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Tanzfestival PalmaDansa: Körper auf der Suche nach Bewegung

Zwei Wochen lang gibt es zeitgenössischen Tanz auf die Insel. Unter anderem von Simon Malone
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Mit Tanz die schlechten Zeiten überwinden:

Mit Tanz die schlechten Zeiten überwinden: "Somnis Àrtics". Foto: PalmaDansa

DAS GIBT ES BEI PALMADANSA ZU SEHEN

  • Das jährlich Festival für zeit­genössischen Tanz „Palma amb la Dansa" gibt sich in seiner 20. Ausgabe in diesem Jahr einen frischen Anstrich als „PalmaDansa" und erweitert nach eher kärglichen Jahren sein Programm. Vom 14. bis 29.4 sind Spektakel, aber auch Filme und Workshops an verschiedenen Orten der Stadt geplant. Los geht's am Samstag (14.4.) mit der neuen Einzelshow des mit dem Spanischen Nationalpreises für Tanz ausgezeichneten Pep Ramis im Teatre Principal (Mal Pelo, „The Mountain, The Truth & The Paradise", 20 Uhr). Renommierte spanische Choreografen, Kompagnien und Tänzer – etwa Andrea Cruz („Tales Of The Body", 26.4., 20.30 Uhr, Xesc Forteza) oder Sol Picó („Dancing with frogs", 29.4., 19 Uhr, Xesc Forteza) – sind ebenso dabei wie die aufstrebenden Künstler Simon Malone (siehe oben) oder Raquel Gualtero („Nuà", 21.4., 19 Uhr, Es ­Baluard). Der Tradition des Festivals folgend, wird aber nicht nur Theater bespielt. So erzählt die Kompagnie Los Moñekos am 27.4. um 18.30 Uhr auf der Plaça Major von zwei Bräuten, die am Hochzeitstag erfahren, dass sie den gleichen Mann heiraten. Am gleichen Tag um 19.30 führt die Kompagnie La Instrusa auf der Plaça Miquel Maura das Stück „Billy Jean". Daneben wird am 18.4.um 19.30 Uhr im Teatre Catalina Valls der Film „El séptimo sentido" der deutschen Regisseurin Silke Abendschein über drei spanische Tänzerinnen gezeigt. Die Filmemacherin wird anwesend sein. Zudem organisiert die renommierte mallorquinische Choreografin Mariantònia Oliver am 19.4. um 19 Uhr einen Workshop für interssierte Laien im Ses Voltes. Tagesaktuelle Infos über die Veranstaltungen finden Sie unter palmacultura.cat

In den ersten 20 Minuten des Tanztheaterstücks „Somnis ârtics" wird das Publikum allein sein, bevor der Protagonist die Bühne betritt. Dass man deshalb ein wenig später kommen kann, heißt das nicht. „Ich glaube, man braucht einfach eine Zeit, um die Straße und ihren Lärm hinter sich zu lassen", sagt Simon Malone. Am Sonntag (15.4.) führt er das Stück um 20.30 Uhr im Rahmen des Festivals Palma amb la Dansa im Teatre Xesc Forteza auf.

Es wird die öffentliche Premiere eines Stücks, das am Anfang gar nicht als solches geplant war. Vor allem nicht als Tanzstück. „Ich war vor zwei Jahren an einem sehr komplizierten Punkt in meinem Leben", erzählt Malone. „Ich konnte kaum schlafen und hatte auch das Gefühl, mich kaum bewegen zu können. Also habe ich angefangen, Bewegungen zu suchen, die mir möglich waren. Und zu schreiben." Dennoch habe das heutige, fertige Stück nicht mehr hundertprozentig mit dieser Zeit zu tun. „Der Ausgangspunkt war stark autobiografisch, aber mittlerweile ist es zu etwas anderem geworden."


Ein statisches Lichtkonzept

„Somnis Àrtics" ist eine Mischung aus Tanz, Bildern, Musik, aber auch Texten von unterschiedlichen Autoren, auf Englisch, Katalanisch, Spanisch und Gälisch. Für die Klänge, eine monotone Soundinstallation, hat er den Musiker Victor Moragues verpflichtet. Die Lichtinstallation kommt von der seit Jahren auf Mallorca lebenden, argentinischen Künstlerin Belen Iniesta. „Sie hat sich für ein sehr statisches Lichtkonzept entschieden", sagt Malone.

Der 52-jährige stammt aus London und lebt seit 1990 auf der Insel. Hier ist er unter anderem als Musiker aktiv. Ende der Achtziger Jahre spielte er in seiner Heimat in der Punkrockband Wat Tyler. Seit einigen Jahren teilt er sich in Palmas Stadtteil Son Cladera ein Atelier mit anderen Künstlern. Hier ist „Somnis Àrtics" in den vergangenen zwei Jahren entstanden. „Das Stück habe ich im Grunde schon häufig aufgeführt, allerdings noch nie vor Menschen, die ich nicht kenne", sagt der Künstler. „Es wird gut sein, aus diesem geschützten Raum auszubrechen."

Ein klaustrophobischer Raum

Die Aufführung wird keine normale eines Künstlers vor dem Publikum sein. „Ich werde die Bühne des Xesc Forteza abschließen. Ich möchte einen engen, klaustrophobischen Raum schaffen. Das Publikum wird sich dort genauso bewegen wie ich. Es gibt keine fest ­zugeordneten Plätze." In den ersten 20 Minuten, in denen Malone noch nicht auf der Bühne ist, wird das Publikum Handlungsanweisungen über Lautsprecher, aber auch über Texte an den Wänden bekommen. „Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was passieren wird", sagt Malone. „Aber es muss auch nichts passieren. Ich habe da keine Erwartungen. Es wird keiner zu irgendwas gezwungen."

Somnis Àrtics, Simon Malone, Teatre Xesc Foreza, 15.4., 20.30 Uhr, Karten 10/12 Euro, VVK im Teatre Mar i Terra (C/. Sant Magí, 89)

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