Wandern

Historisches Wandern: Zeitreise in die Frühgeschichte

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Sencelles - Mallorca

Eine Wanderung bei Sencelles zu Grabstätten und Talaiots

ROLAND OTTO

 

Die leichte Wanderung führt wie schon in der Vorwoche durch die Umgebung von Sencelles und Costitx. Start ist diesmal in Sencelles auf der Plaça d‘Espanya, bei der sich auch die Pfarrkirche der Gemeinde befindet. Man folgt auf der Plaza dem Schild „Ruta arqueològica, Sencelles, Costitx“ und gelangt auf dem Carrer des Rafal zu dem Wegkreuz Creu des Rafal und biegt dort links in den Carrer de Bons Aires ab (Beschilderung wie oben).

 

Der Carrer de Bons Aires führt zum Ortsende der Gemeinde. Eine Fahrbahn verläuft nun an Wiesen und weidenden Schafen vorbei. Nach rund 200 Metern verweist ein Schild „Nr. 1, Cova del Camp del Bisbe“ links auf eine Höhle, die sich unweit der Straße befindet. Dabei handelt es sich um eine natürliche Höhle, die einst als Begräbnisstätte gedient hat. Die ersten Ausgrabungen wurden hier 2013 durchgeführt. Die Archäologen stellten fest, dass die Grotte zwischen 1600 und 1050 v. Chr. genutzt worden ist.

 

Bei späteren Erkundungen wurden dort auch Keramikteile aus der römischen Besatzungszeit auf Mallorca gefunden. Zum Zeitpunkt der Wanderung (Ende April 2016) führten Archäologen im Auftrag des Inselrats von Mallorca und der Gemeinde von Sencelles weitere Ausgrabungen durch. Weiter geht es am Rand der Fahrbahn (Schilder „Cementeri“ und „Inca“). Nun bietet sich dem Wanderer ein famoser Ausblick auf die Serra de Tramuntana mit dem Teix-Massiv, der Serra d‘Alfàbia, den l‘Ofre, den Penyal des Migdia, den Puig Major, den Puig de Massanella und den Puig Tomir.

 

Diese Gipfel sind auf dieser Wanderung mehrmals zu sehen. Nach einem Kreisel wird dann bei dem Friedhof von Sencelles die Ma-3120 erreicht, auf die rechts einzubiegen ist. Am Rand der Straße wird dann nach rund 500 Metern bei den Schildern „Talaiot Son Fred“ rechts in den Camí de Son Canyís abgebogen. Der Weg verläuft dann an einigen Anwesen vorbei. Man gelangt später zu einer Wegteilung, bei der rechts dem Schild „Talaiot Son Fred“ zu folgen ist. Der Wanderer erreicht dann nach rund 50 Metern eine weitere Kreuzung, bei der er geradeaus der Beschilderung „Talayot de Son Fred“ folgt.

 

Links wird später auf der Fahrbahn der Weiterweg verlaufen. Doch zunächst gelangt man geradeaus sogleich zur nächsten Wegteilung, bei der die Asphaltpiste in einen Erdweg übergeht. Hier ist rechts der Talaiot in etwa 100 Metern zu sehen, der auf einen Flurweg erreicht wird. Die Gehzeit seit Tourstart hat rund 35 Minuten betragen. Archäologen haben die Errichtung des sehr gut erhaltenen, kreisförmigen Talaiot auf das Jahr 900 v. Chr. datiert. Auf ­Mallorca war das die Zeit der talaiotischen Kultur. Auf der linken Seite des Monuments befindet sich eine Öffnung, durch die man nach zwei Metern in das Innere des Talaiots gelangt.

 

Hier befindet sich eine etwa drei Meter hohe Steinsäule. Leider ist auf einer Infotafel, die vor dem Talaiot steht, die Schrift nicht mehr vorhanden. Anschließend begibt man sich wieder zurück zu der Kreuzung mit dem Schild „Talayot de Son Fred“ und biegt rechts (grüner Pfeil) ab. Eine Fahrbahn verläuft dann meist eben an Wiesen und lichten Kiefernwäldchen vorbei. Man bleibt immer auf dem Hauptweg und erreicht schließlich nach dem Haus Es Creixell eine Kreuzung, bei der sich ein Spiegel für den Straßenverkehr befindet.

