andererseits dadurch, dass Luis Gispert eine Vorliebe für hölzerne Oberflächen hat. Das führt zu einem permanenten Dualismus: Gold versus Holz. Allerdings ist der Widerspruch nur Illusion: Alles ist aus Bronze.
Lundgren Gallery, Carrer del Bisbe Moncadas, 2, ­Palma. Di.–Fr. von 12–18 Uhr. Bis 16.9.

4. Eduard Micus
Die Galerie Sa Pleta Freda ist etwas abseits gelegen, doch der Besuch im malerischen Son Servera lohnt. Eduard Micus war ein Maler aus Höxter, der in den 70er-Jahren nach Ibiza auswanderte und dort im Jahr 2000 verstarb. Wie seine Tochter Katja Micus im Interview mit der MZ erzählte, war Eduard Micus unablässig künstlerisch tätig. Sein Markenzeichen: Auf der rechten Seite der Leinwand ist etwas (Holzspäne, Papierfetzen und vieles mehr), auf der linken nichts. Inmitten der alten Gemäuer treten die Bilder in einen lebendigen Dialog mit ihrer Umgebung.
Sa Pleta Freda, C/. Pleta Freda, 2, Son Servera. Di.–Sa. von 18 bis 21 Uhr. Bis 15.9.

5. Danae Stratou
Wen es in den Norden der Insel verschlägt, der sollte hier vorbeischauen. In der ehemaligen Kirche der Klosteranlagen Convento Santo Domingo wird die Installation „It's time to open the black boxes!" von Danae Stratou gezeigt. Entlang des Kirchenschiffes stehen schwarze Kisten. In ihrem Inneren sind Begriffe verborgen, die die Ängste und Hoffnungen der lokalen Gesellschaft einfangen. Die Frau des ehemaligen griechischen Finanzministers Varoufakis hat sie im Vorfeld online gesammelt, hier sind es zum Beispiel „Dorf" und „Grenzen".
Kirche des Convento de Santo Domingo, Pollença, Carrer Pere J. Salas Cànaves, s/n, Pollença. Tägl. 9.30–14, 18–21 Uhr. Bis 30.9.

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