Wandern

Wandern mit Aussicht: Hoch über dem schmucken Dorf

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Fornalutx - Mallorca

Eine Wanderung bei Fornalutx auf den Aussichtsberg Puig de sa Bassa

ROLAND OTTO

 

Die mittelschwere Wanderung beginnt in Fornalutx auf der Plaça d’Espanya. Dort führt zwischen dem Anwesen Ca’n Mayol und der Pfarrkirche eine steile Treppe aufwärts. Danach verläuft ein weiterer Treppensteig durch die schmalen Gassen Carrer de l’Església, des Vent und durch den Carrer Tramuntana weiter noch oben. Der Wanderer ist sofort von dem reizenden Flair des Bergdorfs umgeben.

 

Er kann den Eindruck gewinnen, dass die Bewohner nach der Anfang Mai 2017 erfolgten Aufnahme auf die Liste der 57 schönsten Dörfer Spaniens noch mehr Anstrengung unternehmen, um das Dorf weiter zu verschönern und zu schmücken. An Mauern und Häusern ranken sich Efeu und Bougainvilleen, in kleinen Gärten stehen Gummi-, Mandel- und Ölbäume und auch Kakteenarten. Nach dem Aufstieg auf den Pflastergassen wird dann eine Wegteilung erreicht, bei der geradeaus dem Schild „Camí de s’Alzina Fumadora, Sa Comuna“ zu folgen ist.

 

Der gestufte und fast durchgehend gepflasterte Steig verläuft nun entlang von Terrassenmauern, die mit Johannisbrot- und Ölbäumen, Rebstöcken und Zitrushainen bewachsen sind, steil nach oben. Man gelangt auf die Ma-2120, quert die Landstraße (Pfostenpfeil) und biegt bei der Beschilderung wie oben rechts auf einen Erdweg ab. Kurz darauf ist bei einem Pfostenpfeil ein kleines Wasserbecken erreicht, wobei die Gehzeit seit Tourstart rund 15 Minuten betragen hat.

 

Nachdem der Wanderer an dieser Stelle einen imposanten Ausblick auf Fornalutx und auf die Gipfel Els Cornadors, die Schluchtwände des Torrent de Biniaraix und die Gebirgskette Serra d’Alfàbia genossen hat, steigt er auf einer Asphaltpiste weiter auf und verlässt diese nach wenigen Schritten links bei dem Schild „Camí de s’Alzina Fumadora, sa Comuna“. Ein steiler, gepflasterter Steig schlängelt sich nun in engen, mauergestützten Kehren durch eine Terrassenlandschaft mit Ölbäumen nach oben. Dabei sind immer wieder famose Blicke auf das Teix-Massiv, den Puig des Vent, den Puig del Rei en Jaume und den Puig de Sant Pere möglich.

 

Im Osten ist der Gebirgszug Serra de Son Torrella mit seinen markanten Zinnen zu erkennen. Schließlich wird ein breiter Wirtschaftsweg erreicht. Man folgt dort einem Pfostenpfeil und steigt auf dem teils sehr steilen, gepflasterten Pfad durch einen Kiefern- und Steineichenwald in einigen Kehren weiter auf. Man bleibt immer auf dem Hauptweg (Pfostenpfeil, roter Punkt) und passiert nach weiteren Kurven einen Mauerdurchlass.

 

Hinter der Bresche führt die Piste in steilen Kehren weiterhin nach oben. Der Wanderer gelangt dann bei Kilometerstein 43 zur Ma-10, wobei die Gehzeit von dem kleinen Wasserbecken unten rund 45 Minuten betragen hat. Hier wird nun rechts abgebogen, am Rand der Ma-10 etwa 25 Meter gegangen und dann links die Landstraße gequert. Der Wanderer folgt jetzt dem Schild „Pla de sa Bassa“ und übersteigt sogleich auf einer Holzleiter einen Zaun.