 

Hier wird nun rechts (gelber Pfeil an einem Trafoturm) auf den Camí de Montuïri abgebogen. Die Gehzeit von Son Fred hat rund zehn Minuten betragen. Der Camí führt dann in leichtem Auf und Ab an weiteren Anwesen vorbei. Man ignoriert zunächst sämtliche Abzweige. Schließlich passiert man den linken Abzweig „Camí de s‘Arrisal“, bleibt dort geradeaus auf dem Hauptweg und biegt nach rund 200 Metern rechts auf eine Asphaltpiste ab, die nach etwa 250 Metern zur Ma-3121 führt und auf die dann links eingebogen wird.

 

Rund 20 Meter weiter verlässt man die Landstraße rechts bei dem Schild „Camí des Revellar“ wieder. Die Gehzeit von dem Trafoturm bis hier hat rund 25 Minuten betragen. Die Asphaltpiste führt nun leicht aufwärts und geht später in einen breiteren, steinigen Pfad über. Dieser verläuft durch einen Steineichen- und Kiefernwald leicht abwärts. Man bleibt immer auf dem Hauptweg und gelangt rund 20 Minuten nach dem Abzweig von der Ma-3121 zu einer Kreuzung, bei der sich links ein Anwesen befindet. Hier biegt man nun aber rechts (roter Punkt an Mauer) auf einen Flurweg ab.

 

Dieser führt zu einer weiteren Kreuzung, bei der links auf einen Waldweg einzubiegen ist. Später werden auf einer Asphaltpiste die ersten Häuser von Cascanar erreicht. Die Gehzeit von dem Abzweig mit dem roten Punkt an der Mauer hat rund zehn Minuten betragen. Weiter geht es von dem Weiler bei einem Trafoturm rechts auf dem Camí d‘es Campàs. Man kommt an der auch schon in der vergangenen Woche erwähnten kleinen Brauerei Toutatis vorbei. Auf dem Weg wird nach 200 Metern ein linker Abzweig ignoriert. Rund 20 Meter weiter befindet sich bei dem Schild „Sencelles“ links ein geschlossenes Tor, hinter dem zehn Meter entfernt der Talaiot Can Xim zu sehen ist.

 

Die Fundstätte wurde 1997 katalogisiert und wird der talaiotischen Kultur (1200 bis 123 v. Chr.) zugerechnet. Man folgt dann auf dem Camí dem Schild „Sencelles“, bleibt lange Zeit immer auf der Hauptpiste und kommt an einigen Anwesen und Feldern mit Feigenbäumen vorbei. Bei einer späteren Kreuzung folgt der Wanderer rechts dem Schild „Sencelles“, ignoriert später einen Abzweig nach Santa Eugènia und erreicht danach die ersten Häuser von Sencelles und auf dem Carrer del Papa wieder den Carrer des Rafal. Die Gehzeit von Cascanar hat rund 40 Minuten betragen. Nun sind auf der Hinroute noch rund zehn Minuten bis zur Plaça d‘Espanya zu wandern. 

 

Wegstrecke 8 km (Rundtour)

 

Nettogehzeit rund 2 Std. 30 Min.

 

Höhenunterschied wenige Meter

 

Schwierigkeitsgrad **

 

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-13 bis Inca, dort auf der Ma-3120 nach Sencelles.

 

Tourencharakter: Leichte Wanderung auf Asphalt und steinigen Pisten.

 

Ausrüstung: Leichte Wanderschuhe, Wasser, Proviant, evtl. Regenschutz.

 

Einkehr: Lokale in Sencelles.

 

Diese Wanderung wurde am 12.05.2016 veröffentlicht. Die Vorstellung der Route erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen des Autors. Die Benützung geschieht auf eigenes Risiko. Soweit gesetzlich zulässig, wird eine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art aus keinem Rechtsgrund übernommen.

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