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Galerie L21: Familientreffen in schwarz-weiß

04-08-2018 23:00
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Susy Gómez aus Pollença: Wurzeln als Stammbaum. Foto: Nele Bendgens

Susy Gómez aus Pollença: Wurzeln als Stammbaum. Foto: Nele Bendgens

Letztendlich geht es nur um eines: Familie. Es ist das Element, das Oscar Florits Leben in privater wie professioneller Hinsicht bestimmt. Der Besitzer der Galerie L21 in Palmas Gewerbegebiet Son Castelló hat drei Kinder. „Seitdem habe ich mich, was Familie angeht, radikalisiert", sagt er. Seine Galerie, einschließlich der Künstler, die er vertritt, sieht er ähnlich – als familiäres Gebilde.

Wie es sich bei einer weit verstreuten Großfamilie gehört, gibt es alle paar Jahre ein Fest, bei dem sich alle treffen. Die L21 veranstaltet das in zweifacher Hinsicht: mit einer Gruppenausstellung namens „Black Garden (20mg de fluoxetina al dia)" und einer großen Party zur Vernissage. „Sie ist ein Stück weit eine Ausrede, um die Familie zu versammeln", gibt Florit zu. Die Party gibt es inzwischen zum dritten Mal, solch eine Gruppenausstellung allerdings ist neu. Die Gästeliste ist lang: 40 Künstler steuern eines oder sogar mehrere (kleinformatige) Werke bei. Viele sind Mallorquiner. Neben denjenigen, die fest zur Galerie gehören, wie Nuria Fuster oder Valérian Goalec, sind einige darunter, die man als Freunde des Hauses bezeichnen könnte. „Es ist eine Möglichkeit, Künstler herzuholen, die sonst in der Galerie keinen Platz finden", sagt Florit.

In einer Ecke des Raumes wird diese Mischung besonders deutlich: Dort hängen größere Zeichnungen der renommierten britischen Malerin Rose Wylie neben Skizzen des Musikers Bigott, darüber Zeichnungen der Zwillingssöhne Florits. Alle in schwarz-weiß wohlgemerkt. Denn der Haupttitel ist nicht umsonst Black Garden: Ausnahmslos alle Werke sind in Graustufen gehalten, während der Raum mithilfe von saftig grünen Topfpflanzen zumindest ansatzweise in einen Garten verwandelt wird. „Feiern verbindet man eigentlich mit Farbe. Wir wollen mit der Abwesenheit von Farbe das Leben zelebrieren", erklärt Florit seinen Ansatz.

Dennoch ist eine Verbindung zu psychologischer Dunkelheit vorhanden. Der Untertitel „20mg de fluoxetina al día" bezeichnet ein leichtes Antidepressivum, das als Prozac bekannt ist. Auch das ein Zeichen, was für eine persönliche Angelegenheit die Ausstellung ist. Florit nimmt das Medikament selbst ein, weil sich sonst kleinste Details für ihn zu einem Drama auswachsen können, wie er erklärt. „Die Ausstellung hat sehr viele zusammenhängende Facetten", sagt er. Beim Gang durch die Schau weist er überall auf Querverbindungen hin, die er auch dank seiner spezifischen Wahrnehmung erkannt hätte.

Dass Florit als Person Dreh- und Angelpunkt von „Black Garden" ist, wird schnell deutlich. Es ist seine Art zu arbeiten: „Für mich ist das Persönliche im Professionellen super wichtig", stellt er klar. Mit dieser Ausstellung erfüllt er sich den Wunsch, diesen Ansatz in den Mittelpunkt zu rücken: die Galerie als Familie, unter einem Dach versammelt.

Black Garden (20mg de fluoxetina al día), Galerie L21, Gremi de Ferrers 25, Polígono Son Castelló, 07009 Palma. Vernissage 26.7., 20 Uhr, bis 7.9.

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