Wandern

Wanderung im Inselinnern: Strauße, Fasane, Rehe, Wein und Ackerbohnen

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Sencelles - Illes Balears - Mallorca

Eine Rundtour bei Sencelles durch den westlichen Teil des Pla de Mallorca

ROLAND OTTO

Start der leichten Wanderung ist in Sencelles bei der Pfarrkirche Sant Pere, die sich in der Ortsmitte auf der Plaça d‘Espanya befindet. Rechts neben der Kirche und bei dem Schild für Radfahrer „Inca, 12,7 km“ beginnt der Carrer de l‘Església, der ein kurzes Stück abwärts führt. Man erreicht dann sogleich die Mühle Molí de cas Ferrerico, die im Jahr 1829 errichtet worden ist. Heute befindet sich in der ehemaligen Mühle ein
gastropub.

 

Rund 20 Meter weiter wird bei einer Wegteilung links der Beschilderung „Palma“ gefolgt. Eine schmale Straße führt nun kurz abwärts und knickt dann rechts weg. Der Wanderer taucht sofort in eine uralte Kulturlandschaft ein, wie sie für die Zentralebene, den Pla de Mallorca, typisch ist. Zu sehen sind große Felder, auf denen Ackerbohnen angebaut werden, sowie kleinere Kiefernwäldchen. Am Straßenrand blühen im Frühjahr der Röhrige Affodill, Borretsch, die Baumförmige Strauchpappel und der Glöckchenlauch. Auch Fenchel und der Wildspargel sind zu sehen. All diesen Pflanzen begegnet man auf dieser Wanderung immer wieder. 

 

Schließlich wird immer geradeaus rund 20 Minuten nach Tourstart der Torrent de Sencelles erreicht. Hier befindet sich ein Schild, auf dem darauf hingewiesen wird, dass nach längeren Regenfällen die Straße gesperrt sein kann. Man quert dann das Bachbett und gelangt nach wenigen Metern zu dem Brunnen Pou Major.

 

Das erste Dokument über den Brunnen stammt vom Ende des 17. Jahrhunderts. Der Inschrift auf einem großen Granitstein ist zu entnehmen, dass er im Jahr 2004 restauriert worden ist. Neben dem Pou Major befindet sich auch eine kleine Bogenbrücke, die über den Torrent de Sencelles führt.

 

Bei dem Brunnen hat der Wanderer eine großartige Aussicht  auf die Serra de Tramuntana, die fast über ihre gesamte Länge zu sehen ist: So schweift der Blick von dem Puig de Galatzó im Südwesten über die Mola de Planícia, die Fita del Ram, die Serra d‘Alfàbia, das Teix-Massiv, den Puig de l‘Ofre, den Puig d‘Alaró, den Puig de s‘Alcadena, den Penyal des Migdia, den Puig Major, den Puig de Massanella bis hin zum Puig Tomir und den Puig de Ca. 

 

Weiter geht es vom Pou Major rechts (Schilder „Camí de Son Roig“ und „Granja s‘Alzinar“) auf einer schmalen Asphaltpiste, die nach rund 150 Metern bei der Beschilderung „Camí de Binissalem“ und „Granja s‘Alzinar“ links wieder verlassen wird. Die wenig befahrene Piste führt an der Possessió Ca‘n Dobleta und Feldern mit Mandel-, Oliven- und Johannisbrotbäumen vorbei. Auch einige kleinere Weingärten,
Zitrushaine und Feigenbäume sind zu sehen.

 

Man passiert dann die Anwesen Rancho los Ferrera, Villa Onsares und die Finca sa Garriga. Kurz nach dieser Finca verweisen die Schilder „Granja s‘Alzinar“ links auf eine Asphaltpiste, auf der nach rund 500 Metern das Eingangstor der „Granja Cinegética s‘Alzinar“ erreicht ist. Die Gehzeit von dem Pou Major hat rund 30 Minuten betragen.

