Wandern

Ein Klassiker: von Port d‘Andratx nach Sant Elm

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Andratx - Illes Balears - Mallorca

Die erste Etappe des europäischen Fernwanderweges GR 221

KATHRIN BREMER

Die Wanderung beginnt an der Promenade von Port d´Andratx, wo wir entlang der vielen Cafés und des Fischereihafens in Richtung der anderen Seite der Bucht gehen. Wir überqueren eine Holzbrücke über den Torrent des Saluet, der eine Salzwiese mit Häuschen, Gärten und Mühlen entwässert. Nach zehn Minuten erreichen wir den Yachthafen. Direkt von der Promenade aus kann man ihn durch einen kleinen Durchgang betreten, um sich die vielen Privatyachten anzuschauen. Am Ausgang des Yachthafens biegt man wieder links auf die Promenade (Avinguda de Ga-briel Roca i Garcías) ein und geht wenig später rechts in die Carrer Aldea Blanca. An der übernächsten Kreuzung folgt man der Beschilderung Richtung Hotel Montport nach links und biegt in die Carrer de Cala d´Egos ein. Wir folgen der Carrer de Cala d´Egos, wenn sie nach etwa 150 Metern nach rechts abknickt.

 

Wegstrecke

10,6 km

Nettogehzeit

3 Stunden

Höhenunterschied

360 m

Schwierigkeitsgrad

***

 

 Anfahrt von Palma: Auf der MA 1 bis Port d´Andratx. Gebührenfreie Parkplätze in den Seitenstrassen und am Hafen. Oder mit dem Bus 102 ab Palma über Peguera nach Port d´Andratx. Zurück von Sant Elm mit dem Bus 100 bis Andratx, dann weiter mit dem 102 nach Port d´Andratx oder Palma.

Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf (nicht befahrenen) Karrenwegen, Waldwegen und steinigen Pfaden.

Ausrüstung: Wanderschuhe, Wasser, Proviant.

Einkehr: In Port d´Andratx und Sant Elm.

 

Man folgt der asphaltierten Straße weitere fünf Minuten in einen schönen Kiefern- und Pinienwald. Die Straße zieht sich in vielen Kehren den Hügel hinauf. Bereits in der ersten weiten Links-Kehre findet man rechterhand den Einstieg in den parallel zur Straße führenden steilen Wanderweg. Er ist durch Steinmännchen markiert. Der ausgewaschene Pfad berührt immer wieder die Straße, man hält sich aber immer auf dem durchgängig mit Steinmännchen markierten Weg. Besonders an Wochenenden muss man hier auf wild bergab rasende Mountainbiker gefasst sein. Es geht ständig bergauf bis auf die Höhe des Coll des Vent („Sattel des Windes“) auf 163 Meter. Der steile Aufstieg ist vom Yachthafen aus nach einer guten halben Stunde geschafft. Rechterhand entdeckt man zwei gut erhaltene Kalköfen. Der Bau von Kalköfen hat auf Mallorca eine lange Tradition. In ihnen wurden ursprünglich Kalksteine für die Gewinnung von Kalk angehäuft und zehn bis zwölf Tage lang mit Holz auf bis zu 1.000 °C erhitzt. 

 

Der Blick reicht von hier zurück nach Port d´Andratx und über die Südwestküste. Auf dem Sattel finden sich mehrere Wege. Links bergab verläuft die Route hinab zur Bucht Cala d’Egos. Wir nehmen den Weg, der links von den Kalköfen bergan führt. Er führt in einem weiten Bogen in nördliche Richtung und passiert die letzten Gebäude der neueren Villensiedlung Mont Port. Voraus sieht man einen Sendemast, der das nächste Zwischenziel darstellt. Unterwegs kommt bereits das Cap Lleibeig, die südliche Spitze der Insel Sa Dragonera, mit einem ihrer Leuchttürme in Blick. Landeinwärts sind bald Andratx und das Dorf S`Arraco zu sehen.

