Wandern

Wanderung im Westen: Von Son Font nach Galilea

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Calvià - Illes Balears - Mallorca

Auf alten Karrenwegen durch Natur- und Kulturlandschaft in der Tramuntana

KATHRIN BREMER

 

Die leichte Wanderung beginnt am Ende der Urbanización Son Font, oberhalb von Calvià. In der Vergangenheit war Son Font ein einziges großes Anwesen der Familie Alabern. Heute ist ein Großteil davon parzelliert: Es entstanden mehrere Grundstücke von jeweils mindestens 4.000 Qua-dratmetern mit prächtigen Luxusvillen. Der Camí de Son Font ist eine Sackgasse, und unsere Wanderung beginnt am Ende des Ortes, wo ein Schild die Weiterfahrt untersagt. Kurz nach Abstellen des Pkw erreichen wir ein Tor zu dem Gestüt Na Morruda. Sollte das Tor geschlossen sein, kann man durch die Tür seitlich gehen. Ein Schild weist darauf hin, dass man sich nun auf einem Privatgrundstück befindet, kein Feuer entfachen und keine Pflanzen mitnehmen darf. Bislang war zudem das Mitführen von Hunden untersagt. Der entsprechende Teil auf dem Schild wurde jedoch entfernt. Da uns auf unserem Weg immer wieder Ziegen oder Schafe begegnen können, sollten mitgeführte Hunde allerdings angeleint werden.

 

Am Eingang des Gestüts beginnt nun der Feldweg Camí de Na Morruda, der zunächst sanft bergab führt, um dann wieder anzusteigen. Wann immer sich der Weg im Weiteren gabelt, bleiben wir auf dem Hauptweg. An zweifelhaften Kreuzungen finden sich Pfostenpfeile mit der rot-weißen Markierung, die auf den GR-221 hinweisen. Es handelt sich hierbei um eine Variante des ersten Teilstücks des beliebten Fernwanderweges. Auf dem zunächst noch breiten, später schmalen Weg erreichen wir nach circa 25 Minuten ein Viehgatter, welches wir über eine Leiter übersteigen. Dahinter befindet sich eine große Tafel „Camina per Mallorca“ mit der Wanderroute „Camí de Calvià a Puigpunyent“, auf der wir unseren Weg verfolgen können. Immer wieder wird nun der Blick frei auf unser Ziel, den Ort Galilea mit der Pfarrkirche und dem sich dahinter erhebenden Gipfel des Galatzó. Durch Macchia und lichten Wald gehen wir auf dem durchgängig eindeutig zu erkennenden Weg. 

 

Nach etwa 15 Minuten erreichen wir eine Kreuzung. Das Schild links an einem weiteren Viehgatter zeigt an, dass wir den Weg rechts nehmen sollen. Kurz danach erreichen wir ein Schild des GR-221 mit dem Hinweis „Galilea, Puigpunyent“. Weitere rund fünf Minuten später gelangt der Wanderer an eine Stelle am Fuße des rechts von uns liegenden Puig de na Bauçà, bei der ein Pfostenpfeil geradeaus die Route nach Galilea und Puigpunyent signalisiert. Hier verweisen eine runde rote Markierung sowie Steinmännchen rechts auf einen breiten Weg, der der Einstieg für den Aufstieg zum Puig de na Bauçà ist. Wer möchte, kann hier die Wanderung verlängern und muss für Hin- und Rückweg dabei eine Stunde zusätzlich einplanen. Der fast 620 Meter hohe Berg bietet eine atemberaubende Aussicht.

 

Wir gehen allerdings weiter geradeaus und folgen damit dem Pfostenpfeil mit der rot-weißen Markierung. Galilea rückt nun immer näher. Entlang des Weges finden sich zahlreiche Erdbeerbäume (Arbutus unedo). Es handelt sich eigentlich um einen Strauch, der aber Höhen von über drei Metern erreicht und daher als „Baum“ bezeichnet wird. Die Früchte sind circa zwei Zentimeter groß, rund und im
Reifestadium rot (zwischen Ende September und Januar, zuvor sollte man sie nicht essen). Selbst reife Früchte sind mit Vorsicht zu genießen: Zu viele davon können Bauchschmerzen hervor-rufen. Der Geschmack ist süß, die Samen bleiben zwischen den Zähnen kleben. Auf Mallorca wird aus den Früchten traditionell Likör destilliert oder
Marmelade gekocht. 