 

Auf dem Gutshof befinden sich mehrere Gehege mit stattlichen Straußen, Rebhühnern, Fasanen, Wachteln, Truthähnen, Hühnern, Ziegen, Ziegenböcken und mittelgroßen Rehen und Hirschen. 

 

Anschließend begibt man sich wieder zurück zu dem Abzweig und biegt links in den Camí de Binissalem ab. Der Wanderer passiert in der Folge mehrere Anwesen. Rechts sind der Puig de Magdalena bei Inca und der Puig de Maria bei Pollença zu sehen. Ganz in der Ferne ist sogar die Talaia d‘Alcúdia zu erkennen. Weit im Nordosten sind die markanten Silhouetten des Bec de Ferrutx und der Talaia Freda bei Artà auszumachen.

 

Schließlich passiert man eine große Rebfläche, bei der man links einen schönen Ausblick auf den Puig de Santa Eugènia hat. Kurz darauf gelangt man zu einer Kreuzung und zu einer Fahrbahn, die gequert wird. Danach ist sogleich das Minidorf Biniagual erreicht, wobei die Gehzeit von der Granja rund 20 Minuten betragen hat. 

 

Der Weiler, durch den man schlendern kann, besteht aus 15 Häusern. Er ist im Privatbesitz der deutschen Unternehmerfamilie Graf. Zu Biniagual gehören eine Bodega und eine Kapelle. Auf dem Weingut werden ausgezeichnete Weine hergestellt, die schon auf nationalen und internationalen Weinmessen prämiert worden sind. Die Bepflanzung bei den Häusern und neben den Gassen kann sich sehen lassen.

 

Nach der Besichtigung von Biniagual begibt sich der Wanderer wieder zurück zu der Kreuzung und zu der Fahrbahn und biegt dort links ab. Nach etwa 150 Metern wird eine Wegteilung erreicht, bei der man rechts dem Schild „Camí de Biniagual a Sencelles“ folgt. Eine breite Erdpiste führt dann an einem weiteren großen Weinfeld und landwirtschaftlichen Gebäuden vorbei. 

 

Man passiert nochmals eine große Rebfläche und erreicht dann bei einem Steinschuppen eine Wegteilung, bei der man geradeaus auf dem Erdweg bleibt. Der Camí de Biniagual a Sencelles führt nach rund 200 Metern an einem braunen Eisentor vorbei. Der Wanderer bleibt dann längere Zeit auf der Hauptpiste und erreicht schließlich nach dem Haus La Caseta eine Wegteilung, bei der rechts abgebogen wird. 

 

Etwa zehn Meter weiter ist bei den Beschilderungen „Sencelles und „Binialmar“ links auf eine Asphaltpiste abzubiegen. Diese führt zu einer kleinen Brücke, auf der der Torrent de Sencelles überquert wird. Danach passiert man ein felsiges Gehege, in dem sich eine Ziegenherde und Hühner tummeln. Eine Straße führt dann steil aufwärts wieder zu der Molí de Cas Ferrerico und danach zu der Pfarrkirche Sant Pere, wobei die Gehzeit von Biniagual rund 60 Minuten betragen hat.

 

Wegstrecke

9 km (Rundtour)

Nettogehzeit

rund 2 Std. 10 Min.

Höhenunterschied

nicht erwähnenswert

Schwierigkeitsgrad

**

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-13 nach Inca und dort auf der Ma-3120 bis Sencelles.

 

Tourencharakter: Leichte Wanderung auf Asphalt und einem Erdweg. Die Fahrbahnen werden von Pkw nur wenig befahren. Allerdings sind auf den Pisten viele Radfahrer unterwegs, auf die man vor allem bei Kurven achten sollte.

 

Ausrüstung: Leichte Wanderschuhe, Wasser, Proviant.

 

 

Einkehr: Lokale in Sencelles.

 

Diese Wanderung wurde am 23.03.2017 veröffentlicht. Die Vorstellung der Route erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen des Autors. Die Benützung geschieht auf eigenes Risiko. Soweit gesetzlich zulässig, wird eine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art aus keinem Rechtsgrund übernommen.

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