 

An der nächsten Kreuzung an einem kleinen Pass hält man sich links, ein Steinmännchen weist den Weg; der Weg rechts würde uns zurück Richtung Port d´Andratx in die Siedlung Son Borras führen. Unser Weg steigt an der Flanke des Puig d´en Ric (312 Meter) bergan. An der nächsten Gabelung geht man rechts aufwärts weiter; von unten kommt hier ein Weg aus der Bucht Cala d´Egos hoch. Die Landschaft besteht aus Aleppokiefern- und Pinienwald mit Unterholz aus Hartlaubgewächsen, Oleaster, Binsen, Mastixsträuchern und Zwergpalmen. Die Zwergpalme ist die einzige einheimische Palme auf Mallorca; die Mallorquiner nennen sie palmito („Pälmchen“). Sie ist sehr widerstandsfähig gegen Kälte und wächst in den Bergen bis zu einer Höhe von 1.400 Metern. Sogar Waldbrände übersteht die Zwergpalme ohne größeren Schaden. Ihren Namen hat sie erhalten, weil sie meist nur niedrig und gedrungen wächst und selten Höhen über zwei Meter erreicht.

 

Nach einigem Auf und Ab und auch ebenen Abschnitten erreichen wir ein Areal, welches mehrere Antennen einzäunt. Wenige Minuten, nachdem man dieses passiert hat, muss man aufpassen: Von dem Hauptweg zweigt ein mit Steinmännchen markierter Pfad nach rechts auf den Pas Vermell ab und führt in einem Zickzack-Weg auf den Grat hinauf. Den richtigen Übergang hat man gefunden, wenn man zwischen zwei Felsblöcken einen winzigen Marienaltar passiert. Sollte man den Einstieg verpasst haben, steigt der Weg weitere fünf Minuten an und endet kurz darauf unterhalb der Gipfelsäule des Pintal Vermell (312 Meter), zu der man rechts weglos in zwei Minuten ansteigen kann und von dort eine herrliche Rundsicht hat. Da es eine Sackgasse ist, folgt man dann dem Weg wieder bergab. Von oben kommend ist der Abzweig zum Pas
Vermell einfacher zu erkennen. 

 

Dort, vom Scheitelpunkt auf knapp 300 Metern, ist der Blick auf die andere Seite des Berges fantastisch und bietet sich für eine Pause an: Weit unter uns liegt Sant Elm und die ihr vorgelagerte Insel Sa Dragonera. Die Insel mit den drei Leucht- beziehungsweise Wachtürmen steht unter Naturschutz. Auf der gegenüberliegenden Seite des Tales kann man den weiteren Verlauf des GR 221 erkennen, der sich in steilen Kehren die Berge hinaufwindet (die Etappe 2 des GR 221 wird in einer der nächsten Ausgaben beschrieben).

 

Nach der Pause geht es jenseits des Passes an einem roten Felsband (Mineralien geben dem Gestein die Farbe und dem Pass den Namen „roter Pass“) und einer überhängenden Felswand entlang weiter ein ganzes Stück auf schmalem Pfad durch einen lichten Wald bergab. An der nächsten Abzweigung, nach etwa zehn Minuten, halten wir uns links und erreichen einen Sattel, an dem wir auf eine Schotterstraße
treffen.

 

Der Schotterstraße folgen wir nach links bergab in eine Kehre. Nach wenigen Minuten ist links ein kleiner Pfad durch Steinmännchen markiert, der auf einen größeren Weg führt. Diesem folgen wir. An den nächsten Abzweigungen ignorieren wir erst links und dann rechts die Wege, die dort abführen und bleiben auf dem Hauptweg. Nach etwa 15 Minuten erreichen wir eine Abzweigung, bei der wir uns nun rechts halten und den links bergauf führenden Weg ignorieren. Wir haben schnell eine Ebene erreicht, von der wir noch einmal einen wunderbaren Blick auf Sant Elm und Sa Dragonera haben. Wir gehen weiter über ein Felsplateau mit niedrigem Bewuchs und haben nunmehr den Blick zurück auf den Pas Vermell. Wir erreichen eine weite Wiese, an der links ein Karrenweg abzweigt. Diesem folgen wir immer bergab bis zu einer Kette, die wir übersteigen. Kurze Zeit später folgen wir einem weiteren Weg nach links, wo bereits Sant Elm markiert ist. Kurze Zeit später kommt das türkise Wasser der Bucht von Cala es Conills in Blick, zu der wir absteigen und in weiteren zehn Minuten das Ortszentrum von Sant Elm erreichen. Am Endpunkt der Wanderung lockt der Sandstrand von Sant Elm zum Baden oder eines der zahlreichen Cafés.

 

Diese Wanderung wurde am 19.10.2017 veröffentlicht. Die Vorstellung der Route erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen des Autors. Die Benützung geschieht auf eigenes Risiko. Soweit gesetzlich zulässig, wird eine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art aus keinem Rechtsgrund übernommen.

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