 

Nach etwa zehn Minuten erreichen wir eine Kreuzung mit einer Tafel „Camina per Mallorca“, die wieder unser Wandergebiet zeigt. Wir übersteigen das direkt danebenliegende Gatter über eine Sprossenleiter und erreichen so die Straße zwischen Puigpun-yent und Galilea (Ma-1032). Wir wenden uns nach links, Richtung Galilea, und müssen nun etwa einen Kilometer bergan die wenig befahrene Straße entlangwandern. Wegen der schnellen und kaum hörbaren Radfahrer ist -Vorsicht geboten.

 

Nach 15 Minuten erreichen wir das Ortsschild, welches uns rechts steil bergauf nach Galilea verweist. Wir folgen dem Carrer Major und gelangen zur Bushaltestelle der Gemeinde. Links geht es zur Pfarrkirche von Galilea aus dem 18. Jahrhundert. Auf dem Kirchplatz hat man die Wahl zwischen der Bar Parroquial und dem Café Sa Plaça de Galilea. Ersteres Lokal serviert die besseren Tapas, das andere hat eine kleine Terrasse mit spektakulärem Blick auf die Küste rund um Santa Ponça und unseren Weg. 

 

Nachdem wir uns gestärkt haben, werfen wir einen Blick in die Pfarrkirche, wenn sie denn geöffnet ist, oder schauen den höher gelegenen Teil des Dorfes an. Am höchsten Punkt von Galilea, im Carrer de San Mola Gran, steht die Windmühle Molí d‘en Martí mit einem separaten Wohnhaus, beides in deutschem Privatbesitz. Bis 1920 wurde hier Korn zu Mehl gemahlen, doch im Zuge der Industrialisierung mussten viele Mühlenbauer ihr Handwerk aufgeben. Eine Hamburgerin baute die Mühle vor einigen Jahren wieder auf. Vom Vorplatz schaut man bis zum Berg Randa, bei klarem Wetter bis Ibiza.

 

Galilea liegt bis zu 402 Meter über dem Meeresspiegel und hat gut 300 Einwohner. Viel Infrastruktur hat die Gemeinde, die zu Puigpunyent gehört, nicht zu bieten. Neben den beiden Bars auf dem Kirchplatz gibt es die Trattoria Galilea, die der Kölner Dirk Reifferscheidt seit 2005 mit seiner Frau betreibt, eine weitere Bar, ein Hotel und mit Mallorca Cuisine einen Ort, in dem man Kochkurse buchen kann. Wenig Infrastruktur, dafür aber ganz viel Idylle …

 

Begeben wir uns auf den Rückweg, nehmen wir dieses Mal ab dem hinteren Teil des Kirchplatzes eine Treppe, die uns wieder auf die Abzweigung Richtung Puigpunyent führt. Der Rückweg ist der gleiche wie der Hinweg.

 

 

Wegstrecke

9,5 km

Nettogehzeit

2,5 Std. hin und zurück

Höhenunterschied

190 m

Schwierigkeitsgrad

**

 

Anfahrt von Palma: Auf der PM-1
bis Palmanova, dort Richtung Calvià. Im Ort bis zur scharfen Linkskurve, die nach Es Capdellà führt. Direkt hinter der Kurve rechts in den Carrer dels Montcada einbiegen. Weiterfahrt bis zum Carrer Son Mir, in den man rechts einbiegt. Von dort geht es etwa
4 km zum Teil steil nach Son Fontbergauf, bis die Straße endet.Parken am Straßenrand. 

 

Tourencharakter: Leichte Wanderung auf (nicht befahrenen) Karrenwegen und ein Stück auf einer wenig befahrenen Straße. Rückweg auf der Hinroute.

 

Ausrüstung: Leichte Wanderschuhe, Wasser, Proviant.

 

 

Einkehr: In Galilea.

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