 

Dahinter verläuft ein steiniger Pfad nach oben zu einem Köhlerplatz, bei dem die Piste links (roter Klecks) wegknickt. Auf einem breiten Weg wird dann die Ebene Pla de ses Mates erreicht, bei der rechts (Pfostenpfeil) auf eine breite Forstpiste abzubiegen ist. Auf dieser gelangt man zu einer kleinen Steinhütte, die Jägern als Unterkunft dient. Die Gehzeit von der Ma-10 hat rund zehn Minuten betragen. Links von der Steinhütte befindet sich ein breiter Weg, der in Richtung des Puig de sa Bassa führt. Geradeaus (Pfostenpfeil) verläuft die Route zu dem Pla de sa Bassa, wobei es sich um einen großen Picknickplatz handelt.

 

Bevor nun der Weiterweg beschrieben wird, bedarf es einer Erläuterung der Schilder, die bei der Hütte an Kiefern befestigt sind. Das wichtigste mit der Aufschrift „Camino particular, prohibido el paso“ bedeutet, dass der Weg privat und gesperrt ist. Dazu ist zu bemerken, dass mallorquinische Wanderautoren und -gruppen den Aufstieg zum Puig de sa Bassa beschrieben haben. Der Wanderer kann hier also trotz des Schildes bedenkenlos passieren.

 

Man wird später beim Aufstieg auf den Gipfel auch die gute Markierung sehen, die mallorquinische Wanderer vorgenommen haben. Die anderen Schilder, die das Areal als Jagdgebiet ausweisen, nimmt man zur Kenntnis. Auf einem Zettel wird der Wanderer auch darum gebeten, während der Brut- und Setzzeit keine Hunde mitzuführen, woran er sich natürlich auch hält. Weiter geht es bei der Steinhütte also links (Steinmännchen und roter Klecks) auf einem breiten Weg, der zunächst leicht, dann in einigen Kehren steil ansteigt.

 

Man folgt beim Aufstieg einigen roten Punkten und erreicht rund 20 Minuten nach der Hütte eine Wegteilung. Hier verweisen Steinmännchen und zwei auf dem Erdboden ausgelegte Steinpfeile rechts auf eine Piste. Diese wird sogleich links (Steinmännchen und Steinpfeil auf dem Erdboden) wieder verlassen. Ein steiniger Pfad verläuft dann in leichtem Zickzack nicht allzu steil aufwärts, wobei regelmäßig gesetzte Steinmännchen, gelbe und rote Kleckse die Richtung zeigen.

 

Nach rund 25 Minuten ist dann der Gipfel des Puig de sa Bassa erreicht, auf dem sich ein Brandwachturm, der in den Sommermonaten von einem Angestellten der Forstbehörde Ibanat besetzt ist, und eine Gipfelpyramide befinden. An einem Fels hat eine mallorquinische Wandergruppe eine Krippendarstellung angebracht. Die Aussicht aus einer Höhe von fast 820 Metern ist fantastisch.

 

Tief unten sieht man das Meer bei Port de Sóller und dem Wachturm Torre de na Seca. Nach Nordwesten schweift der Blick vom Gebirgszug Montcaire über den Penyal des Migdia, den Puig Major, den Morro d’en Pelut bis hin zum Puig Roig, während östlich der Puig de l’Ofre zu sehen ist.

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-11 nach Sóller, dort auf der Ma-10 Richtung Pollença. Von dieser Landstraße biegt dann die Ma-2120 nach Fornalutx ab. Parkplätze am Ortseingang vorhanden.

 

Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf steinigen und gepflasterten Pfaden und breiten Forstwegen. Die Route steigt auf dem Hinweg fast durchgehend an, was bei sommerlichen Temperaturen eine gute Kondition erfordert. Rückweg auf der Hinroute.

 

Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant, Sonnenschutz.

 

Einkehr: Lokale in Fornalutx.

 

Diese Wanderung wurde am 01.06.2017 veröffentlicht. Die Vorstellung der Route erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen des Autors. Die Benützung geschieht auf eigenes Risiko. Soweit gesetzlich zulässig, wird eine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art aus keinem Rechtsgrund übernommen.

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